Gelder aus Katar für Flüge von israelischen Offizieren?


Zu den Referenten von „Our Soldiers Speak“ gehört auch Brigadegeneral Zvika Haimowitsch

Sie will das Image der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte in der englischsprachigen Welt verbessern: die rechtsgerichtete Organisation „Our Soldiers Speak“ (Unsere Soldaten sprechen). Dafür reisen Armeevertreter in diese Länder und halten Vorträge an Universitäten. Doch wie sich herausstellt, wurden die Flüge teilweise durch offizielle katarische Gelder finanziert.

Die Organisation wurde vor ein paar Jahren von Benjamin Anthony gegründet – einem Neueinwanderer aus Grossbritannien, der nach seinem Wehrdienst dem israelischen Militär etwas Gutes tun wollte. Von der mysteriösen Finanzierung berichtete zuerst die Wochenzeitung „Jewish Week“. Dann griff der israelische Fernsehsender „Kanal 10“ das Thema auf und recherchierte weiter. Die Journalisten stiessen auf Dokumente, in denen ein amerikanisch-jüdischer Geschäftsmann namens Joey Allaham seine Geldtransfers gegenüber dem Justizministerium offenlegen musste. Er besass früher eine koschere Restaurantkette in New York. Im vergangenen Jahr sei er jedoch als Lobbyist der katarischen Regierung in den USA tätig gewesen, berichtet „Kanal 10“.

In diesem Zusammenhang habe er am 30. Oktober 2017 eine Spende in Höhe von 100.000 Dollar an „Our Soldiers Speak“ überwiesen – etwa 15 Prozent des Budgets der Organisation. Zuvor habe er von der katarischen Regierung 1,5 Milliarden Dollar erhalten, um seine Aktivitäten in den Vereinigten Staaten zu finanzieren. Die Spende stamme also aus diesem Fundus, heisst es weiter.

Den Recherchen zufolge sind seitdem zwei ranghohe israelische Offiziere auf Rechnung der Organisation in die USA geflogen, um Vorträge in Los Angeles und in New York zu halten. Auch andere Militärangehörige und politische Vertreter waren im Auftrag von „Our Soldiers Speak“ unterwegs. Die Armee habe die Herkunft des Geldes nur oberflächlich untersucht, sie sei erst durch den Sender auf die katarische Quelle gestossen. Der Vorfall werde untersucht. „Aber über die Frage hinaus, warum die sich die israelische Armee mit einer Organisation identifiziert, die Gelder von genau dem Staat erhält, der die Hamas finanziert, kommt eine grundsätzlichere Frage auf – warum überhaupt Offiziere der israelischen Armee auf Kosten ausländischer Organisationen für Vorträge ins Ausland fliegen“, merkt „Kanal 10“ an.

Anthony wiederum sagte der „Jewish Week“, er habe nicht gewusst, dass die Spende von der katarischen Regierung kam. Doch nun werde er auch keine Anstalten machen, das Geld zurückzugeben, sondern werde es für die Aufklärung verwenden.

Ein Armeesprecher teilte mit: „Die israelische Armee handelt für die Stärkung der Legitimierung ihrer Aktivität auf internationaler Bühne und befindet sich in diesem Rahmen auch in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen. Die Zusammenarbeit mit diesen Organisationen konzentriert sich auf staatliche Aufklärung und auf die Vorstellung der israelischen Armee in der internationalen Gemeinschaft.“

(INN / Foto: Benjamin Anthony, Facebook)



Kategorien:Politik

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