Israel erlaubt Staatsbürgern erstmals Reisen nach Saudi-Arabien


Skyline von Riad: Israelische Staatsbürger dürfen künftig aus geschäftlichen Interessen und zum Hadsch nach Saudi-Arabien reisen – Foto: Muhaidib, Wikipedia

Es gilt als „historische Premiere“: Für eine Geschäftsreise oder zur Wallfahrt gestattet Israel zum ersten Mal seinen Bürgern das Reisen nach Saudi-Arabien. Beobachter deuten dies als weiteren Schritt bei der Annäherung der Staaten.

Das israelische Innenministerium erlaubt seinen Staatsbürgern im eingeschränkten Rahmen erstmals Reisen nach Saudi-Arabien. Die Einreise werde Israelis nur aus religiösen Gründen wie der Pilgerfahrt nach Mekka oder aus geschäftlichem Interesse gestattet. Das Reisevisum muss zudem von Riad genehmigt werden, erklärte Innenminister Arje Deri am Sonntag laut dem Nachrichtensender „i24News“. Die Einreise aus Geschäftsgründen für Investitionen oder Zusammenkünfte werde nur für bis zu neun Tagen erlaubt. Bislang reisen Israelis, meist muslimischen Glaubens, nur mit Sondererlaubnis oder einem ausländischen Pass ein.

Jedes Jahr reisen Millionen von Muslimen zum Hadsch nach Mekka – Foto: Al Jazeera English, Wikipedia

Annäherung, um Einfluss des Irans einzudämmen

Die Entscheidung stelle eine „historische Premiere“ für die Beziehungen zwischen Israel und Saudi-Arabien dar, heisst es in dem Beitrag. Auch wenn es offiziell kein Friedensabkommen der beiden Länder gibt, so lässt sich in den vergangenen Jahren doch eine wachsende Verbindung zwischen dem jüdischen und dem Golf-Staat erkennen. Hier geht es nicht zuletzt darum, den Einfluss des Iran in der Region einzudämmen.

Ende Oktober unterstützten Saudi-Arabien und fünf weitere Golfstaaten Sanktionen gegen den Iran, die die USA verhängten. Der israelische Aussenminister Israel Katz begrüsste damals die Initiative. Dies sei der richtige Weg, um iranischer Aggression zu begegnen, schrieb der Likud-Politiker auf Twitter.

Zudem spielte erstmals in der Geschichte Mitte Oktober eine saudische Nationalmannschaft auf palästinensisch verwaltetem Boden. Einige sahen darin Unterstützung für die „palästinensische Sache“. Andere werten es als Normalisierung der Beziehungen zu Israel, da die Einreise ausländischer Sportler mit den israelischen Behörden abgestimmt werden muss. (inn / Foto: Wikipedia | CC BY 2.0 )

 



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