Angeblich wollte er seinen Schülern bei einem Projekt zum Thema Holocaust helfen: Ein Lehrer aus Berlin wurde im ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau als Dieb ertappt. Er hatte sich Gegenstände ermordeter Häftlinge eingesteckt.
Ein deutscher Lehrer ist im früheren NS-Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in Polen dabei erwischt worden, wie er Hinterlassenschaften von Holocaust-Opfern stehlen wollte. Der 47-Jährige sei vom Wachschutz in der Nähe der ehemaligen Magazinbaracke festgehalten worden, teilte die Museumsleitung der Gedenkstätte mit. Er habe mehrere Gegenstände bei sich gehabt, die einst Lagerhäftlingen des Vernichtungslagers gehörten – darunter Gabeln und Porzellan-Bruchstücke. Die ursprünglichen Besitzer sind vermutlich in dem Lager ermordet worden.
Bei dem Dieb, der unterschiedlichen Angaben zufolge bereits am Montag oder Dienstag gefasst wurde, handelt es sich um einen Lehrer aus Berlin, sagte der Staatsanwalt des nahegelegenen polnischen Ortes Oswiecim der Nachrichtenagentur AFP. Demnach hatte der Lehrer seine Tat gestanden und sie damit erklärt, dass er die gestohlenen Objekte seinen Schülern habe zeigen wollen – die würden derzeit an einem Schulprojekt über den Holocaust arbeiten.
Der Mann hat laut Staatsanwaltschaft bereits freiwillig eine Haftstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe akzeptiert – inzwischen befinde er sich wieder auf freiem Fuss. Mit dem juristischen Nachspiel des Falls wird sich nun das Bezirksgericht in Krakau befassen.
Die Magazinbaracke, die im Häftlingsjargon „Kanada“ genannt wurde, enthielt die Besitztümer der Insassen. Im Umkreis werden immer wieder solche Gegenstände gefunden, sagte ein Museumssprecher der Nachrichtenagentur dpa – sie würden dann von Mitarbeiter eingesammelt und ins Museum zurückgebracht. Systematische Ausgrabungen gibt es jedoch nicht, da das Lagergelände wie ein Friedhof für die dort ermordeten Häftlinge behandelt wird, von denen die meisten Juden waren. Die Totenruhe darf im Judentum nicht durch Grabungen gestört werden.
In dem von den Nationalsozialisten errichteten Lager in der Nähe der südpolnischen Stadt Krakau wurden zwischen 1940 und 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet, davon eine Million Juden. In den vergangenen Jahren kam es auf dem Gelände des einst grössten deutschen Vernichtungslagers immer wieder zu Diebstählen. Für grosses Aufsehen sorgte 2009 der Diebstahl des schmiedeeisernen Schriftzugs „Arbeit macht frei“ am Lagertor, der inzwischen wieder an seinem ursprünglichen Platz ist.
(JNS und Agenturen)
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