Megazuschuss an die arabische Gesellschaft


aaa_mDie israelische Regierung genehmigte gestern den Plan, der arabischen Bevölkerung Israels mit einem Zuschuss von 3,5 Mrd. Euro entgegenzukommen. Damit sollen die Ungleichheiten zwischen der jüdischen und arabischen Bevölkerung in Israel verringert werden. Israels arabische Staatsbürger zählen 20 % (1,7 Mio.) der Gesamtbevölkerung im Land. „Das ist ein wichtiger und historischer Schritt, womit wir endlich die Differenzen in der sozialen Ungleichheit in Israel verkleinern“, erklärte die Ministerin Gila Gamliel. „Dieser Plan ist eine dramatische Entscheidung, denn erstmals hat eine Regierung beschlossen, der arabischen Bevölkerung ihren relativen Anteil des Jahresetats zu geben.“ Diesen Plan verabschiedete eine rechtsorientierte Regierung und keine linke Regierungskoalition.

Über die Jahre hinweg wurde Israels Regierungen immer wieder vorgeworfen, dass sich der Staat nicht gleichermassen um die arabischen Ortschaften im Land kümmert, wie er es innerhalb der jüdischen Bevölkerung tut. Es stimmt, dass die arabischen Städte und Dörfer oft ungepflegter aussehen als die jüdischen. Dafür haben die arabischen Politiker den Staat Israel verantwortlich gemacht, wohingegen Israel immer wieder betonte, dass auf der arabischen Seite oft keine fähigen Ansprechpartner vorhanden waren, auf die sich die arabische Gesellschaft selbst einigen konnte. Darüber hinaus spielen auch die arabische Mentalität und Kultur eine Rolle, welche ein Hindernis für die arabische Gesellschaft darstellen, mit dem israelischen Entwicklungssystem Schritt zu halten. Beispielsweise im Wohnungsbau, wo in der jüdischen Gesellschaft aus Platzgründen in die Höhe gebaut wird. In der arabischen Bevölkerung findet dies wenig Anklang, weil ihre kulturellen Grundsätze auf Grundstücke und Landbesitz um die Häuser bestehen. Solche und andere Differenzen trugen oftmals dazu bei, dass neue Infrastrukturen in den arabischen Ortschaften stagnierten. Des Weiteren wirft auch der israelisch-palästinensische Konflikt seinen Schatten auf die Beziehungen zwischen Juden und Arabern. Politische Spannungen, besonders in Zeiten von Aufständen, Intifada und Kriegen, werden immer ein Hindernis zwischen Juden und Araber darstellen. Aber trotz aller Kritik gegen die israelische Regierung, weiss der arabische Bürger, dass sein Leben in Israel sicherer und besser ist als in den Israel umgebenden arabischen Ländern.

Ab 2016 möchte nun die israelische Regierung in Wohnungsbau, Infrastruktur und öffentliche Verkehrssysteme innerhalb der arabischen Gesellschaft investieren. Auch im Erziehungsbereich in den Schulen und auf akademischer Ebene existiert ein Regierungsplan zur Unterstützung der arabischen Bevölkerung Israels. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation mit Repräsentanten der arabischen Bevölkerung. „Dass die Regierung in die arabische Gesellschaft investiert, ist ein Zeichen, dass sie etwas ändern möchte“, sagte der arabische Lehrer Walid Machmid (33) aus Haifa Israel Heute gegenüber. „Beide Seiten, Araber und Juden, müssen alles geben, um diesen Plan erfolgreich umzusetzen.“

Der israelische Staatspräsident Ruben Rivlin begrüsste diese Entscheidung und sagte: „Ich segne die Regierung für diesen mutigen Schritt und hoffe, dass so die Differenzen zwischen den Bevölkerungen verringert werden.“ Auch hofft Rivlin, dass dadurch das Misstrauen zwischen den beiden Völkern verschwindet. Es ist kein Geheimnis, das gegenseitiges Misstrauen auf Grund des Konfliktes zwischen Juden und Arabern vieles in der israelischen Gesellschaft zwischen den Völkern unmöglich macht und erschwert. Der arabische Parteichef Aiman Uda lobte diesen Plan und betonte, dass dies die Früchte einer intensiven Zusammenarbeit seiner Partei mit der Regierung seien. In der arabischen Bevölkerung sind skeptische als auch überzeugte Stimmen zu hören. Abed Kna´ana aus der arabischen Organisation Sikui (Chance) sieht in dieser Entscheidung einen Tag der Hoffnung. „Das ist ein fröhlicher Tag für Juden und Araber, die als gleichberechtigte Bürger in Israel zusammenleben wollen.“ (ih)

 



Kategorien:Politik

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