Miss Irak in Jerusalem begeistert empfangen


Die schönste Frau des Irak machte bereits im November auf sich aufmerksam: Beim Wettbewerb um die Krone der Miss Universe posierte Sarah Idan gemeinsam mit Miss Israel, Adar Gandelsman. Da sie das Bild auf Instagram veröffentlichte, zog sie in ihrer Heimat viel Kritik auf sich. Nun hat sie Israel besucht – und sich in Jerusalem mit ihrer israelischen Gesinnungsgenossin getroffen.

„Es fühlte sich seltsam an – die Leute sehen aus wie meine Leute“, sagte Idan in einem Beitrag des Fernsehsenders „Hadaschot“, der am Dienstag ausgestrahlt wurde. „Und die Stadt sieht aus wie Damaskus, wie Syrien, und ich war dort gewesen, also war für mich alles vertraut.“ Auf dem Mahane-Jehuda-Markt speiste sie im irakisch-jüdischen Restaurant „Asura“ und traf Israelis irakischer Abstammung. Viele begrüssten sie begeistert, einige bewunderten ihren Mut. Denn aufgrund des Fotos mit der Israelin hatte ihre Familie den Irak verlassen müssen, die 26-Jährige selbst lebt in den USA.

Die Einladung nach Israel hatte das „American Jewish Committee“ ausgesprochen. Idan sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, Iraker und Israelis seien keine Feinde. „Ich denke, vielleicht sind die Regierungen gegenseitige Feinde. Aber es gibt viele Iraker, die kein Problem mit Israel oder dem jüdischen Volk haben. Viele Iraker sind auf meiner Seite, und ich glaube, sie freuen sich, dass ich hier bin.“

Mit Gandelsman traf sie sich in einem Hotel – und stellte anschliessend erneut Bilder ins Netz. Dort sprach sie von einer „Wiedervereinigung von Schwestern“. Sie habe immer gehofft, ihr wieder zu begegnen, sagte sie der Israelin. Aber sie habe vermutet, dass es in Los Angeles sein würde und nicht in Jerusalem.

Die Irakerin äusserte sich auch zu den Ereignissen nach dem Miss-Universe-Wettbewerb: „Ich dachte nicht, dass es so explodieren würde, als ich dieses Bild machte. Ich habe viele Jahre in den USA gelebt, ich habe viele Freunde, die jüdisch oder israelisch sind. Ich denke von Leuten nicht so.“ In den Irak wolle sie erst wieder fahren, wenn er bessere Beziehungen zu Israel habe. „Das ist ein Preis, den ich bezahlt habe, und auch meine Familie, da sie gezwungen wurden, das Land zu verlassen.“

Der Sprecher von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu für die arabische Welt, Ofir Gendelman, lobte Idans Besuch auf Twitter in englischer und arabischer Sprache. „Freundliche Beziehungen zwischen Israelis und Arabern werden definitiv helfen, ein besseres Morgen für uns alle im Nahen Osten einzuleiten“, schrieb er. Die Tageszeitung „Jerusalem Post“ indes merkt an: „Weder Idan noch Gandelsman haben beim Miss-Universe-Wettbewerb letztes Jahr eine Platzierung erreicht, aber es ist klar, dass sie etwas völlig anderes gewonnen haben.“ (INN)



Kategorien:Gesellschaft

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