Der frühere israelische Oberrabbiner Jona Metzger (Foto) ist wegen des Verdachts der Korruption vorübergehend für neun Tage festgenommen worden. Die Polizei wirft ihm vor, Millionen Schekel Bestechungsgeld angenommen und Gelder von Wohltätigkeitsorganisationen veruntreut zu haben. Damit soll er sich, seiner Familie und seinen Mitarbeitern einen verschwenderischen Lebensstil finanziert haben. Aus Polizeikreisen hiess es weiterhin, Metzger stünde zudem unter Verdacht, die Justiz behindert zu haben: Er hätte seinen Mitarbeitern befohlen, sich den Ermittlern gegenüber unkooperativ zu verhalten und die Aussage zu verweigern.
Am Montagmorgen haben Ermittler der nationalen Betrugseinheit das Haus des Rabbiners nach Beweisen durchsucht. Am Nachmittag hatte Metzger dann eine Anhörung vor Gericht. Die Polizei empfahl, den prominenten Rabbiner offiziell anzuklagen. Generalstaatsanwalt Menachem Mazuz hat den Fall aber unter Berufung auf unzureichende Beweise wieder auf Eis gelegt. Er erklärte jedoch, dass Metzger „für ein öffentliches Amt ungeeignet“ sei.
Bereits im Juni diesen Jahres war Metzger – zu diesem Zeitpunkt noch amtierender Oberrabbiner – aufgrund von Bestechungs-, Betrugs- und Geldwäschevorwürfen von der Polizei verhört worden. Anschliessend wurde er unter Hausarrest gestellt. Daraufhin trat Metzger von den meisten seiner Ämter zurück, erklärte aber gleichzeitig, dass er unschuldig sei.
Metzger war 2003 im Alter von 49 Jahren zum jüngsten aschkenasischen Oberrabbiner aller Zeiten gewählt worden. Er war damit der religiöse Führer der europäischstämmigen ultraorthodoxen Juden. Bereits 2005 geriet er zum ersten Mal unter Korruptionsverdacht. In Israel gibt es seit 1911 zwei Grossrabbiner – einen aschkenasischen und einen sephardischen für die orientalisch-stämmigen Juden. Seit Juli 2013 bekleiden David Lau und Yitzhak Yosef diese Ämter.
(JNS und Agenturen)
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