Epstein, Barak und die Wexner Foundation


Der ehemalige Premierminister ist in einen Skandal verwickelt, der einmal mehr aufzeigt, wie progressive ausländische Agenten in Israel hinter den Kulissen versuchen, die Fäden zu ziehen.

Israels ehemaliger Premierminister Ehud Barak beteuert, seine Verbindung zu Jeffrey Epstein seien lediglich geschäftsbedingt gewesen. Lasst uns Barak einfach mal im Zweifelsfall für unschuldig halten und davon ausgehen, dass er wirklich nicht an einer von Epsteins Orgien teilgenommen hat und dass er davon ausging, Epsteins Verurteilung im Jahr 2007 wegen bestimmter Sexualdelikte sei nur geringfügiger Natur gewesen. Immerhin war es ja kein geringerer als der ehemalige Arbeitsminister Alexander Acosta gewesen, der den fragwürdigen Deal unterschrieben hatte, der Epstein für 13 Monate hinter Gitter brachte. Und waren unter Epsteins Freunden, um nur ein paar zu nennen, nicht auch Donald Trump, Bill Clinton und Prinz Andrew? Sind jene durch ihre Verbindung zu Epstein nun etwa auch schuldig?

Es gibt etliche Israelis, von denen die meisten rechtsgerichtet sind, die ihre Aufmerksamkeit nun darauf lenken, Baraks moralischen Charakter zu attackieren. Barak, der Vorsitzende der neuen linksgerichteten Partei „Demokratisches Israel“, bleibt jedoch standhaft und hat sogar angedroht, den Daily Mirror zu verklagen, jenes Blatt, das ihm unterstellt hat, er habe an Epsteins Partys teilgenommen.

Den Populisten unter Baraks Gegnern kommt die Epstein Affaire wie gelegen, ist es doch die Art Klatsch und Tratsch, die schon danach schreit, breitgetreten zu werden, um Baraks Chancen bei den kommenden Wahlen im September zu mindern. Jene, die weniger an dem Tratsch interessiert sind, versuchen nun, die Beziehung zwischen Barak, Epstein und der Wexner Foundation (dt.: Stiftung) zu verstehen. Diese Dreierverbindung wurde schon vor einigen Jahren bekannt, und zwar durch die Haaretz-Journalisten Tomer Avital und Uri Blau. Ein Problemfall wurde erst daraus, nachdem der rechtsgerichtete Journalist Erel Segal letzten Oktober forderte, man möge das 2,3 Millionen Dollar umfassende „Forschungsstipendium“ einmal genauer unter die Lupe nehmen, das Barak von der Wexner Foundation erhalten hatte, die wiederum seit Jahren Nutzniesser Epsteins finanzieller Zuwendungen ist. Segal berichtete, dass dieses Stipendium Barak in den Jahren 2004 – 2006 ausgehändigt wurde, als er keine offizielle Regierungsposition hielt. Barak besteht darauf, dass es ihm nicht obliege, genauere Details zu diesem Stipendium herauszugeben. Nur die Wexner Foundation könne dies, wenn sie dies wolle. Doch diese schweigt.

Die Wexner Foundation wurde im Jahr 1980 von Leslie Wexner gegründet, einem US-amerikanischen Unternehmer, dem unter anderem die Marke Victoria’s Secrets gehört. Das Ziel der Stiftung ist, jüdische und israelische Leiter heranzuziehen. So heisst es jedenfalls offiziell.

Speziell das Wexner Israel Fellowship Program, das 1989 eingeführt wurde, sei dazu da, „jährlich bis zu zehn herausragende israelische Inhaber öffentlicher Ämter zu wählen, die sich mitten in ihrer beruflichen Laufbahn befinden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, an der Harvard’s Kennedy School of Government ein Studium für ein Master-Studiumfach zu belegen und einen Abschluss zu erhalten. Das Ziel des Programms ist es, Israel mit der nächsten Generation an Staatsführern zu versorgen, die eine erweiterte Leiterschafts- sowie öffentliche Management-Ausbildung genossen haben. Bis Ende 2018 haben 260 israelische Amtsträger an diesem Programm teilgenommen, darunter Leiter, die danach Generaldirektoren von Regierungsministerien, Generäle und Kommandanten in der israelischen Armee und Spitzenberater des Premierministers geworden sind.“

Es ist der Wexner Stiftung gelungen, unter diesem Vorwand in Israel zu agieren, ohne dass irgendjemand irgendwelche Fragen zur Agenda hinter dem exklusiven Leiterschaftsprogramm gestellt hat. Fragende Gesichter gab es erst, als im Jahr 2016 die Identitäten einiger der prominentesten Namen aus dem Wexner Israel Fellowship Program auftauchten.

Im Juni 2018 schrieben Yossi Ben-Baruch und Ziv Maor auf dem Nachrichtenportal Mida, das Wexner Leiterschaftsprogramm sei „agressiv ideologisch“. Die Wexner Absolventen, viele von ihnen bekleiden mittlerweile sehr hohe Positionen, sind den Journalisten zufolge aktive Agenten für die Förderung einer amerikanisch-progressiven Agenda in Israel geworden. Der Mida-Artikel basiert auf einer Umfrage, die von der Lavi Organisation 2016 durchgeführt worden ist und damals erstmalig einige Namen von Absolventen veröffentlichte, darunter Uzi Fogelman, ein Richter am Obersten Gerichtshof, und IDF-Generäle wie Noam Tibon oder der momentane IDF-Generalstabschef Aviv Kochavi.

Nicht alle Absolventen der Wexner Stiftung werden auch Agenten des Progressismus wie Kochavi und sogar ein paar eher Rechtsgerichtete, doch das Gesamtbild, das die beiden Journalisten gezeichnet haben, stimmt. Die Wexner Foundation ist genau wie der New Israel Fund ein ausländisches Organ, das zum Ziel hat, einen gesellschaftlichen Wandel in Israel herbeizuführen. (Tsvi Sadan, ih)

 



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