Franzosen ziehen sich aus Jerusalemer Seilbahn-Projekt zurück


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„SAFEGE“ baute diese Versuchsstrecke im französischen Châteauneuf-sur-Loire. (Foto: jhm0248 | flickr | CC BY-SA 2.0)

Eine französische Firma wird sich aus politischen Gründen nicht weiter am Bau der geplanten Schwebebahn in Jerusalem beteiligen. Das Unternehmen hat damit auf diplomatischen Druck der Palästinenser reagiert.

Jerusalems amtierender Bürgermeister, Nir Barkat, kündigte im Wahlkampf 2013 den Bau einer Drahtseilbahn an, die Westjerusalem, die Altstadt und den Ölberg miteinander verbinden soll. Stationen sind geplant in der Nähe des alten Bahnhofs in der „Deutschen Kolonie“, ausserhalb der Altstadt am „Dungtor“ sowie auf dem Ölberg in der Nähe des „Seven Arches“-Hotels. Ausserdem ist eine mögliche Erweiterung in den Garten Gethsemane vorgesehen. Mit der Bahn erhofft sich die Stadtverwaltung, den Strassenverkehr in den betroffenen Stadtteilen zu reduzieren.

Aus Angst vor den vorhersehbaren Kontroversen um die Beteiligung an der umstrittenen Nahverkehrsverbindung, die West- und Ostjerusalem miteinander verbinden soll, zog sich das französische Designbüro „SAFEGE“ nun aus dem Projekt zurück. Das Unternehmen wolle so „jegliche politische Interpretation vermeiden“, erklärte ein Sprecher von „Suez Environnement“, dem französischen Mutterkonzern von „SAFEGE“, gegenüber der französischen Tageszeitung „Figaro“.

Dem Rückzug war laut „Figaro“ ein Brief des palästinensischen Chefunterhändlers Saeb Erekat an den französischen Aussenminister Laurent Fabius am 10. März vorausgegangen. In dem Schreiben, das auch im Internet veröffentlicht wurde, kritisiert Erekat das Bauvorhaben als Verstoss gegen internationales Recht. Für dessen Realisierung seien „illegale Enteignungen palästinensischer Ländereien“ unausweichlich. In dem Projekt sieht Erekat ein „Instrument der israelischen Siedlungspolitik in Ostjerusalem“, um die „Judaisierung“ der Stadt voranzutreiben.

Einige Tage später hätten das Aussen- und das Wirtschaftsministerium Frankreichs „SAFEGE“ mit Nachdruck von jeglicher Beteiligung an dem Projekt abgeraten, welches juristische Komplikationen nach sich ziehen könne, wie der „Figaro“ berichtet. Gegen das Prestigevorhaben des Jerusalemer Bürgermeisters Barkat hatten Umweltschützer, pro-palästinensische Organisationen sowie ultraorthodoxe Juden heftigen Widerstand geleistet.

2007 hatte eine pro-palästinensische Organisation die französischen Unternehmen „Alstom“ und „Veolia“ wegen deren Beteiligung beim Bau der Jerusalemer Stadtbahn verklagt. (inn)



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