Autoren-Archive
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Geheimdienst sprengt Hamas Terrorzelle – 30 verhaftet
Der Radiosender der israelischen Armee berichtete am Montag, dass der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet eine Terrorzelle der Hamas im so genannten Westjordanland gesprengt hat. Bei dieser Operation wurden 30 Männer verhaftet. Berichten zufolge hat diese Zelle schon ein starkes Netzwerk in der Region von Ramallah errichtet. Die Verhafteten sagten zudem aus, dass die Hamas versuche, ihre Stellung im Westjordanland auszubauen, wo sie seit ihrer Übernahme von Gaza kaum noch Einfluss hatte.
Die verhafteten Terroristen hatten vor, Zellen ihrer Terrororganisation in Universitäten im Westjordanland zu gründen. Laut dem Schin Bet, seien die Terroristen von der Hamas mit Geld ausgestattet worden, um Studentengruppen zu organisieren und Gefängnisinsassen zu bezahlen. Die verhafteten Terroristen gingen bei ihren Aktivitäten mit grösster Vorsicht vor, sie benutzten niemals ihre wirklichen Namen, kommunizierten über Verbindungsmänner, nutzten externe Spreicherkarten und trafen sich in geheimen Verstecken.
Trotzdem konnten sie vom israelischen Geheimdienst gestellt werden, leider erst nachdem schon Terrorzellen unter Studenten in den Universitäten von Ramallah und Abu Dis geformt wurden… -
20.000 rennen durch Tel Aviv
Beim sechsten Tel Aviver Nachtlauf haben in der Nacht zum Mittwoch 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Strassen erobert.
Allyson Felix, Goldmedaillengewinnerin der jüngsten Olympischen Spiele in London, war eigens aus den USA angereist, um den Lauf zu eröffnen. Auch prominente israelische Läufer gingen an den Start, so etwa der ehemalige Ministerpräsident Ehud Olmert.
Doch im Zentrum standen die vielen, vielen Teilnehmer, die monatelang trainiert hatten und schliesslich erschöpft aber glücklich die Ziellinie überquerten… -
Erneut Raketenhagel: 38 Einschläge seit gestern Abend
In der Nacht von Sonntag auf Montag war der rote Alarm des Raketenwarnsystems in Orten in der Nähe des Gazastreifens zu hören, als 18 Raketen im Süden Israels einschlugen. Alle Projektile trafen auf offenes Gelände, es wurden keine Schäden oder Verletzte gemeldet. Vorher hatte die israelische Luftwaffe Angriffe gegen Stellungen in Gaza geflogen, nach Angaben eines Armeesprechers beschossen die israelischen Jets ein Zentrum terroristischer Aktivitäten und eine Raketenabschussbasis im Norden Gazas sowie ein Terrorzentrum im Süden. Alle Ziele seien getroffen worden.
Die Stadt Beerscheva wurde am Samstag von sieben Raketen getroffen, jedoch ohne Schäden anzurichten. Die Schulen wurde daraufhin am Sonntag geschlossen. Der Schulbetrieb soll heute, am Montag, wieder beginnen.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor angekündigt, die Städte im Süden besser abzusichern, was von der Knesset auch sofort bewilligt wurde. Es handelt sich jedoch vorerst umd eine prinzipielle Bewilligung, ohne konkreten Plan und Budget. Das israelische Verteidigungsministerium hat schon Bedenken angemeldet, da es nicht alleine die Kosten von etwa 17 Millionen Euro tragen möchte.
Streit ums Geld gab es auch in der Stadt Sderot, die fast täglich unter Raketenbeschuss ist. Sie stand schon fast vor dem Bankrott und nur ein viertägiger Hungerstreik des Bürgermeisters David Buskila konnte die Regierung dazu bringen, der Stadt finanzielle Hilfe in Höhe von etwa vier Millionen Euro (22 Millionen Schekel) zukommen zu lassen… -
Schwerverletzter Offizier: Ich gebe nicht auf!
