Neue Filme aus Israel


KidonVom 19. bis 28. September 2013 fand das Internationale Film Festival in Haifa statt. Wir haben für Sie eine Auswahl an neuen israelischen Filmen zusammengestellt, die bei diesem Filmfestival präsentiert wurden:

„Kidon“, Regie: Emmanuel Naccache, Israel/France 2013
Darsteller: Tomer Sisley, Sasson Gabay, Raymonde Amsellem, Shai Avivi, Bar Refaeli, Amos Tamam, Haim Znati, Menashe Noy, Elodie Hesme, Kev Adams, Hippolyte Girardot, Lionel Abelanski, 97 Min., Hebr., Franz., Engl. und Arab. (Hebr./Engl. UT)

Kidon ist eine rasante Komödie, die auf einer wahren Begebenheit beruht: Die Story beginnt am 19. Januar 2010, als Mahmoud al Mabhouh tot in seinem Hotelzimmer in Dubai gefunden wird. Die örtliche Polizei beschuldigt sofort den Mossad und veröffentlicht Sicherheitsbänder, die angeblich israelische Agenten bei der Vorbereitung und Durchführung des Mordes zeigen. Die schockierende Geschichte macht Schlagzeilen auf der ganzen Welt – zumal beim Mossad selbst, wo niemand von diesen Agenten oder ihrem Auftrag je gehört hat. Der Mossad findet bald heraus, dass sie nur ein Teil eines Puzzles sind, das französische Diplomaten, russische und iranische Spione und Französisch sprechende Betrüger umfasst. Ein Verwirrspiel, in dem nichts so ist, wie es scheint.

Emmanuel Naccache gab sein Spielfilmdebüt 2008 mit dem Film „Jerusalem –Syndrom“, mit dem er Erfolge auf Festivals auf der ganzen Welt feierte. Naccache hat seitdem „Spider in the web “ für Eran Riklis und „Silent Victory“ für Stijn Coninx geschrieben. Kidon ist sein zweiter Spielfilm.

Der Trailer zum Film:

„Bethlehem“, Regie: Yuval Adler
Darsteller: Shadi Mar’i, Tsahi Halevy, Hitham Omari, 99 Min., Hebr. und Arab., (Hebr./Engl. UT)

Bethlehem erzählt die Geschichte der komplexen Beziehung zwischen Razi, einem israelischen Geheimdienst-Offizier, und seinem palästinensischen Teenager-Informanten Sanfur. Sanfur ist der jüngere Bruder von Ibrahim, einem gesuchten militanten Palästinenser. Razi, entschlossen Ibrahim zu fangen oder zu töten, rekrutierte Sanfur, als er 15 Jahre alt war. Er investiert seine ganze Energie in das Kind und die Entwicklung einer sehr intimen, fast väterlichen Beziehung. Sanfur, der immer im Schatten seines Bruders steht, lebt von Razis Aufmerksamkeit. Mit nun 17 Jahren, ist er hin und her gerissen zwischen Razis Forderungen und der Loyalität zu seinem Bruder. Er führt ein Doppelleben und belügt beide.

Das Drehbuch des Films verfasste Yuval Adler gemeinsam mit Ali Waked. Es basiert auf umfangreichen Recherchen. Yuval Adler studierte Mathematik an der Universität Tel Aviv und promovierte in Philosophie an der Columbia University. Er studierte ausserdem Skulptur und Fotografie und nahm an verschiedenen hochkarätigen Kunstausstellungen in New York City teil, bevor er sich voll und ganz auf das Filmemachen konzentrierte. Bethlehem ist sein erster Spielfilm.

Der Trailer zum Film: www.moviepilot.de/movies/bethlehem/trailer/54681

 

Dieser Film startet ab 9. Januar 2014 in den deutschen Kinos!

