Avi Gabai neuer Vorsitzender der Arbeitspartei


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Die Wahl von Avi Gabai zum neuen Vorsitzenden der Arbeitspartei hat viele ins Staunen versetzt. Es ist ein steiler Aufstieg, den Avi Gabbai hinter sich hat: Erst im Dezember ist er der Arbeitspartei beigetreten, seit Dienstag ist er ihr Vorsitzender. Oppositionsführer der Knesset kann der frühere Umweltminister aber nicht werden, da er selbst nie in das Parlament gewählt wurde.

Vor sechs Monaten, als Gabai von der Kulanu-Partei Mosche Kachlons zur Arbeitspartei wechselte, hatte noch niemand unter den Parteimitgliedern daran gedacht, dass er heute der neue Chef im Hause und damit auch der Spitzenkanditat für das Amt des Ministerpräsidenten bei den nächsten Wahlen sein wird.

In der gestrigen Stichwahl erlangte Gabai 52 % der abgegebenen Stimmen. Sein Konkurrent, der ehemalige Parteivorsitzende und Verteidigungsminister Amir Peretz musste sich mit 47 % geschlagen geben. Interessant ist, dass beide Kandidaten erst vor kurzem der Arbeitspartei beigetreten waren. Peretz kehrte nach seinem Ausflug in der Tnua-Partei von Zipi Livni nachhause zurück, während Gabai von der neuen Kulanu-Partei zur Arbeitspartei kam. In deiner kurzen Zeit bei Kulanu war er von Mai 2015 bis Mai 2016 als Umweltminister in der Regierung, weswegen er seinen Sitz in der Knesset abgab, um Platz für einen weiteren Abgeordneten vom Kulanu zu machen. Da Avi Gabai also kein amtierender Knesset-Abgeordneter ist, muss diesen Posten jemand anderes aus der Arbeitspartei übernehmen. Der abgewählte ehemalige Vorsitzende Itzhak Herzog hat schon von Gabai eine Zusage bekommen, dass er den Posten des Oppositions-Vorsitzenden weiter innehalten kann.

Amir Peretz hat bereits seine Unterstützung für den neuen Parteivorsitzenden ausgesprochen. Er werde alles dafür tun, damit Avi Gabai der nächste Ministerpräsident Israels sein werde. Es gebe viel zu tun.

Ehud Barak, der als früherer Vorsitzender der Arbeitspartei auch Premierminister war, sprach angesichts von Gabbais Sieg von einer „Revolution“ innerhalb der Partei.

Peretz, der von 2005 bis 2007 Vorsitzender der „Avoda“ war, beglückwünschte Gabbai und sicherte ihm Unterstützung zu. Der neue Vorsitzende wiederum betonte gegenüber Peretz: „Ich sehe Dich als zentralen Partner in unserer Mission, die Regierung Netanjahu zu ersetzen.“ Auch Herzog, der im Wahlkampf Peretz unterstützt hatte, gratulierte: „Ich habe deutlich gemacht, dass ich hinter ihm stehe und ihm helfen werde, die Arbeitspartei zu stärken und die Regierung zu verändern. Ich wünsche ihm viel Glück.“

Zippi Livni, die Vorsitzende der Partei „HaTnuah“, sieht in Gabbais Sieg eine Wende zum Besseren für die Arbeitspartei. „Unsere gemeinsame Mission ist es, der Öffentlichkeit neue und wirkliche Hoffnung auf einen Wechsel der Regierung zu schenken, und einen neuen Weg anzubieten, der besser für Israel und seine Bürger ist.“ „HaTnuah“ hat sich im Dezember 2014 anlässlich der bevorstehenden Knessetwahl mit der Arbeitspartei zur „Zionistischen Union“ zusammengeschlossen. Das Mitte-Links-Bündnis trat mit einer gemeinsamen Liste an, um die Regierung unter Netanjahu abzulösen.

In den Medien wurde bereits über das Programm von Gabai berichtet. Er sei für die Zweistaatenlösung, für einen über Judäa und Samaria verteilten Palästinensischen Staat, wo auch jüdische Siedlungsblöcke erhalten bleiben sollen. Dafür sollten Gebiete ausgetauscht werden. Auch sollten die arabischen Stadtteile Jerusalems an die Palästinenser übergeben werden, was eine Teilung Jerusalems bedeuten würde. Ob er mit diesem Programm die Arbeitspartei an die Regierung bringen wird? Mit Netanjahu sei er jedenfalls nicht bereit, zusammen in einer Regierung zu sitzen.

Nach der Wahl waren von den Anhängern Gabais Rufe zu hören: „Hier kommt er, der nächste Ministerpräsident.“

Gabbai wurde als siebtes von acht Kindern in Jerusalem geboren. Seine Eltern sind jüdische Einwanderer aus Marokko. Gabbai ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er lebt mit seiner Familie in Tel Aviv.

(JNS und Agenturen / Foto:Miriam Alster/Flash90 )

 

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