Panzerabwehrrakete trifft Militärjeep: Zwei Tote und fünf Verletzte


.Zwei Tote und fünf Verletzte israelische Soldaten nachdem ihr Geländewagen in der Nähe der libanesischen Grenze von einer Panzerabwehr-Rakete aus dem Libanon getroffen wurde. Das Militärfahrzeug ging in Flammen auf. Gleichzeitig wurden israelische Armeestellungen vom Libanon aus mit Granaten beschossen. Anwohner in der Region berichteten von lauten Explosionen. Arabische Medien meldeten, Israel habe mit heftigem Artilleriefeuer auf den Südlibanon reagiert.

Libanesische Medien berichten, durch das israelische Artilleriefeuer sei im Libanon ein UN-Blauhelmsoldat aus Spanien ums Leben gekommen.

Das Militär riegelte alle Zufahrtsstrassen zu den Golanhöhen ab. Die Flugplätze in Rosh Pina und Haifa wurden geschlossen. Die Bewohner entlang der Nordgrenze sollen vorläufig in ihren Häusern bleiben. Sämtliche Nationalparks im Norden wurden ebenfalls geschlossen. In Kfar Rajar, auf der israelischen Seite der Grenze, wurde ein Haus durch den Einschlag einer Granate beschädigt.

Die Lage im Norden Israels, im Grenzgebiet zum Libanon und zu Syrien, ist seit Tagen angespannt. Die israelische Luftwaffe hatte in der Nacht zum Mittwoch syrische Militärstellungen in der Nähe von Kuneitra angegriffen. Es handelte sich dabei um eine Reaktion auf einen Angriff mit Raketen, die am Dienstag auf den israelischen Teil der Golanhöhen abgefeuert worden waren.

Israelische Streitkräfte suchten am Mittwoch entlang der libanesischen Grenze nach möglichen Eindringlingen. Anwohner hatten von auffälligen Geräuschen und Vibrationen berichtet, die durch das Graben von Tunneln entstanden sein könnten. Die Israelis befürchten, die Hisbollah könne – nach dem Vorbild der Hamas – aus dem Untergrund angreifen.

Bei dem nächtlichen Angriff der israelischen Luftwaffe wurde offenbar niemand verletzt. Israel habe bewusst zurückhaltend und vorsichtig reagiert, um den Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen, hiess es.

Der Angriff galt einem Aussenposten der syrischen Armee (90. Brigade). Israel machte damit dem Assad-Regime deutlich, dass es seine letzten Stellungen auf dem Golan verlieren könnte, wenn die mit Assad verbündete Hisbollah nicht aufhöre, Israel von dort aus anzugreifen.

Nach neuen Informationen waren am Dienstag insgesamt vier Flugkörper auf israelisches Gebiet abgefeuert worden. Der Abschussort lag sieben Kilometer hinter der syrisch-israelischen Grenze. Es handelte sich um 107-Millimeter-Geschosse, die von mobilen Abschussrampen aus abgefeuert werden können.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte die Hisbollah und den mit der Terrormiliz verbündeten Iran: „Wer mit dem Feuer spielt, wird sich verbrennen.“ An die Angreifer aus dem Libanon gewandt meinte der Regierungschef, er empfehle ihnen einen Blick nach Gaza: „Dort hat die Hamas den schwersten Schlag ihrer Geschichte erhalten, und unsere Armee ist darauf vorbereitet, an jeder Front zu kämpfen.“

Die iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete, Teheran habe über diplomatische Kanäle die USA wissen lassen, dass Israel „eine rote Linie überschritten hat und das Zionistenregime die Konsequenzen tragen muss.“ Bei einem Luftangriff, der israelischen Kampfdrohnen zugeschrieben wird, waren in der Vorwoche sechs Hisbollah-Kämpfer und sechs Iraner, darunter ein General, getötet worden.

Die angespannte Lage im Norden hat finanzielle Folgen für Israel: Das Verlegen zahlreicher Einheiten ins Krisengebiet (Foto), Hunderte von zusätzlichen Flugstunden für Kampfjets und Hubschrauber verschlingen täglich Hunderttausende Euro. Die Hisbollah-Raketen haben Skifahrer und Wanderer von den Golanhöhen vertrieben, die Verluste für den Tourismusbetrieb sind erheblich.

In einem Punkt sind sich die Militärexperten weitgehend einig: Der Raketenangriff vom Dienstag und der heutige Angriff auf die israelischen Soldaten waren nicht das Ende, sondern der Anfang der angekündigten „Vergeltungsmassnahmen“ der Hisbollah und ihrer Verbündeten. (ih)



Kategorien:Sicherheit

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