Schabbat: Was Sie schon immer wissen wollten…


img406417Da waren vollendet die Himmel und die Erde und all ihr Heer. Und der Ewige hatte vollendet am siebenten Tage sein Werk, das er gemacht, und ruhte am siebenten Tage von all seinem Werk. (Genesis 2, 1)

Schabbat: „Gedenke des Schabbattages: Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Werke verrichten: Aber der siebente Tag ist Feiertag dem Ewigen, deinem Gotte.“

Den Schabbat heiligen: „Der Ewige segnete den siebenten Tag und heiligte ihn.“
„Gedenke des Schabbattages, ihn zu heiligen …“

Schabbatruhe: „Der Schabbat kam und so kam die Ruhe“ (Raschi zu Genesis 2, 2). Der ewige Bund war nicht vollständig ohne die Ruhe. Und der Ewige vervollständigte ihn durch den Bund der Ruhe am Schabbat.

Königin Schabbat: „Der Königin Schabbat lasst uns entgegengehen.“ Die Traditionen des Schabbat sind wie die Traditionen zu Ehren einer Königin.

Schabbatbraut: „Auf, mein Freund, der Braut entgegen, den Schabbat wollen wir empfangen.“ Wir empfangen den Schabbat wie eine Braut.

Andenken an die Schöpfung: „Da waren vollendet die Himmel und die Erde und all ihr Heer. Und der Ewige hatte vollendet am siebenten Tage sein Werk, das er gemacht, und ruhte am siebenten Tage von all seinem Werke, das er gemacht. Und der Ewige segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an diesem ruhte er von all seinem Werke, das der Ewige geschaffen, um es zu fertigen.“ (Genesis 2, 1 – 3)

Das ewige Zeichen: „So sollen die Kinder Israels den Schabbat beobachten, dass sie den Schabbat in allen Geschlechtern halten, als einen ewigen Bund. Zwischen mir und den Kindern Israel sei er ein ewiges Zeichen.“ (Exodus 31, 15 – 17)

Andenken an den Auszug aus Ägypten: „Denke daran, dass du ein Knecht im Lande Ägypten warst, und wie dich der Ewige, dein Gott, mit starker Hand und ausgestrecktem Arm von dort herausgeführt hat; darum befiehlt dir der Ewige, dein Gott, den Schabbattag zu halten.“ (Deut. 5, 15)

Ein Ruhetag: „Aber der siebente Tag ist ein Schabbat dem Ewigen, deinem Gotte; da sollst du keinerlei Werk verrichten, weder du noch dein Sohn oder deine Tochter, noch dein Knecht oder deine Magd, noch dein Ochse oder dein Esel, noch all dein Vieh, noch der Fremde, der in deinen Toren ist, damit dein Knecht und deine Magd gleich dir sich ausruhen.“ (Deut. 5, 14)

Für den Schabbat bereit sein: Da der Schabbat 18 Minuten vor Sonnenuntergang am Freitag Abend beginnt, ist es nur natürlich, dass die meisten Schabbatvorbereitungen am Donnerstag und Freitag vor sich gehen. Aber es ist möglich, sich die ganze Woche auf den Schabbat vorzubereiten. Es ist eine alte jüdische Tradition, besondere Delikatessen für den Schabbat bereits unter der Woche einzukaufen. Eine intellektuelle und spirituelle Vorbereitung ist, jeden Tag ein Stück des Wochenabschnittes zu lesen.

Erew Schabbat: Am Freitag intensivieren sich die Schabbatvorbereitungen. Das Haus wird geputzt und geschrubbt, die Küche füllt sich mit dem besonderen Aroma der Schabbatspeisen. Die letzten Minuten vor Schabbateingang sind durch besonders hektische Geschäftigkeit gekennzeichnet. Und die Wahrheit ist: man wird mit den Schabbatvorbereitungen niemals fertig, man hört einfach auf!

