USA erlauben US-israelischem Spion Jonathan Pollard die Ausreise


Jonathan Pollard nach seiner Freilassung 2015 – GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Der wegen Spionage für Israel jahrzehntelang in den USA inhaftierte Spion Jonathan Pollard darf die Vereinigten Staaten verlassen.

Eine nach Pollards Haftentlassung 2015 geltende fünfjährige Ausreisesperre lief am Freitag aus, wie das US-Justizministerium mitteilte. Pollards Anwälte zeigten sich «dankbar und erfreut» darüber, dass ihr Mandant nun «in jeder Hinsicht ein freier Mann» sei. Der 66-Jährige werde zu seiner Frau nach Israel ziehen, die den Angaben zufolge an einer Krebserkrankung leidet.

Pollard lies über seine Anwälte mitteilen, dass er die langjährige Haftstrafe vor allem durch die Unterstützung seiner Frau durchgestanden habe. Er dankte auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und dem israelischen Botschafter in den USA, Ron Dermer, für deren Unterstützung.

Die Bewährungsauflagen waren nicht verlängert worden, weil eine dafür zuständige Kommission zu dem Schluss gekommen war, dass es bei Pollard kein grosses Risiko künftiger Gesetzesverstösse gebe.

Der einstige Analyst beim Geheimdienst der US-Kriegsmarine war 1985 festgenommen worden, weil er den israelischen Geheimdiensten tausende geheime US-Dokumente zugespielt hatte. Dafür hatte Pollard umgerechnet zehntausende Euro von Israel erhalten. Der Fall sorgte für erhebliche Verstimmungen im Verhältnis der verbündeten Staaten und brachte die israelische Regierung in grosse Verlegenheit.

Der aus einer jüdischen Familie in Texas stammende Pollard wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. 2015 kam er nach 30 Jahren Haft unter strikten Auflagen aus dem Gefängnis frei und wurde unter anderem mit einer fünfjährigen Ausreisesperre belegt. Seine Anwälte bezeichneten die Beschränkungen als «unüberwindbare Hindernisse» für ihren Mandanten, sich einen Lebensunterhalt zu verdienen.

Die israelische Regierung hatte sich in der Vergangenheit mehrfach dafür eingesetzt, dass Pollard ausreisen darf. In Israel gilt der ehemalige Spion als Held, 1995 erhielt er die israelische Staatsbürgerschaft.

Die US-Justiz hatte Medienberichten zufolge jedoch darauf geachtet, dass Pollards Strafmass eingehalten werde. Nach einem Bericht der New York Times hatte der ehemalige CIA-Chef George Tenet dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton 1998 mit seinem Rücktritt gedroht, falls dieser dem Druck Israels nachgebe und Pollard begnadige.

Wenn Israel «klug» sei, werde es die Ankunft Pollards zurückhaltend feiern, schrieb der ehemalige CIA-Mitarbeiter Marc Polymeropoulos im Kurzbotschaftendienst Twitter. «Es wäre verdammt ärgerlich, wenn dieser Verräter in Tel Aviv als Held feierlich willkommen geheissen wird», fügte er hinzu. Diese Worte aus dem Mund eines angeblichen Verbündeten, Freund uns Partner Israels zu hören ist eine Schande. Es zeigt aber ganz deutlich, wie fest der Antisemitismus in der Politik, in den Behörden und in einem Grossteil der Bevölkerung der USA verwurzelt ist. So ist uns doch lieber ein echter Feind wie ein falscher Freund, in dem Fall USA.

(JNS und Agenturen)



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