Autoren-Archive
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Der Protest erreicht die Wüste
Erneut sind gestern Abend in Israel Zehntausende für eine gerechtere Sozialpolitik auf die Strasse gegangen – dieses Mal allerdings nicht in der Protesthochburg Tel Aviv, sondern in kleineren Städten. Dabei zeigt sich, wie heterogen die Protestbewegung ist – alt und jung, Israelis und Araber. In Beerscheba ziehen an diesem Abend die Beduinen zum Protest. Sie sind israelische Araber, die sich vom israelischen Staat um ihr Land betrogen fühlen. Ein älterer Mann, um die 70, mit einer weissen Kufiya um den Kopf, trägt ein selbst geschriebenes Plakat vor sich her. Darauf steht: „Nein, zum Rassismus.“ Auch hier im Süden geht es also nicht mehr nur um Mieten und Milchpreise.
„Der Negev fordert soziale Gerechtigkeit“, skandieren Jugendliche, Familien und Ehepaare – hier, am nördlichen Rand der gleichnamigen Wüste. Die israelische Sozialbewegung hat den Protest in die Peripherie getragen – so heissen die Städte und Orte, die nicht zum Zentrum Israels gehören. Auf Beerscheba treffe diese Beschreibung ganz gut zu, sagt Judith. „Beerscheba ist Peripherie. Es hat eine schlechte Verkehrsanbindung. Es gibt nur alte Schienen, der Zug braucht eineinhalb Stunden nach Tel Aviv und wechselt sogar einmal die Spur – ungefähr wie im 19. Jahrhundert. Die Regierung hat nichts investiert, um die Stadt zu einem Zentrum zu machen.“ … -
Israel verlegt neue Landminen
Israel verlegt an seiner nordöstlichen Grenze zu Syrien offenbar neue Landminen. Wie das von den Streitkräften des Landes herausgegebene Magazin «Mahaneh» berichtete, sollen damit propalästinensische Demonstranten daran gehindert werden, in die Golanhöhen vorzudringen. Die Massnahme sei Teil der Vorbereitungen auf für September erwartete Protestaktionen, hiess es.
Im Juni hatten israelische Soldaten an der Grenze zu den Golanhöhen das Feuer auf von syrischer Seite kommende Demonstranten eröffnet und mindestens 20 Menschen getötet. In dem Gebiet ausgelegte ältere Minen waren dabei nicht detoniert. Die Golanhöhen stehen seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 unter Israel Sicherheitskontrolle.
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Israels Mittelstand muckt auf
Breite Unzufriedenheit über die Selbstherrlichkeit der Superreichen. Die israelische Mittelklasse protestiert gegen ihre Marginalisierung.
Nachdem sie jahrelang geschwiegen hat und Siedler und orthodoxe Religiöse
finanziell profitiert haben, ist sie sich ihrer Macht bewusst geworden.
Hunderte von kleinen Zelten stehen auf dem begrünten Mittelstreifen des Rothschild Boulevard in Tel Aviv. Seit einem Monat protestiert hier an der ersten Adresse der Stadt Israels unzufriedene Mittelklasse. Tagsüber stehen viele Zelte leer, denn ihre Bewohner gehen ihrer Arbeit nach. Erst am Nachmittag beginnt sich die achattige Allee zu bevölkern. Vornehmlich junge Leute, erfreut über den Erfolg ihres Protests, bilden Diskussionsgruppen, Musikanten haben sich niedergelassen, und Eltern flanieren mit ihren Kindern den Boulevard entlang. Es sind weder Arbeitslose, Obdachlose noch Randexistenzen, die hier demonstrieren,
sondern Studenten, Lehrer, junge Ingenieure, Bankangestellte, Beamte und andere Fachleute. Auf Transparenten beschreiben sie mit einigem Humor ihre Schwierigkeiten. Möglicherweise von der Atmosphäre des «arabischen Frühlings» erfasst, erkannten sie ihre Unzufriedenheit… -
Test weist K.-o.-Tropfen in Drinks nach
Dank einem Verfahren zweier israelischer Wissenschafter können GHB und Ketamin in Getränken nachgewiesen werden. Das Verfahren basiert auf optischen Prinzipien und einem Lichtstrahl.
Zwei Nanowissenschaftler der Tel Aviv University haben einen Drogentester entwickelt, der mit 100-prozentiger Sicherheit Spuren der Partydrogen GHB – auch als K.-o.-Tropfen oder Liquid Ecstasy bekannt – und Ketamin in einem Getränk nachweisen soll. Bisher gab es kein ähnliches Gerät. GHB wird auf Englisch auch als «Date Rape Drug» bezeichnet, da es oft verwendet wird, um Menschen willenlos zu machen, damit sie sich nicht gegen sexuelle Übergriffe wehren können.
Die Droge ist schon nach wenigen Stunden nicht mehr im Körper nachweisbar, was ein Problem darstellen kann: «Angesichts der stetig ansteigenden Fälle von Vergewaltigungen unter Drogeneinfluss ist eine Lösung des Problems dringend nötig», sagt einer der Forscher, Fernando Patolsky. Im Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen wurde der Missbrauch von K.-o.-Tropfen 2010 zu einem der wichtigsten Drogenprobleme weltweit erklärt…. -
Israelische Firma bringt Strassenbeleuchtung in Entwicklungsländer
Die israelische Firma Globe Light and Water Systems (GLW) hat ein eigenständiges Beleuchtungssystem entwickelt, das komplett solarbetrieben ist und jetzt in verschiedenen Entwicklungsländern installiert werden soll.
Die Beleuchtungseinheiten, die „Orion“ genannt werden, benötigen keinen externen Anschluss an das Stromnetz, sondern lediglich Sonnenlicht, Batterien und LED Lampen, um zu leuchten.
Der Vorsitzende von GLW, Zeev Jakoby, erklärte, dass, anders als bei üblichen Strassenlampen, die immer mit gleicher Helligkeit leuchten, bei den „Orion“-Lampen ein Dimmer eingebaut sei, durch den weiter Energie gespart werden kann. Sobald die Sonnenstrahlen auf die Photovoltaikmodule treffen, wird das interne Batteriesystem aufgeladen, das genug Energie produziert, um die Lampen automatisch nach Sonnenuntergang anzuschalten. In den Abendstunden läuft das System mit hundertprozentiger Leuchtkraft, nachts wird es auf 60% reduziert und beim Morgengrauen wieder erhöht. In Gegenden, in denen es nur wenig Sonnenlicht gibt, absorbieren „Photovoltaik-Schirme“ die Sonnenenergie aus verschiedenen Winkeln und Richtungen. -
Wie sagt man „Videoclip“ auf Hebräisch?
Die Akademie für hebräische Sprache erarbeitet einen Wortschatz für die Mediensprache. 300 Begriffe hat sie bereits aufgelistet, darunter solche, die bereits gebräuchlich sind und andere, die von der Akademie kreiert wurden.
Jetzt hat die Akademie Film- und Medienschaffende aufgefordert, Begriffe aus ihrem Bereich beizutragen, die in der Liste noch fehlen und auf eine hebräische Entsprechung warten. Ausserdem wird ein Feedback zu der Frage erbeten, ob die gefundenen Begriffe passend sind und man sich vorstellen kann, dass sie eines Tages in die gesprochene Sprache eingehen werden.
Gefunden sind etwa bereits Begriffe für „Remake“, „Videoclip“ und „Talkshow“, „Frame“, „Gag“ und „Zoom“.
Die offizielle Einführung der neuen hebräischen Wörter ist allerdings ein komplizierter Prozess: Nachdem die Kommission die Reaktionen auf ihre neuen Wortschöpfungen gesammelt hat, wird sie alle neuen Wörter noch einmal diskutieren. Dann wird die Liste zur endgültigen Absegnung der Zentralkommission für neue Wörter der Akademie vorgelegt.
Ob „tachdish“, „klit video“, „tochnit siach“ und „zachkik“ allerdings wirklich einmal in den Sprachgebrauch eingehen werden, wird erst die Realität erweisen. -
ZAHAL verhindert Drogenschmuggel
Soldaten der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) haben am Dienstag einen Versuch verhindert, Drogen über die syrisch-israelische Grenze nach Israel zu schmuggeln. Der Einheit waren zwei verdächtige Gestalten aufgefallen, die versuchten, ein Paket über die Grenze zu werfen.
ZAHAL nahm die beiden fest und entdeckte in dem Paket 10 kg eines verdächtigen Pulvers.
