Ein Projekt voller Chancen und Hindernisse


Der alte Flughafen von Eilat: Hier heben bald keine Flugzeuge mehr ab ¦ Foto: Henrik Sendelbach, Wikipedia| CC BY-SA 3.0

Wie „Schandflecke“ ziehen sich die alten Start- und Landebahnen durch Eilat. So befindet es das israelische Wirtschaftsmagazin „Globes“. Der historische Flughafen wurde 1949 nach dem Unabhängigkeitskrieg von der israelischen Luftwaffe erbaut. Nun wird er abgelöst vom neuen Ramon-Flughafen, der sich 16 Kilometer nördlich von Eilat befindet. Dieser ist aufgrund der Entfernung aber nicht so gut zu erreichen. Noch nicht.

Mit der Einmottung des alten Flughafens stehen mitten in der Stadt am Südzipfel Israels 190 Hektar Land zur Verfügung. Es wurde in drei Teile aufgeteilt, einen nördlichen, mittleren und südlichen. Der nördliche soll bald für die Geschäftswelt und die Hightech-Industrie zur Verfügung stehen. Die beiden anderen sind für insgesamt 1.700 Hotel- und 1.920 Wohneinheiten vorgesehen. Auch das umliegende Stadtgebiet könnte einen Wandel durchlaufen. Bisher liessen Bauvorschriften nur zwei- bis dreistöckige Bauwerke in der Einflugschneise zu. Zukünftig dürfen sich dort bis zu sieben Stockwerke in die Höhe schrauben. In anderen Stadtgebieten sogar 15.

Bis die Stadtverwaltung die freien Quadratmeter an den Mann bringt, werden noch ein paar Jahre verstreichen. Für die Übergangsphase reichen die Pläne der Stadt von Festival-Veranstaltungen bis hin zu mobilen Container-Hotels. Das Terminal im Süden wird nicht abgerissen, sondern zu einer Kulturhalle umgestaltet, die treffenderweise „Das Terminal“ getauft werden soll. Wichtig wird vor allem sein, die beiden Stadtteile, die bisher durch den Flughafen voneinander getrennt wurden, mit Querstrassen zu verbinden.

Hotelzimmer werden besonders benötigt, weil die Stadt dank des Flughafens mit mehr Touristen rechnet, sagte die Sachverständige Daniela Paz gegenüber „Globes“. Allerdings sind nicht alle so optimistisch. Den Ramon-Flughafen zu erreichen dauert länger und wird mehr kosten als beim alten. Eilats Bürgermeister Meir Jitzchak Halewi lässt sich dadurch nicht die Laune verderben. Er hofft auf eine Verbindung per Schnellzug zwischen der Stadt und ihrem Flughafen. Damit wird die Fahrt, so seine Hoffnung, nur noch sechs bis sieben Minuten dauern. Mit schnellen Shuttle-Services seien es aber auch nur zwei Minuten mehr.

Viel mehr Sorge bereitet ihm die Schliessung des Sde-Dow-Flughafens in Tel Aviv. Diesen bezeichnet er als die „israelische Busstation“, weil viele Inlandsflüge über ihn laufen. 80 Prozent der Gäste, die zu Konferenzen nach Eilat fliegen, kommen über Sde Dow. Die für das laufende Jahr geplante Schliessung des Drehkreuzes würde das prosperierende und wachsende Eilat „in eine Geisterstadt verwandeln“, warnt Halewi und fügt hinzu: „Ich werde nicht zulassen, dass das geschieht.“ Im Grossraum Tel Aviv wird die Baufläche knapp. Die israelische Regierung möchte das Areal von Sde Dow für die Errichtung von Hotels und tausenden Wohnungen freigeben. Ähnlich wie beim alten Flughafen von Eilat.

 



Kategorien:Wirtschaft

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