Löcher am Toten Meer verschlingen Menschen


Jeden Tag ein neues Schluckloch: Das Meer reisst grosse Krater in die Erde. Das ist nicht nur für Touristen bedrohlich.

NAHOST, TOTES MEER,

Das Tote Meer verwandelt sich nach und nach in eine Mondlandschaft: Kurz vor dem jüdischen Fest Pessach, das im April stattfand, riss die Erde auf – mehrere Anwohner fielen in das metertiefe Loch. Die Route 90, die am beliebten Gewässer vorbeiführt, wurde umgeleitet – die beiden öffentlichen Strände geschlossen. Viele Feriengäste machten kehrtum, wollten ihr Leben nicht riskieren, schreibt «Die Welt».

Seit Jahren sinkt der Wasserspiegel: Die Strassen sind übersät mit Schildern, die vor Schlucklöchern warnen. Bis zu 20 Meter Tiefe Krater reihen sich aneinander und mittlerweile kommen jeden Tag neue Löcher dazu. Das Salzwasser weicht zurück, der Salzgehalt wird abgebaut, dafür wird Süsswasser von den Bergen angespült. Daraus entstehen Hohlräume, die dann über der Oberfläche zusammenbrechen.

Grund für den Rückgang des Meeres ist der Eingriff in den Jordan. Der einst mächtige Fluss erinnert heute nur noch an ein Flüsschen – kein Wunder: Rund 98 Prozent des Flusses wird für Haushalte, Landwirtschaft und die Industrie abgezweigt. Wenn es nach der Hydrologin Carmit Ish Shalom geht, «wird im Jahr 2050 nur noch ein kleiner Teich übrig sein».

Das Gewässer ist zehnmal salziger als der Atlantik und lockt damit tausende Wellnessgäste in das Gebiet. Doch durch das riesige Loch, das sich kurz vor dem Fest Pessach öffnete, und die Schliessung der zwei einzigen öffentlichen Strände bleiben die Touristen aus. «Der Tourismus ist die wichtigste Einkommensquelle für die Region, vom einen auf den anderen Tag haben wir so gut wie kein Einkommen mehr», sagt Gundi Schachal, eine deutsche Forscherin. Die Tankstelle und der Kiosk hätten auch schon zugemacht.

Bis jetzt ist noch niemand tödlich verunglückt, Verletzte gab es aber schon einige: Eine Putzfrau fiel mit einem Camping-Wagen in ein Loch – fünf Meter tief. Sie brach sich einige Knochen. Ein Forscher brach ein und musste einen ganzen Tag auf seine Rettung warten. Er hatte bereits mit seinem Leben abgeschlossen und schrieb sein Testament und Abschiedsbriefe an seine Familie auf Klopapier. Nach 14 Stunden konnte er dann gerettet werden.

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(JNS und Agenturen)



Kategorien:Wissenschaft

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