Schabbatkleidung: Die Wochentagskleidung wird weggeräumt, besondere Kleider betonen die einzigartige Verbindung mit dem Schabbat. Wenn wir die Geschichte betrachten, sehen wir, dass sich bei den Juden aller Generationen besondere Bräuche rund um die Schabbatkleidung entwickelten.

Schabbatkerzen: Die Schabbatkerzen werden vor Sonnenuntergang entzündet. Es genügt zwar eine Kerze, aber traditionellerweise werden zwei Lichter entzündet.

Warum? Die beiden Lichter sind Symbole der beiden Gebote „Sachor“ (Gedenke des Schabbattages) und „Schamor“ (Hüte den Schabbattag).

Die Frau entzündet die Lichter und bedeckt ihre Augen mit den Händen. Dabei sagt sie den Segen „Gelobt seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns mit Seinen Geboten geheiligt und uns befohlen hat, die Schabbatlichter anzuzünden.

Und warum werden die Augen bedeckt? Normalerweise verlangt die Halacha von uns, den Segen vor der Ausführung einer Mitzwa zu sprechen. Im Fall des Schabbat werden zuerst die Lichter entzündet und danach der Segen gesprochen. Mit dem Segen beginnt der Schabbat und man dürfte daher keine Flamme mehr entzünden. Daher bedeckt man die Augen mit den Händen, während der Segen gesagt wird – und dann nimmt man die Hände weg! Oft wird noch ein Gebet gesprochen (für den Frieden, für Familienmitglieder, Freunde). Wenn es keine Frau in einem Haushalt gibt, entzündet der Mann die Schabbatlichter. Selbstverständlich ist es nicht erlaubt, Lichter nach Schabbateingang zu zünden.

Manche Leute entzünden mehr als zwei Lichter, da mehr Licht die Freude erhöht. Es gibt auch den Brauch, sieben Kerzen anzuzünden, für jeden Wochentag eine. Andere nehmen zehn Kerzen, um die Zehn Gebote zu symbolisieren.

Und G’tt segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. (1. Buch Mose 2:3)

Gedenke des Schabbattages, dass du ihn heiligest. (2. Buch Mose 20:8)
Das Bild der jüdischen Frau, die ihre Shabbat-Kerzen anzündet, ist ein ewiges, zeitloses Symbol des Judentums. Am Freitag-Abend werden achtzehn Minuten vor Sonnenuntergang zwei Kerzen gezündet. Es kann aber auch Lokale Unterschiede geben. Zum Beispiel in Jerusalem, soll die Kerzen 40 Minuten vor Sonnenuntergang angezündet werden. Diese zwei Kerzen stehen für Shamor und Sachor – Gedenke und Halte. Das Kerzenlicht holt Frieden, Wärme und ein spezielles Shabbat-Feuer in das Haus, es sollten in jedem Fall weisse Kerzen zum Shabbat sein. Benutzen Sie keine Chanukah oder Geburtstagkerzen, denn sie brennen zu schnell ab. Wenn in Haushalten ein Mann allein lebt oder die Frau nicht anwesend ist, muss der Mann natürlich die Kerzen zünden. Wenn man sich entschieden hat, den Shabbat vom ganzen Herzen, zur Ehre des Ewigen, unserem G’tt Israels zu feiern, so sollten in jedem Raum der Wohnung Lichter stehen. Die Halachah gebietet uns dieses Handeln. In dem Teil der Wohnung bzw. des Raumes, wo nach dem Kerzen-Anzünden gegessen wird, stehen selbstverständlich die zwei Kerzen über denen die Bracha gesprochen wird. Nachdem man die Kerzen angezündet hat, bedeckt man mit seinen Händen die Augen und spricht die Bracha:

Baruch Atah Adonai Elohejnu Melech Haolam, Ascher Kideschanu bemizwoitav veziuanu lehadlik ner schel Schabbat.  Gelobt seist Du, HaShem, unser G’tt, König der Welt, der Du uns durch Seine Gebote geheiligt hast und uns geboten hat,das Licht des Shabbats zu zünden 

