Fall Wallenberg: Angehörige bitten Obama um Hilfe bei Ermittlungen


Raoul Wallenberg

Raoul Wallenberg

Die Familie des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg, der kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges  zehntausende Juden in Ungarn gerettet hatte, will US-Präsident Barack Obama um Hilfe bei den Ermittlungen zum Verschwinden des Diplomaten im Jahr 1945 bitten, wie AP am Dienstag meldet.

Der Abkömmling einer reichen Bankerfamilie war zur Kriegszeit in der schwedischen Botschaft in Budapest tätig und soll Zehntausende ungarische Juden vor der Ermordung durch die Nazis gerettet haben. Laut AP hatte Wallenberg zu dieser Zeit heimlich in Kontakt zu den USA gestanden.

Der Diplomat wurde zuletzt am 17. Januar 1945 lebend gesehen, als er sich zu einem Treffen mit dem Befehlshaber der sowjetischen Truppen, die gerade Budapest besetzt hatten, begeben hat.

Über das weitere Schicksal des Diplomaten war jahrelang nichts bekannt.  Dann setzte die UdSSR Schweden 1957 über den Tod Wallenbergs am 17. Juli 1947 durch Herzversagen im Moskauer Lubjanka-Gefängnis in Kenntnis.

Späterhin berichtete die Weltpresse ab und zu über Wallenberg unter Hinweis auf Augenzeugen, die ihn lange nach dem genannten Datum in verschiedenen Lagern des sowjetischen Strafvollzugssystems GULAG gesehen haben sollen.

Der Nichte Wallenbergs, Marie Depuy, zufolge will die Familie des Diplomaten dem US-Präsidenten einen Brief während seines Besuchs in Stockholm übergeben. Darin wird unter anderem gebeten, die russischen Behörden zur Offenlegung ihrer Archive zu bewegen, die ein Schlaglicht auf das Schicksal Raoul Wallenbergs werfen könnten.

 (JNS und Agenturen)



Kategorien:Gesellschaft

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