„Sweets“, Regie: Joseph Pitchhadze
Darsteller: Makram J Khoury, Shmuel Vilozny, Moni Moshonov, Ezra Kafri, Sarah Adler, Menashe Noy, Michael Sarne, 132 Min., Hebr., Arab., Engl., Russ., Franz. und Dt. (Engl. UT)

Salah, ein israelisch-arabischer Unternehmer hofft, das Leben der Kinder im arabischen Sektor durch die Eröffnung einer neuen Süssigkeiten-Ladenkette zu versüssen. „The Firm“, ein israelisches Unternehmen, geleitet von Klausner, steuert den israelischen Süssigkeiten-Markt und nimmt Salah eine andere Unternehmung, die er auf dem türkischen Kaffee-Markt startet, übel. Klausner sieht in dieser neuen Initiative eine echte Bedrohung und nicht nur im unternehmerischen, sondern auch im kulturellen und politischen Sinn, einen Angriff auf den Zionismus an sich.
Unter dem Deckmantel eines Kampfes zwischen Unternehmen offenbart die Geschichte moralische Dilemmata und kulturelle Unterschiede. Salahs russische Frau, sein französischer Schwager, sein deutscher Partner und die französische Liebhaberin des deutschen Partners, machen deutlich, dass der Kampf nicht in einem Vakuum stattfindet, sondern in einer komplexen multinationalen Realität.

Joseph Pitchhadze, Filmemacher, Drehbuchautor und Produzent, ist auch Dozent in der Abteilung Film und Fernsehen an der Universität von Tel Aviv. Bisherige Filme: „Under Western Eyes“ (Gewinner Preis der Ökumenischen Jury bei der Berlinale und dem Wolgin Award auf dem Jerusalem Film Festival) und „Besame Mucho“ (Gewinner Wolgin Award beim Jerusalem Film Festival).

„Hanna’s Journey – Hannas Reise“, Regie: Julia von Heinz, Deutschland/Israel 2013
Darsteller: Karoline Schuch, Doron Amit, Lia Koenig, Max Mauff, Lore Richter, Sigalit Fuchs, Trystan Putter, Suzanne Von Borsody, Daniel Shimshoni, Tzahi Hanan, 99 Min., Dt., Engl. und Hebr. (Hebr. und  Engl. UT)

Für Hanna ist die Geschichte des Holocaust, ausserhalb des Klassenzimmers, nicht mehr relevant. Ihre Gründe nach Israel zu reisen, sind egoistischer Natur: ein paar Monate in Israel zu arbeiten täten ihrem Lebenslauf gut und befördern ihre Karriere. Itay, ein Sozialarbeiter, den Hanna auf der Arbeit kennenlernt, schockt sie mit „Witzen“ und zynische Kommentaren über die deutsche Geschichte, während er gleichzeitig offenkundig mit ihr flirtet. Hanna mag die Witze gar nicht und ist der Ansicht, dass sie nichts mit ihr zu tun haben. Sie findet es für sich einfacher, das Thema zu meiden, so wie sie es von ihrer Familie her kennt. Aber im Laufe der Zeit interessiert sie sich mehr und mehr für die Geschichte ihrer Familie.

Julia von Heinz wurde 1976 in Berlin geboren. Sie studierte Kinematografie und arbeitete als Assistent von Professor Rosa von Praunheim an der Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg. Im Jahr 2007 gründete sie die Von Heinz Kings & Queens Filmproduktion mit John Quester. Ihre preisgekrönten Filme wurden auf internationalen Festivals gezeigt. Filmographie: Rosakinder (2013, eine Folge), Hanni & Nanni 2 (2011), Standesgemäss (2008, Dokumentarfilm), Was am Ende zählt (2007)

Dieser Film startet ab 23. Januar 2014 in den deutschen Kinos!

„Magic Men“, Regie: Guy Nattiv, Erez Tadmor, Israel 2013, 100 Min., Hebr., Engl. und Gr. (Engl. UT)

Ein 78 -jähriger griechischer Holocaust-Überlebender und sein chassidischer Sohn, der ein Rapper ist, haben sich seit vielen Jahren entfremdet. Gemeinsam begeben sich nun auf eine Reise nach Griechenland, auf der Suche nach einem alten Zauberer, der einst das Leben des Vaters im Zweiten Weltkrieg gerettet hat. Die Reise führt sie zu absurden Begegnungen, und es kommt schliesslich zu einer endgültigen Konfrontation zwischen Vater und Sohn.

Erez Tadmor und Guy Nattiv sind Absolventen der Abteilung Film und Fernsehen an der Camera Obscura School of Arts. Ihre Kurzfilme „Strangers“ (2007) und „Offside“ (2006) gewannen Preise auf internationalen Festivals, darunter den Preis für den besten Kurzfilm beim Sundance Film Festival für „Strangers“. Filmographie (Tadmor): Strangers (2007), Big Story (2009), Filmographie ( Nattiv ): Strangers ( 2007), Mabul (2010).