Wenn der Erew-Shabbat mit dem Anzünden der Kerzen mit einem Feiertag, ein Fest oder Jom-Kippur zusammenfällt, fügt man in der Klammern stehenden Wörter hinzu:

Baruch Atah Adonai Elohenu Melech Haolam Ascher Kid‘ schanu bemizwoitav veziuanu Lehadlik Ner Schel (Schabat ve’schel) an Jom Kippur– Jom Ha Kippurim an einem Feiertag– Jom Tov – Baruch Atah Adonai Elohenu Melech Haolam Schehechjanu vekimanu Vehigianu lazeman haze   Gelobt seist Du Ewiger unser G’tt, König der Welt, der Du uns geheiligt hast durch deine Gebote und uns geboten hast, das (Sabbat und das) an Jom Kippur- Jom-Kippur Licht an einem Feiertag- Feiertagslicht zu entzünden. Gelobt seist Du Ewiger unser G’tt, König der Welt, der unser Leben erhalten hat und uns zu dieser Zeit gebracht hat. 

(Die Bracha können Sie selbstverständlich auch Ihrem Sidur lesen, besser ist es jedoch, wenn diese Worte aus Ihrem Herz sprechen)

Lassen Sie immer die Kerzen natürlich abbrennen, löschen Sie sie sich nie aus. Wenn aus irgendeinem Grund eine Kerze erlischt, bevor sie vollständig runter gebrannt ist, so sorgen Sie sich nicht, Sie haben bereits das Mitzvot erfüllt .

Kabbalat Schabbat: Kabbalat Schabbat ist ein Teil des Gottesdienstes am Freitag Abend und wird traditionell zu Sonnenuntergang gebetet. Die Nacht senkt sich herab, Stille verbreitet sich, die Spannungen der Woche verflüchtigen sich und die zusätzliche Seele erfüllt die Menschen.

Zuerst werden sechs Psalmen gebetet (95, 96, 97, 98, 99 und 29), die die sechs Schöpfungstage symbolisieren. Danach wird Lecha Dodi gesungen, jene Hymne aus dem 16. Jahrhundert, die den Schabbat als Braut personifiziert. Lecha Dodi wurde in der mystischen Stadt Safed verfasst. Dort pflegten Rabbi Jitzchak Luria und seine Schüler am Freitag Abend über die Felder zu gehen, wo sie die Schabbatbraut bei ihrer Ankunft willkommen hiessen. Heute erinnert der Gesang dieser Hymne an den Brauch der Mystiker von Safed. Während der letzten Strophe dreht man sich zum Synagogeneingang um, um die Schabbatbraut bei ihrem Eintritt zu begrüssen. Bei den Worten „Kehre ein, Braut, kehre ein, Braut!“ verbeugt man sich und anerkennt damit den Eintritt des Schabbat und seine Präsenz.
Danach folgt das Abendgebet.

Nach der Heimkehr aus der Synagoge wird „Schalom Aleichem“ und „Eschet Chajil“ gesungen, danach werden die Kinder gesegnet.

Schabbattisch: Am Schabbat symbolisiert das Heim den Tempel. Einige der wichtigen Tempelsymbole liegen auf dem festlich gedeckten Schabbattisch. Die Kerzen erinnern an die Menora, die beiden Challot an die Schaubrote. Der Tisch selbst erinnert an den Altar. Und das Salz ist ein Symbol der Tempelopfer.

