Obamas unbekannter jüdischer Bruder


Markobama

Barak Obamas Halbbruder, Mark Obama Ndesandjo, ist jüdisch.

Die Familiengeschichte des amerikanischen Präsidenten Barak Obama scheint genauso vielseitig zu sein wie der Präsident selbst. Tzach Yoked hat in der Tageszeitung Maariv aufgedeckt, dass einer seiner elf Halbbrüder, Mark Obama Ndesandjo, jüdisch ist. Er hat jedoch nur selten Kontakt mit seinem mächtigen Verwandten im Weissen Haus.

Obamas Vater hatte vier Ehefrauen – zwei schwarze, in Kenia geborene und zwei weisse, amerikanische Frauen. Eine war die christliche Mutter von Barak Obama, Ann Duham, die andere die jüdische Mutter von Mark Obama, Ruth Baker. Ruth wurde in einer jüdischen Familie geboren, die aus Litauen in die Vereinigten Staaten eingewandert war. Sie heiratete Obama Senior im Jahr 1964 und zog mit ihm nach Kenia. Ruth liess sich nach sieben Jahren unglücklicher Ehe scheiden.

Wenn Mark auch keinesfalls religiös ist, so ist er dennoch stolz auf seine jüdische Herkunft. „Meine Mutter ist eine liberale Person, die die religiösen Rituale nicht eingehalten hat“, erklärt er. „Doch sie lehrte mich, immer stolz darauf zu sein, dass ich Jude bin… für mich ist der wichtigste Aspekt meiner jüdischen Identität nicht das Durchführen der religiösen Rituale und Gebete, sondern das starke Gefühl, dass ich Jude bin. Es ist etwas, das du einfach fühlst, ein starker Sinn für eine säkulare jüdische Identität, das hat mir meine Mutter mitgegeben… Sie ist die Frau, die mir beigebracht hat, was wichtig im Leben ist, die mir geholfen hat die Tora zu verstehen, mir Musik nahe brachte und mir beim Studieren half.“

Mark erzählt, dass er und der Präsident sich das erste mal bereits 1988 trafen und nicht erst 2007, wie es der Präsident angegeben hatte. Auf die Frage, warum sein älterer Bruder möglicherweise nicht die Wahrheit über ihre erste Begegnung gesagt habe, meint er, dass dies eventuell von politischen Beratern des Präsidenten so ausgedacht wurde. Dennoch scheint es so, dass Mark seinen Halbbruder Obama verehrt, obwohl dieser sich seit Monaten nicht mehr gemeldet hat.

Mark Obama hat die Chinesin Liu Xuehua geheiratet und lebte die letzten zwölf Jahre in China. Er ist ein versierter Pianist und veröffentlichte den semi-autobiografischen Roman „Nairobi to Shenzhen: A Novel of Love in the East“.

Mark ist ein lebendes Zeugnis für die Komplexität einer jüdischen Identität. Sohn eines schwarzen Moslems und einer weissen Jüdin, aufgewachsen in Kenia, ausgebildet in den Vereinigten Staaten, Halbbruder des Präsidenten, dessen eigene religiöse Identität keineswegs klar ist. Mark Obama ist nicht weniger jüdisch als irgendein anderes Kind einer jüdischen Mutter. Er repräsentiert die Krise des säkularen Judentums.

Diese Form des Judentums, die es auch in Israel gibt, will die jüdische Identität auch ohne den Glauben wahren. In Amerika, wo die Gesellschaft überwiegend nicht jüdisch ist, ist säkulares Judentum auf die hohe Zahl von Mischehen zurückzuführen. Wenn irgendwas daraus gelernt werden könne, meinte der israelische Präsident Shimon Peres vor kurzem, sei es, dass bei Juden Volk und Religion nicht getrennt werden könnten.

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Gesellschaft

Schlagwörter:, ,

1 Antwort

  1. Ich muss Peres rechtgeben: Das einmalige Phänomen der Einheit von Staat, Politik, Kultur, Religion und Geschichte (ich erweitere sein Statement) kann nicht getrennt werden – es ist die Grundlage der Nation oder besser gesagt: Des jüdischen Volkes. Und damit meine ich nicht, dass die Andersgläubigen, die Flüchtlinge etc. keinen Platz hätten.

    Die Autoren Bingel und Belz sehen das anders und sprechen vom „ersten, zweiten und dritten Judentum“, das sich über einen Zeitraum von dreitausend Jahren erstreckt und in dem die jüdische Gemeinschaft in den unterschiedlichsten Strukturen gelebt habe. In der Zeit des ersten Judentums bestehe eine „Einheit von Volksgemeinschaft/Ethnie und Religionsgemeinschaft“; sie hat ihr Zentrum in Palästina. Das zweite Judentum konstituiere sich aus der „Einheit von Volksgemeinschaft und Religionsgemeinschaft, ohne politischen und kultischen Mittelpunkt in Palästina“. Und das dritte Judentum bedeute „Trennung von Volks- und Religionsgemeinschaft, politisches, dann auch religiöses Zentrum im geographischen Palästina“.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: