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Jerusalemer Forscher verfolgen Bakterienkommunikation
Wissenschaftler von der Hebräischen Universität Jerusalem haben eine Leitungsbahn gefunden, mittels derer Bakterien miteinander kommunizieren. Diese Entdeckung hat wichtige Implikationen für die Bemühungen zur Eindämmung der Verbreitung von schädlichen Bakterien im Körper.
Wie Prof. Sigal Ben-Yehuda (Bild) vom Institute for Medical Research Israel Canada (IMRIC), die Leiterin der Forschungsgruppe, erklärt, kommunizieren Bakterien in der Natur über die Ausscheidung und Entgegennahme von extrazellulären Signalmolekülen. Diese Kommunikation ermöglicht den Bakterien, komplexe Aufgaben wie den Umgang mit der Antibiotika-Produktion oder die Ausscheidung von Virulenzfaktoren auszuführen.
Ben Yehudas Gruppe hat eine bislang noch nicht charakterisierte Art von Bakterienkommunikation identifiziert, die durch Nanoröhrchen vermittelt wird, die benachbarte Zellen miteinander verbinden. Diese Röhrchen verbinden Bakterien gleicher und unterschiedlicher Art. Durch sie können die Bakterien kleine Moleküle, Proteine und selbst kleine Genelemente (sog. Plasmide) austauschen.
Ein besseres Verständnis der Bildung neuer Nanoröhrchen in der Natur könnte zur Entwicklung neuer Strategien bei der Bekämpfung von pathogenen Bakterien führen, so Ben-Yehuda. -
Sprengstofffund am Kontrollpunkt Tapuach
Israelische Grenzschützer haben am Dienstag am Kontrollpunkt Tapuach südlich der Stadt Nablus im Westjordanland einen palästinensischen Terroristen aufgegriffen, der in seiner Tasche fünf Rohrbomben und drei wurffertige Molotov-Cocktails mit sich führte.
Der Terrorist wurde zum Verhör mitgenommen, und Spezialkräfte brachten die Sprengkörper kontrolliert zur Explosion.
Ebenfalls am Dienstag wurden zwei Busse am Ausgang des Mount-Scopus-Tunnels mit Steinen beworfen. Eine Insassin erlitt dabei leichte Verletzungen und musste sich im Krankenhaus auf dem Skopusberg behandeln lassen. Zudem wurden die Fensterscheiben der Busse beschädigt. -
Peres wird Ehrenbürger von Aschkelon
Falls die israelische Regierung Gebiete im Westjordanland aufgeben sollte, wird es nicht zu einem Bürgerkrieg kommen. Diese Ansicht äusserte Israels Staatspräsident Schimon Peres am Dienstag in Aschkelon vor Journalisten. Die Mittelmeerstadt hatte dem Staatsoberhaupt die Ehrenbürgerwürde verliehen.
Er gehe davon aus, dass die von einer solchen Massnahme betroffenen Siedler dazu bereit wären, die Entscheidung der Mehrheit zu akzeptieren, sagte Peres laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Er räumte jedoch ein, dass solch eine Angelegenheit nicht einfach wäre, da die Siedler dazu neigten, jeden für eine Veränderung ihrer Situation verantwortlich zu machen.
Peres hatte in Aschkelon die Ehrenbürgerwürde der Stadt erhalten. Laut dem Bericht war er der erste nationale Führer, der die Stadt als Entwicklungsgebiet auswählte, das es verdient, von der Regierung unterstützt und gefördert zu werden. Er habe sich massgeblich für den Ausbau des Yachthafens und die Entwicklung des regionalen Tourismus eingesetzt. Zudem habe er den Bürgern moralisch beigestanden, als sie während der israelischen Operation „Gegossenes Blei“ gegen die Hamas im Gazastreifen zum Jahreswechsel 2008/2009 unter palästinensischen Beschuss geraten waren.
Das Staatsoberhaupt stellte sich in der Stadt ausserdem einer Fragerunde mit rund 1.000 Schülern. Dabei betonte es, dass ein Abkommen zwischen Israel und den Palästinensern möglich sei. Die Kluft zwischen beiden Völkern sei nicht so gross, dass sie unüberwindbar sei. Die Differenzen seien eher psychologisch und emotional begründet und weniger territorial. -
Dana International vertritt Israel bei der Eurovision
Dana International, die Grand-Prix-Gewinnerin von 1998, wird Israel auch in diesem Jahr bei dem europäischen Schlagerwettbewerb repräsentieren. Dana setzte sich mit ihrem Song „Ding Dong“ am Dienstagabend gegen neun Kontrahenten durch.
Die Sängerin zeigte sich nach ihrem Sieg höchst erfreut darüber, im Mai zum Grand Prix reisen zu dürfen, der dieses Jahr in Düsseldorf stattfindet: „Ich freue mich wie ein kleines Kind. Israel bei der Eurovision zu vertreten, ist eines der grössten Vergnügen dieser Profession. Es war wichtig für mich, Israel vor allen anderen Orten in Deutschland zu repräsentieren, und ich hoffe, dass ich niemanden enttäuschen werde. Ich danke den Zuschauern dafür, dass sie mich ausgewählt haben.
Israel wird am 12. Mai am zweiten Eurovision-Halbfinale teilnehmen; das Finale findet am 14. Mai statt… -
Livni unter 150 weltbewegenden Frauen
Israels Oppositionsführerin Zippi Livni gehört nach Ansicht des US-Magazins „Newsweek“ zu den 150 Frauen, die „die Welt erschüttern“. Als Begründung wird unter anderem die Unbestechlichkeit der ehemaligen Aussenministerin angeführt.
Die Liste hat „Newsweek“ gemeinsam mit der Online-Zeitung „The Daily Beast“ zusammengestellt. Zu der Kadima-Vorsitzenden heißt es: „Zippi Livni ist eine führende Fürsprecherin einer Zweistaatenlösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt. Sie dient derzeit als Oppositionsführerin in der israelischen Regierung und ist die erste Frau in dieser Rolle. Livni diente davor als Aussenministerin und Mitglied des israelischen Parlaments und hat als israelische Geheimdienstagentin und Anwältin gearbeitet, bevor sie in die Politik ging. Manchmal als ‚Mrs. Clean‘ bezeichnet, hat sie den Ruf eines ungewöhnlichen Niveaus von Integrität und Ehrlichkeit.“
Auch die israelische Feministin Terry Greenblatt wurde in die Liste aufgenommen. Sie erhält Lob für ihre „herausragende Rolle in der israelischen Friedensbewegung“. Unter anderem leitete sie die feministische Friedensorganisation „Bat Schalom“, in der sich jüdische und palästinensische Frauen „für eine gerechte Lösung für den Konflikt einsetzen“… -
Netanyahu: Israelische Armee muss am Jordan bleiben
Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat den israelischen Truppen im Jordantal einen Besuch abgestattet. Anlässlich des internationalen Weltfrauentags würdigte er die Rolle der Frauen in der Armee. Gleichzeitig bekräftigte er, dass es für Israels Sicherheit unerlässlich sei, seine Militärpräsenz am Jordan auch in Zukunft beizubehalten.
„Unsere Grenze ist hier, am Jordan, und unsere Verteidigungslinie ist hier. Wenn diese Linie durchbrochen wird, würde dies bedeuten, dass es möglich wäre, Terroristen und Raketen einzuführen und sie nach Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, Be’er Sheva und ins ganze Land eindringen zu lassen. Unsere Verteidigungslinie beginnt hier, und sie hat keine Alternative. Es gibt keine Alternative für die Verteidigungslinie der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL).
Daher muss ZAHAL in jeder zukünftigen Situation, und ich sage auch: bei jedem zukünftigen Abkommen, hier, d.h. am Jordan verbleiben. Dies ist die Versicherungspolice des Staates Israel. Wenn dies wahr war, bevor die grossen Unruhen den Nahen Osten und die gesamte Region erschüttert haben, ist es heute doppelt wahr. ZAHAL muss entlang des Jordans verbleiben.“
Netanyahu beschrieb die herausragende Stellung von Frauen innerhalb der israelischen Armee als Beispiel für die starke Stellung der Frau in Israel überhaupt. Darin würde sich Israel nicht zuletzt von den ihn umgebenden arabischen Staaten unterscheiden, wo sich Frauen weiterhin in einem rechtlosen Zustand befänden… -
Schweiz – Nach Burka-Debatte: Kommt bald das Kippa-Verbot?
Der Präsident des Israelitischen Gemeindebundes Herbert Winter sorgt sich um die Toleranz. Jeder sollte tragen können, was er möchte, sagt er im az-Interview.
Herr Winter, heute debattiert der Ständerat über ein nationales Verhüllungsverbot im öffentlichen Raum («Burkaverbot»), eine Standesinitiative des Kantons Aargau. Was halten Sie davon?
Herbert Winter: Ich bin gegen ein Burkaverbot, obschon auch ich gerne den Menschen ins Gesicht schaue. Wir leben hierzulande aber in einem liberalen Rechtsstaat, und jeder sollte tragen können, was er möchte. Allerdings soll das Gesicht, wo zum Beispiel von den Behörden verlangt, gezeigt werden. Es ist leider nicht auszuschliessen, dass irgendwann im Zuge dieser Diskussion über religiöse Kleidungsvorschriften auch das Tragen der jüdischen Kopfbedeckung Kippa infrage gestellt wird. Die Tendenz, dass die Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten abgenommen hat, bereit mir grosse Sorgen.
Wissen Sie von Kreisen, in denen ein Kippa-Verbot erwogen wird?
Nein, bisher nicht. Wir Juden hörten aber nach der Annahme der Minarettinitiative problematische Äusserungen von Politikern. Ich erwähne als Beispiele die Forderung, separate Friedhöfe für religiöse Minderheiten zu verbieten, das Thema Schulabsenzen oder Knabenbeschneidungen.
Ist dies eine direkte Folge der Minarettinitiative?
Ich sehe dies als allgemeine Stimmung, ausgelöst durch ein Bewusstsein, das vermeintlich typisch Schweizerische zu betonen und Abweichungen davon nicht zu akzeptieren… -
Rabbiner sind gefragt: Naht das Ende?
Im Zuge der arabischen Aufstände im Nahen Osten blickt Israel besorgt in die Zukunft. Immer häufiger werden nun prominente Rabbiner nach ihrer Sicht der Dinge befragt. Rabbi Chaim Kanievsky schrieb auf dem religiösen Internetportal „Haredim“, es sei wahrscheinlich, dass „jede Ruhelosigkeit Gottes die Ankunft des Messias ankündigen könnte“. Rabbi Michel Yehuda Lefkowitz ist derselben Meinung und fügte hinzu, dass die Aufregung in der Region wahrscheinlich auf Gottes Unzufriedenheit mit der hochmütigen Regierung Israels und der westlichen Staaten zurückzuführen sei. „Zuerst hat Gott Israel mit einem Feuer bestraft. Der Brand auf dem Karmelberg war relativ klein im Gegensatz zu dem was kommen wird. Doch es wurde schnell klar, dass ein Land so stolz und mächtig wie Israel plötzlich Hilfe aus der ganzen Welt benötigte“, so Levkowitz, „aber Israel und seine Verbündeten haben den Aufruf nicht verstanden. Gott lacht sie aus und wartet, ob sie seine Botschaft verstehen werden und weisere Entscheidungen treffen.“
„Warum toben die Heiden und murren die Völker so vergeblich…Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer.“ (Psalm 2:1,4)
Israels orthodoxe Gemeinde stellt eine Minderheit dar, aber aufgrund der aktuellen Geschehnisse haben sogar die säkularen israelischen Medien damit begonnen, die rabbinischen Erklärungen zu verbreiten. -
Zenga Zenga statt Bunga Bunga
Im Internet ist ein Musikclip aufgetaucht, der sich über den libyschen Diktator lustig macht. Das YouTube-Video stammt ausgerechnet aus Israel.
Ein 31-jähriger Israeli namens Noy Alooshe zeichnet für den jüngsten YouTube-Hit verantwortlich. Der Journalist und Musiker, der in Tel Aviv lebt, sah letzte Woche wie Millionen andere Fernsehzuschauer Gaddafis wirre Rede an die Nation. Darin drohte der libyische Diktator den Protestierenden mit blutigen Konsequenzen. «Haus für Haus, Gasse für Gasse» würden die Demonstranten verfolgt. Gaddafi sei komisch angezogen gewesen und habe mit den Armen herumgefuchtelt wie bei einer Trance-Party, sagt Alooshe. Das habe das Zeug zu einem «Klassiker» der elektronischen Tanzmusik.
Alooshe setzte sich einige Stunden vor den Computer und unterlegte die drohenden Worte Gadaffis mit einem populären Song, den der US-Rapper T-Pain mit einem anderen Künstler namens Pitbull veröffentlicht hat. Der Israeli taufte sein Werk «Zenga-Zenga», in Anlehnung an das arabische Wort Zanqa (Gasse), das Gaddafi während seiner Drohrede immer wieder benutzte.
Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte Alooshe seinen Elektro-Hip-Hop-Remix auf YouTube und verbreitete den Link über Twitter und Facebook. Und tatsächlich schlug der Song im arabischen Raum ein wie eine Bombe. Bis am Montagmorgen ist der Clip bereits über 600 000 Mal angeschaut worden. Inzwischen haben unter anderem die französische Nachrichtenagentur AFP und die renommierte New York Times über das Phänomen… -
Netanyahu signalisiert weniger Siedlungsbau
Die Regierung will wenigsten noch die laufenden Bauvorhaben fortsetzen. Israel kann nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu den internationalen Druck wegen des umstrittenen Siedlungsbaus nicht ignorieren. Seine Regierung bemühe sich, wenigsten noch die laufenden Bauvorhaben fortzusetzen, sagte Netanyahu nach israelischen Medienberichten während einer Fraktionssitzung seiner Likud-Partei am Montag in Jerusalem.
Aber das schwierige internationale Umfeld könne nicht ausser Acht gelassen werden, sagte der Regierungschef. Netanyahu erinnerte daran, dass es Israel grosse Anstrengungen gekostet habe, die US-Regierung zu einem Veto im UN-Sicherheitsrat zu bewegen. Die USA hatten vor eineinhalb Wochen eine Verurteilung des israelischen Siedlungsbaus im Weltsicherheitsrat verhindert.