Kiddusch: „Da waren vollendet die Himmel und die Erde …“ Das Schabbatmahl beginnt mit der Rezitation des Kiddusch, eine Heiligkeitserklärung des Schabbat. Der Kiddusch wird über ein volles Glas Wein oder Traubensaft gesprochen, ein Symbol der Freude und des Luxus, denn Schabbat ist ein Tag des Genusses für Körper, Geist, Seele und Sinnne. Der Text bezieht sich auf die beiden grundlegenden Themen des Schabbat:
– Gedenken an das Schöpfungswerk 
– Erinnerung an den Auszug aus Ägypten
– Der Kiddusch beginnt mit den Worten „Und es ward Abend und es ward Morgen“ und schliesst mit der Bracha „Gelobt seist Du, Ewiger, der du den Schabbat heiligst.“
– Gott ist nicht nur der Schöpfer des Universums, sondern offenbart sich auch in der Geschichte. Der Kiddusch bedankt sich für die Erlösung aus Ägypten, für das Auserwähltsein und das Geschenk des Schabbat.

freitagkidusch

Kidusch lejl Shabbat

Man nimmt einen vollen Becher Wein in die rechte Hand und spricht stehend den Kiddusch:

leise: Es war Abend , es war Morgen

Der sechte Tag. Und es waren vollendet Himmel und Erde und ihr ganzes Heer. Vollendet hatte G’tt am siebenten Tage sein Wer, das Er gemacht, und Er ruhte am siebenten Tage von seinem ganzen Werke, das Er gemacht. Und G’tt segnete den siebenten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte Er von seinem ganzen Werke, das G’tt geschaffen, dass es fortwirke.

Gelobt Seist Du, Ewiger unser G’tt, König der Welt, der Du die Frucht des Weinstockes geschaffen! alle Anwesenden sprechen:(Amejn)

Gelobt Seist Du, Ewiger unser G’tt, König der Welt, der uns geheiligt durch seine Gebote und an uns Wohlgefallen gefunden und seinen heiligen Shabbat in Liebe und Huld als ewigen Besitz uns verliehen, ein Gedächtnis an das Schöpfungswerk; denn Er ist der Beginn der heiligen Festberufung, ein Andenken an den Auszug aus Mizrajim.
Ja, uns hast Du erkoren und uns geheiligt aus allen Völkern und Deinen heiligen Shabbat hast Du in Liebe und Huld uns verliehen.
Gelobt seist Du, Ewiger, der heiligt den Shabbat.

Nun wäscht man sich die Hände und sagt die Bracha über das Brot:

Baruch Atah Adonai Elohenu Melech HaOlam hamotzi lechem min ha’aretz.

Jetzt nimmt man das Challah, bricht es und jeder der Anwesende bekommt ein Stück Challah .

Die Challot: Diese Brote werden speziell zur Ehre des Schabbat gebacken. So wie zwei Lichter, gibt es auch zwei Brote. Warum? Auch sie symbolisieren „Sachor“ und „Schamor“. Die Challot werden auch „Lechem mischne“ (doppeltes Brot) genannt, zur Erinnerung an die doppelte Portion Manna, das die Kinder Israel in der Wüste am sechsten Tag einsammelten. Die Challot sind mit einem Deckchen bedeckt. Warum? Auch hier wird an das Manna erinnert, das von zwei Lagen Tau umhüllt war. Das Tischtuch erinnert an den Tau unter dem Manna, das Challadeckchen an den Tau, der das Manna bedeckte.

Gehört auf jeden Schabbes-Tisch

challah_160Die Zutaten
1 Würfel frische Hefe
6 EL lauwarmes Wasser
1 TL Honig
3 Eier
1 Eigelb zum Bestreichen
1 TL Salz
3 EL Öl
350 g Mehl

Für die Glasur
Ei: 1
Salz: Prise
Zucker: Prise
Mohn- oder Sesamsamen: nach Bedarf

Die Zubereitung des Challah:

Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Kuhle bilden. In diese Kuhle fügen sie ca. 6 EL Wasser hinzu und bröckeln die Hefe hinein (die Hefe kann auch vorher im Wasser aufgelöst werden). Jetzt fügen Sie Eier, Salz, Öl, Honig hinzu und mit dem Knethaken des Mixers rühen sie alles gut durch. Danach wird der Teig noch einmal kräftig durchknetet. Wenn der Teig zu klebrig ist, nehmen sie etwas Mehl und fügen sie es hinzu. Ist der Teig hingegehen zu fest, müssen Sie etwas Wasser dazu geben.

