Israelische Mondlandung für Februar geplant


So sieht das Raumfahrzeug aus, das israelische Wissenschaftler Mitte Dezember zum Mond schicken wollen. Foto: SpaceIL

Mit einem Raumfahrzeug auf dem Mond landen: Diesen Traum will sich die israelische Firma „SpaceIL“ erfüllen. Zusammen mit der Israelischen Luftfahrtindustrie hat die Firma am Dienstag ihre Pläne erläutert, die zukünftige israelische Wissenschaftler in ihrer Vorstellungskraft beflügeln sollen.

Das unbemannte Raumfahrzeug wird laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ im November in die Vereinigten Staaten von Amerika gebracht und dort Mitte Dezember ins Weltall gestartet. Der berechnete Landetermin auf dem Mond soll der 13. Februar 2019 sein. Wenn die Mission erfolgreich ist, wäre Israel damit nach den USA, der ehemaligen Sowjetunion und China die vierte Nation weltweit, der das gelänge.

Flaggenhissung geplant

Das Fahrzeug, das vier Karbon-Fiberglas-Beine besitzt, hat die Form eines runden Tisches. Ins All gebracht wird es mit Hilfe einer SpaceX’S-Falkon-9-Rakete vom Startgelände Cape Canaveral in Florida. Das Fahrzeug sammelt, sobald es gelandet ist, Daten und Fotos vom Mond für das israelische Weizmann-Institut.

„Wir werden die israelische Flagge auf den Mond setzen“, sagt der Chef von SpaceIL, Ido Anteby. „Es ist ein kleines, intelligentes Raumfahrzeug mit zwei Metern Durchmesser. Es ist eineinhalb Meter hoch und 600 Kilogramm schwer.“ Die Flugzeit bis zum Mond wird länger dauern als bei anderen Projekten, weil das Raumfahrzeug bei einer Höhe von 60.000 Kilometern von der Rakete abgekoppelt wird, um Treibstoff zu sparen. Es soll in einem elliptischen Orbit um die Erde kreisen, bis es den Mond erreicht.

Milliardär zahlt Großteil der 81 Millionen Euro

Wenn es auf dem Mond gelandet ist, soll das Fahrzeug komplett autonom arbeiten. Als erster Arbeitsschritt ist das Hissen der israelischen Flagge geplant. Die Firma „SpaceIL“, die inzwischen in Tel Aviv beheimatet ist, wurde 2011 von den drei Technikern Jariv Basch, Kfir Damari und Jonatan Weintraub gegründet. Diese nahmen an dem weltweiten Wettbewerb Lunar Xprize der amerikanischen Firma Google teil.

Da aber keine der Firmen die Zeitgrenzen des Wettbewerbs einhalten konnte, wurden die umgerechnet 17 Millionen Euro Preisgeld nicht ausgeschüttet. Das israelische Team konnte sich aber glücklich schätzen, dass der südafrikanisch-israelische Milliardär Morris Kahn das Projekt finanziell weiter unterstützte. Ein Großteil der 81 Millionen Euro bezahlte er und wurde auch Präsident von „SpaceIL“. Er wünscht sich, dass das Projekt zukünftige israelische Wissenschaftler bei ihrer Arbeit inspirieren wird. (INN)



Kategorien:Wissenschaft

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