Vatikan will angeblich Kontrolle über den Zionsberg


SONY DSCIsrael verhandelt angeblich mit dem Vatikan, der den Jerusalemer Zionsberg beaufsichtigen will. Das berichtet der religiös-zionistisch ausgerichtete Radiosender Arutz Sheva auf seiner Webseite. Demnach gab es ein geheimes Treffen zwischen Vertretern der Jerusalemer Stadtverwaltung, dem Büro des Ministerpräsidenten, dem Tourismusministerium und Offiziellen des Vatikans.

Bei diesem Treffen hat die katholische Delegation angeblich darauf gedrängt, einen mehrere Jahre alten Vorschlag umzusetzen: Dem Vatikan könne die Hoheit über das Gelände übertragen werden.

Der Zionsberg, ein Hügel südwestlich der alten Stadtmauer, ist historisch bedeutsam. Auf ihm liegen die Dormitio-Abtei (Foto), der katholische Friedhof mit dem Grab von Oskar Schindler, sowie der Abendmahlssaal. Auch das Davidsgrab befindet sich auf dem Zionsberg, eine Stätte, an der sich viele jüdische Gläubige zum Gebet treffen. Zudem ist der Berg Zion zu einem Symbol für ganz Jerusalem und für die zionistische Nation geworden. Viele Juden sehen in der Übertragung von Rechten an den Vatikan einen Verzicht auf den jüdischen Anspruch auf ganz Jerusalem.

In einer Stellungnahme zu dem Bericht versicherte die Jerusalemer Stadtverwaltung dann auch rasch, dass sie die zentrale Souveränität über den Zionsberg behalten werde.

Kritiker der aktuellen Vorgänge sind sich da nicht sicher. Sie befürchten, dass Ministerpräsident Netanjahu dem Vatikan Zugeständnisse machen könnte, wenn Papst Franziskus im Mai das Heilige Land besucht. Nach dem Besuch von Papst Paul VI. Im Jahr 1964 war die Strasse auf den Zionsberg bereits in „Papstweg“ umbenannt worden.

Wissenswertes:

Der Zionsberg liegt direkt ausserhalb der historischen Stadtmauern Jerusalems, im Südwesten der Altstadt. Hier befindet sich eine Anzahl von Stätten, die dem Judentum, Christentum und Islam als heilig gelten, darunter ehemalige Kampfplätze, Museen und Friedhöfe. Der jüdischen, christlichen und moslemischen Tradition zufolge befindet sich das Grab König Davids auf dem Zionsberg.

Im Verlauf der Periode des Esten Tempels, die bis zur Eroberung Jerusalems durch die Babylonier im 6. Jahrhundert v. d. Zeit dauerte, stellte der Zionsberg eine wichtigen Teil Jerusalems dar, doch nach der Zerstörung des Tempels und der Rückkehr aus dem Exil blieb der Berg ausserhalb der Befestigungswälle.

Die Stadt wuchs, doch blieb der westliche Hügel, wie der Zionsberg auch genannt wird, bis heute auf der anderen Seite der Mauer, zugänglich aus der Altstadt durch das Zionstor.

Neben dem Grab Davids ist der Berg Standort des Coenaculums sowie der deutschen Dormitio-Abtei, des Holocaust-Zimmers und der Kirche St. Peter in Gallicantu. Auch ein katholischer Friedhof befindet sich hier, auf dem Oskar Schindler begraben liegt.

Aufgrund seiner geographischen Lage diente der  Zionsberg während des israelischen Unabhängigkeitskrieges 1948 als Vorposten der israelischen Armee. Um Verwundete zu evakuieren, wurde vom gegenüber liegenden Hospital eine Seilbahn über das dazwischen liegende Hinnom-Tal gespannt, die 250 Kilo tragen konnte.

Die Fahrt dauerte zwei Minuten. Um nicht entdeckt zu werden, wurde diese Bahn nur nachts benutzt; tagsüber wurde das Seil in das Tal hinabgelassen.

Während der  Zionsberg in den Händen Israels blieb, als die Stadt 19 Jahre lang geteilt war, war den Juden der Zugang zu den Heiligen Stätten in der Altstadt nicht möglich. Während der jüdischen Feiertage stiegen deshalb viele auf das Dach des Grabes von König David, um zu beten und einen Blick auf die Altstadt zu werfen.

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Nahost

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