Eine Meeresschildkröte, die in einem Fischernetz zwei Flossen verlor, kann mit speziell entwickelten Rückenflossen wieder schwimmen.
Das ist Freedom, oder Hofesh, wie der Name der grünen Meeresschildkröte auf Hebräisch lautet. Vor vier Jahren geriet er in ein Fischernetz und verlor dabei beide Flossen auf seiner linken Seite.Eine solche Verletzung bedeutet eigentlich den sicheren Tod für eine Meeresschildkröte, hindert sie doch das Tier daran, den Kopf zum Atmen aus dem Wasser zu strecken oder auch nur geradeaus zu schwimmen.
Als Hofesh vom Israelischen Zentrum zur Rettung von Schildkröten aufgenommen wurde, konnte er nur in einem Behälter mit flachem Wasser liegen, um nicht zu ertrinken. Doch dann kam Shlomi Gez, ein Industriedesign-Student. Mit Spezialkleber und enorm belastbarem Kunststoff hat Gez Hofesh seine Bewegungsfreiheit zurückgegeben.Es war ein langer Prozess mit vielen Rückschlägen – doch nun kann Hofesh mit verschiedenen neuen Spezialflossen munter in seinem Bassin herumschwimmen.
O-Ton Shlomi Gez: „Die Flosse orientiert sich an der Funktionsweise von Fischen. Bei Fischen dient sie einzig zur Haltung der Balance.“Hofesh jedenfalls scheint sich schnell an seine neuen Schwimmhilfen zu gewöhnen, auch wenn diese immer wieder überarbeitet werden müssen, erklärt der Leiter des Schildkrötenrettungszentrums, Yaniv Levy:“Wir haben viele Probleme mit Materialbruch. Der Schildkrötenpanzer ist ja lebendes Material, er wächst und muss atmen, wir müssen also immerzu die Methoden verbessern und das hört ja nicht auf. Es ist noch ein weiter Weg, aber es wird immer besser und besser und ich kann nur sagen, wenn er die Flossen trägt, ist er viel ruhiger, bekommt keine Panik und hat einfach keine Probleme mehr.
Wenn er gestresst ist, rudert er wild auf der einen Seite, und er kann seinen Kopf nicht richtig heben und dann atmet er Wasser ein und kriegt Panik.“Mit den neuen Flossen sind Hofeshs Zeiten der Panik hoffentlich vorbei. In die Freiheit kann er zwar wegen seiner Behinderung nicht mehr entlassen werden. Doch hier im Rettungszentrum hofft man, ihn zur Zucht einsetzen zu können – am liebsten mit Tzurit, einer Schildkröte, die durch einen Schiffspropeller ihr Augenlicht verlor. Beide Schildkröten sind ca 20 Jahre alt und können ein Alter von über 80 Jahren erreichen.Grüne Meeresschildkröten sind vom Aussterben bedroht. Ihr grösster Feind ist der Mensch, der sie wegen ihres Fleisches, ihrer Eier und ihrer Panzer seit Jahrhunderten jagt und zudem ihren natürlichen Lebensraum verschmutzt und immer weiter einengt.
(JNS und Agenturen)
Kategorien:Wissenschaft

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