Erste Verleihung des Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreises 2015 in Berlin


Staatsministerin Grütters mit ihrer israelischen Amtskollegin Limor Livnat (Archivbild; Foto: Bundesregierung/Kugler)

Staatsministerin Grütters mit ihrer israelischen Amtskollegin Limor Livnat (Archivbild; Foto: Bundesregierung/Kugler)

Die deutsche und die israelische Regierung haben gemeinsam einen Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis ins Leben gerufen. Bis zum 30.09.2014 konnten Bewerbungen für die zwei mit jeweils 10.000 Euro dotierten Preise eingereicht werden. Die erste Preisverleihung findet 2015 in Berlin statt.

Literaturübersetzer tragen zur Sensibilisierung und Differenzierung im deutsch-israelischen Verhältnis bei. Ihre Sprach- und Interpretationskunst, sowie ihre Vermittlungsleistung zu würdigen und sichtbar zu machen, ist das Anliegen des Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreises. Er ist eine gemeinsame Initiative der deutschen und israelischen Regierung, ins Leben gerufen zum 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern im Jahr 2015.

Die Qualität und Reichweite der vom Deutschen ins Hebräische und vom Hebräischen ins Deutsche übersetzten Literatur formen unsere wechselseitige Wahrnehmung. Übersetzungen beleben den literarischen und gesellschaftlichen Dialog, sie bauen Brücken zwischen unseren Kulturen, sie bereichern und vertiefen die Verbindung zwischen der deutschen und israelischen Gesellschaft. Diese Wechselbeziehungen sind ohne Übersetzungen nicht denkbar.

Die Literatur Israels geniesst im deutschsprachigen Raum ein hohes Ansehen. Mit ihren Romanen und Essays haben sie der LeserInnenschaft mit grosser Eindringlichkeit die Geschichte und Gesellschaft Israels nahegebracht. Darunter sind SchriftstellerInnen wie Zeruya Shalev, Amos Oz, Lizzie Doron, Hila Blum, Daniella Carmi, Sara Shilo und Mira Magen oder David Grossman und viele mehr. Zu den wichtigen ImpulsgeberInnen der heute in Israel Schreibenden gehören umgekehrt deutschsprachige AutorInnen, besonders jene der klassischen Moderne von Kafka bis Bernhard . Die israelische Kulturministerin Limor Livnat und deutsche Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters haben den Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis bei den Deutsch-Israelischen Regierungskonsultationen im Februar 2014 in Jerusalem beschlossen.

Der Deutsch-Hebräische ÜbersetzerInnenpreis wird alle zwei Jahre abwechselnd in Deutschland und in Israel vergeben. Bei jeder Vergabe werden zwei PreisträgerInnen ausgezeichnet: ein/e ÜbersetzerIn aus dem Hebräischen mit Zielsprache Deutsch, und ein/e ÜbersetzerIn aus dem Deutschen mit Zielsprache Hebräisch. Beide PreisträgerInnen erhalten jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro. Die PreisträgerInnen werden von einer deutschen und einer israelischen Jury ausgewählt. Ausgezeichnet wird eine herausragende übersetzerische Leistung. Entscheidungsgrundlage ist eine Übersetzung, die in den vergangenen fünf Jahren als Buch erschienen ist. Neben den rein literarischen Gattungen (Roman, Lyrik, Drama) können auch Übersetzungen von Essays und anspruchsvollen Sachbüchern berücksichtigt werden.

Die erste Verleihung des Preises erfolgt 2015 in Berlin durch die Beauftragte der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters und die israelische Kulturministerin Limor Livnat. Das Literarische Colloquium Berlin (LCB) übernimmt die Organisation des Preises auf deutscher Seite.

(JNS / LCB)



Kategorien:Kultur

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