Lassen sie den Teig nun in einer Schüssel bis zwei Stunden mit einem Tuchabgedeckt gehen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Nach Ende dieser Zeit kneten sie den Teig ein bis zweimal leicht durch und lassen ihn wieder ruhen.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche kneten sie den Teig zu einer Kugel und schneiden diese in drei Stücke. Nun formen sie diese zu drei Strängen, mit denen sie den Teig zu einem Zopf flechten können. Der fertige Zopf wird auf ein eingefettetes Backblech gelegt und mit Eigelb bestreichen. Anschliesend können sie den Zopf je nach ihrer Vorliebe mit Mohn- oder Sesamkörnern bestreuen.

Das Backen

Den Backofen auf 190 Grad vorheizen und den Zopf etwa 40 Minuten backen
bis er gut gebräunt ist.

Abkühlen lassen! Und fertig ist’s…

Schabbatessen: Ein besonderer Teil ist das feierliche Mahl, zu dem spezielle Speisen serviert werden, je nach Familientradition und Ort. Es ist Brauch, Fisch und Fleisch zu essen, denn beide Speisen gelten als Zeichen von Feierlichkeiten. Am Schabbat gibt es drei Mahlzeiten, jede vermehrt die Schabbatfreude. Es ist lobenswert, gut und viel zu essen.

Smirot: Smirot und liturgische Dichtungen wurden von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Sie sind mit dem Schabbat untrennbar verbunden. Sie verleihen dem Schabbatessen Frohsinn. Es ist auch Brauch, chassidische Geschichten zu erzählen und über den wöchentlichen Torahabschnitt zu sprechen.

Morgengottesdienst: Am Schabbatmorgen steht der Besuch der Synagoge auf dem Programm. Der Morgengottesdienst besteht aus drei Teilen: Schacharit, Torahlesung und Mussaf. Die besondere Atmosphäre wird durch die speziellen Schabbatmelodien hervorgerufen. Das Mussafgebet ist eine zusätzliche Amida und erinnert an das Zusatzopfer im Tempel.

Lesung aus Torah und Haftarah: Zwischen Schacharit und Mussafgebet wird ein Abschnitt aus der Torah gelesen, gemäss der Ordnung der Wochenabschnitte. Auch im Laufe der Woche, am Montag und am Donnerstag, wird aus der Torah gelesen, aber am Schabbat am ausführlichsten. Sieben Gemeindemitglieder werden zur Torah aufgerufen, ausserdem gibt es eine zusätzliche Alijah, den Maftir. Was ist die Haftarah? Ein Abschnitt aus den Prophetenbüchern, der zum Wochenabschnitt passt.

Verbotene Arbeiten am Schabbat: Sie sind das bekannteste Kennzeichen des Schabbat. Unsere Weisen entschieden, dass es am Schabbat 39 Tätigkeitskategorien gibt, die verboten sind.

Mukze: Gegenstände, die an den Wochentagen benutzt werden und deren Benutzung am Schabbat verboten ist, werden Mukze genannt: „ausgeschlossen“ oder „weggestellt“. Es ist aber wichtig, daran zu erinnern, dass die Schabbatgesetze aufgehoben sind, wenn sich jemand in Lebensgefahr befindet oder schwer erkrankt. „Entheilige für ihn einen Schabbat, so dass er leben möge, viele Schabbattage zu erfüllen.“

Das Ende des Schabbat – die dritte Mahlzeit: Die dritte Schabbatmahlzeit wird am späten Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang eingenommen.