Der Trailer zum Film: www.vimeo.com/67921199

Funeral at Noon“, Regie: Adam Sanderson, Israel 2013
Darsteller: Hilla Vidor, Yuval Yanai, Matan Aberbach, Meirav Gruber, Adriano Jauvel, 82 Min., Hebr. (Engl. UT)

Hagar Erlich hat Schwierigkeiten, sich an das Leben des Dorfes, in dem sie wohnt, anzupassen. Sie ist nicht in der Lage, ihren Platz in der Gemeinschaft zu finden oder eine funktionierende Ehe zu führen. Als sie gezwungen ist, auf Yiftach, den zehnjährigen Sohn ihrer Nachbarin aufzupassen, findet Hagar in dem sensiblen Jungen einen Freund und beschliesst, ihm ein geheimes Versteck zu zeigen. Dort, zwischen den Ruinen eines verwunschenen, verlassenen Dorfes, gibt es einen Soldaten, dem sie seit einiger Zeit folgt. Yiftach gefangen in Hadars magischem Spiel, hilft ihr, mit dem Soldaten in Kontakt zu kommen. Durch dieses gemeinsame Geheimnis lernt Hagar sich besser kennen, gerät jedoch auch in den Schatten einer grossen Tragödie.

Adam Sanderson begann im Alter von neun Jahren Filme zu machen: Er nutzte eine Videokamera, die sein Vater gekauft hatte. Durch den Erfolg eines Musikvideos, das er für eine Hip Hop Gruppe drehte, machte er Karriere durch das Drehen von Musikvideos, Promos und Anzeigen. Er gründete das Pavian-Projekt, eine Gruppe von fünf unabhängigen Filmemachern. Filmographie: „Dies ist Sodom“ (2010).

Der Trailer zum Film:


„A Strange Course of Events“, Regie: Raphael Nadjari, Israel 2013
Darsteller: Ori Pfeffer, Moni Moshonov, Michaela Eshet, 98 Min., Hebr. (Engl. UT)

Nach fünf Jahren Fernbleiben, entscheidet sich der geschiedene Saul seinen Vater Shimon in Haifa zu besuchen, den er für alle seine Probleme verantwortlich macht. Shimon und seine neue Partnerin Betty beschliessen, ihn durch Kunsttherapie von seinem Leiden zu heilen. Und obwohl es sich für Saul anfangs anfühlt, als hätte er die Hölle betreten, macht er tatsächlich Fortschritte.

Filmographie: „A History of Israeli Cinema (2009), „Tehilim (2007), „Avanim (2004 ), „Apartment # 5C (2002), „I am Josh Polonski’s Brother (2001), „The Shade (1999)

„Orange People”, Regie: Hanna Azoulay Hasfari, Israel/Marokko 2013
Darsteller: Rita Shukrun, Esti Yerushalmi, Hanna Azoulay Hasfari, Yoram Toledano, Meytal Gal Suisa, 94 Min., Hebr. und Marok. (Engl. UT)

Seit vielen Jahren hat Oma Zohara eine besondere Rolle innerhalb der marokkanischen Gemeinschaft in Israel inne. Durch Berührung eines Objektes, das sie von ihren Kunden bekommt, erhält sie träumerisch Zugang zu der Vergangenheit der Familien. Durch diese Beobachtungen, die sie in ihren Träumen macht, kann sie Familien bei ihren Entscheidungen beraten. Doch Oma Zohara wird alt und ihre Kraft lässt nach. Auf der Suche nach einer Nachfolgerin, entdeckt sie, dass die einzige Person, die auch diese besondere Fähigkeit geerbt hat, ihre Tochter Simone ist. Simone hat jedoch ganz andere Vorstellungen für ihre Zukunft und weigert sich, in die Fussstapfen ihrer Mutter zu treten. Mit der Unterstützung ihrer Schwester Fanny, die unerwartet aus Paris kommt, sammelt Simone die Kraft, ihre eigenen Träume zu verfolgen. Gemeinsam führen die beiden Schwestern einen Kampf für die Unabhängigkeit.

Hanna Azoulay Hasfari ist Schauspielerin, Dramatikerin, Drehbuchautorin, soziale Aktivistin und Künstlerin. Dies ist ihr Regiedebüt.

(Foto: Filmstill Kidon © FilmsDistribution)



Kategorien:Kultur

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