Die Armee unternimmt in dem Gebiet regelmässige Kontrollen, vor allem, um unerlaubtes Eindringen auf israelisches Gebiet zu verhindern. In der für den Golan zuständigen Brigade weist man darauf hin, dass im letzten Jahr ein Anstieg des Drogenschmuggels an der syrischen Grenze verzeichnet worden sei. Im letzten Jahr wurden 50% mehr Drogenschmuggler gefasst als im letzten Jahr.
Die syrische Grenze ist der Hauptumschlagplatz für den Drogenschmuggel im Norden. Aus diesem Grund arbeitet ZAHAL bei ihren Einsätzen intensiv mit der israelischen Polizei zusammen. -
ZAHAL und US-Armee verstärken gemeinsame Manöver
Die US-Armee will ihre Kooperation mit den israelischen Verteidigungsstreitkräften (ZAHAL) ausbauen.
2012 wird eines der grössten Manöver in der Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Staaten stattfinden.
Weitere Übungen sollen auf dem Kommando-Posten der US-Armee in Israel und Kommando-Posten von ZAHAL sowie im Hauptquartier von EUCOM, dem US-Kommando in Europa, in Deutschland stattfinden. -
Fünf Jahre UN-Resolution 1701
Am 11. August 2006 hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Resolution 1701 verabschiedet, die zu dem Waffenstillstand geführt hat, der letztendlich den zweiten Libanonkrieg beendet hat.
Der Konflikt eskalierte am 12. Juli 2006, als Terroristen der Hisbollah Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) angriffen, die auf israelischem Gebiet an der israelisch-libanesischen Grenze patroulierten.
119 Soldaten von ZAHAL und 45 israelische Zivilisten haben ihr Leben während der 34 Tage des Krieges verloren.
Die Resolution 1701 schreibt unter anderem die Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen im Libanon und das Verbot aller bewaffneten Gruppen mit Ausnahme der UNIFIL und der libanesischen Armee südlich des Flusses Litani vor.
Während der letzten fünf Jahre hat die Hisbollah wiederholt die Resolution 1701 verletzt. Die Gruppe führt ständig militante Aktivitäten im Südlibanon durch und hat sich und mit Waffen und Training aus Syrien und dem Iran wiederbewaffnet. -
Netanyahu: „Wir sind jederzeit zu direkten Verhandlungen bereit.“
Wie in den letzten beiden Tagen bereits berichtet, hat Ministerpräsident Binyamin Netanyahu dem arabischen Sender „Al-Arabiya“ ein ausführliches Interview gegeben.
Darin nahm er Stellung zu verschiedenen Themen der Außenpolitik. Im Folgenden Auszüge aus dem Interview:
Gefragt nach seiner Einstellung zum „arabischen Frühling“ erklärte Netanyahu:
„Die grosse Frage ist, wohin der arabische Frühling geht. Wenn er sich in Richtung Demokratie und Reformen bewegt, vielleicht auch in Richtung eines kontrollierten Reformprozesses, von Modernisierung und grösserer Freiheit, die die arabischen Völker verdient haben, dann ist dies gut für Israel. In der arabischen Welt gibt es viele junge Menschen, die sich eine andere Zukunft wünschen. Wenn der arabische Frühling sich aber in Richtung einer Diktatur im iranischen Stil bewegt, wie es leider auch im Libanon geschehen ist, dann ist das schlecht. Es ist schlecht für die Menschen dort, aber auch für den Frieden.
[…] Ich hoffe, wir können eines Tages zusammensitzen, und ich könnte Ihnen sagen, dass Israel nicht mehr die einzige Demokratie im Nahen Osten ist sondern noch viele arabische Demokratien existieren. Ich verstehe, dass dies noch dauern wird und, dass es Rückschläge geben wird. Doch es wäre wunderbar. Nur wenn es echte Demokratien in der arabischen Welt, in arabischen Ländern gäbe, gäbe es auch echten Frieden. Eine echte Demokratie bildet den Willen des Volkes ab, und die meisten Menschen – Araber, Juden, jeder – möchten nicht, dass ihre Söhne und Töchter auf dem Schlachtfeld sterben. Sie wollen Frieden. Daher ist es gut für den Frieden, wenn sich die Demokratie ausbreitet.“