Hawdala: Die Nacht bricht herein. Es ist Zeit, sich vom Schabbat zu verabschieden, der 42 Minuten nach Sonnenuntergang endet, wenn drei Sterne am Himmel stehen. Der Ausgang des Schabbat ist durch eine besondere Zeremonie gekennzeichnet, die den Schabbat von der neuen Woche trennt: Wein, Gewürze und Licht werden gesegnet. Warum?

Um für den Moment des Abschiedes gestärkt zu sein, wird Wein getrunken und an den Gewürzen gerochen. Auch Hawdala wird über einen Becher Wein rezitiert, diesmal übervoll, ein Symbol der Hoffnung auf eine von Freude und Produktivität überfliessende Woche. Der dritte Segen wird über eine speziell geformte Kerze gesprochen. So wie der Schabbat durch das Anzünden von Lichtern empfangen wurde, wird er mit dem Licht der Hawdalakerze hinausgeleitet. Die Welt des Alltags wird wieder betreten, das Entzünden des Feuers symbolisiert Kreativität und die Fähigkeit, die Welt zu gestalten.

Die 39 verbotenen Arbeiten am Schabbat

Aus der Mischna Schabbat 7,2:

Die Hauptarbeiten sind vierzig minus einer:
-> Wer sät,
-> wer pflügt,

-> wer erntet,
->
wer garbt,
->
wer drischt,
->
wer worfelt,
->
wer verliest,
->
wer mahlt,
->
wer siebt,
->
wer knetet,
->
wer backt,
->
wer Wolle schert,
->
wer sie bleicht,
->
wer sie schwingt,
->
wer färbt,
->
wer spinnt,
->
wer Kettfäden an den Kettenbaum des Webstuhls einspannt,
->
wer zwei Maschen macht,
->
wer zwei Fäden webt,
->
wer zwei Fäden trennt,
->
wer verknotet,
->
wer losknüpft,
->
wer zwei Nähte näht,
->
wer auftrennt,
->
wer eine Gazelle fängt oder Tier jagt,
->
wer schlachtet,
->
wer Fell abzieht,
->
wer einsalzt,
->
wer zurichtet,
->
wer abschabt,
->
wer Fleisch zuschneidet,
->
wer zwei Buchstaben zeichnet,
->
wer abschabt um zwei Buchstaben zu zeichnen,
->
wer baut,
->
wer einreisst,
->
wer auslöscht,
->
wer anzündet,
->
wer mit einem Hammer schlägt,
->
wer etwas von einem Gebiet in ein anderes trägt.

Was also soll man am Shabbat tun? Nur ruhen? Nur von der grauen Alltagsarbeit ausruhen?

Doch das heisst gewiss nicht bloss schlafen, sich rekeln und müssig, faul, träge sein, sondern sich mit Liebe auf sein besseres Selbst, auf seine Seele, auf Gott konzentrieren.

Auch spazierengehen, doch nicht wandern, nicht über zweitausend Ellen aus der Stadt herausgehen, sich nicht abhetzen und ermüden, sondern die Natur geniessen.

Auch nachmittags, wie vielfach üblich ist, im Lehrhaus oder Bethaus zu einem rabbinischen Vortrag, einer Predigt, zum Lernen kommen.

Auch lesen und mindestens den fälligen Thoraabschnitt und seine Kommentare; auch Kranke besuchen, vor allem aber im Hochgefühl des einen Tages besonnen und guter Dinge sein.

Lieder zu Shabbat

Lecha Dodi  Schalom Aleichem 
 lied1  lied2
Elijahu HaNavi  Adon Olam  
 lied3  lied4
Ein Keloheinu   Bim Bom 
 lied5  lied6
Jom Se Le’Israel   Schabbat HaMalka  
 lied7  lied8
Lichvod Schabbat  Jom Schabbat 
 lied9  lied10
Jom Se Meuchad  Menucha WeSimcha 
 lied11  lied12

(JNS, Chaim Stolz)



Kategorien:Gesellschaft

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