Der israelische Offizier Zvi Shilon, der bei einem Bombenanschlag an der Grenze zum Gazastreifen schwerste Verletzungen erlitten hatte, möchte weiter in der Armee dienen. Eine Woche nach dem Anschlag empfing er im Soroka-Krankenhaus in Beersheva einige Journalisten. „Ich kann mich daran erinnern, eine Hand verloren zu haben, und die andere wurde gebrochen“, berichtete er. „Ich habe die eine Hand mit der anderen festgehalten. Den Sanitäter habe ich aufgefordert, eine Abschnürbinde zu verwenden“, so der Hauptmann weiter. „Es ist nicht einfach, eine Hand zu verlieren, aber ich gebe nicht auf. Falls die Funktion der Hand wieder voll hergestellt werden kann, möchte ich zurück zur Armee“, unterstrich er. Solche Sachen passierten eben, damit müsse man als Soldat rechnen. Auch Generalstabschef Benny Ganz besuchte den Schwerverletzten in der Klinik (Foto) – und wurde gleich mit dessen Wunsch konfrontiert, möglichst bald in den aktiven Dienst zurückzukehren.
Shilon war Kommandeur einer Givati-Infanterie-Einheit. Er hatte bei der Explosion schwerste Verletzungen und Verbrennungen erlitten. Vermutlich explodierte die im Boden versteckte Bombe, als Shilon ein Tor am Grenzzaun öffnete. Die Armee schliesst allerdings auch eine Granatexplosion nicht aus. Zu dem Anschlag bekannte sich die „Volksfront zur Befreiung Palästinas“. Dem Offizier steht nun ein langwieriger Rehabilitationsprozess mit mehreren Operationen bevor. Shilon sieht das optimistisch. Kaum war er aus der Narkose seiner ersten Operation erwacht, schickte er seinen Soldaten eine Nachricht: Er liebe sie alle, und es gehe ihm gut.
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Irans Verteidigungsminister verspricht modernste Drohnen-Technik
Iran besitze Drohnen (unbemannte Aufklärungsflugzeuge), die viel moderner seien als das Exemplar, das die von Teheran unterstützte Hizbollahmiliz vor einigen Wochen in den israelischen Luftraum entsandt hatte. Das erklärte der iranische Verteidigungsminister Ahmad Vahidi unter Bezugnahme auf die Drohne, welche die israelische Luftwaffe abgeschossen hatte, nachdem sie sich, vom Mittelmeer her kommend, rund 55 Kilometer im Luftraum des jüdischen Staates bewegt hatte. Laut Vahidi habe die abgeschossene Drohne sich nicht des modernsten Know-how bedient, über das Iran bereits verfüge. «Die Islamische Republik», soll Vahidi am Sonntag gesagt haben, «besitzt gegenwärtig unbemannte Flugzeuge mit einer Technologie, die viel fortgeschrittener ist als jene der Drohne, welche die Kräfte der Hizbollah in den Luftraum des Zionistischen Regimes geschossen hatte.» – Im April hatte Iran verkündet, das es begonnen habe, eine Kopie der amerikanischen Überwachungsdrohne vom Typ RQ-170 Sentinel zu bauen, die den Iranern letztes Jahr in die Hände gefallen war, als sie unweit der afghanischen Grenze niedergegangen war.
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Keine Grenzen, keine Heimat
Olga Grjasnowas Debütroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ reist von Baku über Deutschland nach Israel / Lesung in Freiburg. „1996 waren wir in Deutschland. 1997 dachte ich zum ersten Mal über Selbstmord nach.“ Das Drama verlorener Heimat, zerschellter… Weiterlesen ›
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Matchmaking Event mit führenden israelischen Unternehmen
Am 13. November 2012 findet in Hannover die 8. Deutsch-Israelische Business-Konferenz und Matchmaking-Event für die Bereiche IT, Telekommunikation, Security, Web 2.0 und Video statt.
Während der Konferenz stehen die israelischen Technologiecluster mit über 10 Mitgliedsunternehmen deutschen Unternehmen für Kooperationsgespräche zur Verfügung.
Freundlich unterstützt wird die Konferenz vom Israel Trade Center der israelischen Botschaft in Berlin und von der hannoverimpuls GmbH.
Während des Events stehen hochrangige Vertreter der teilnehmenden israelischen Unternehmen deutschen Unternehmen zu Gesprächen zur Verfügung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit während des gemeinsamen Networking-Lunchs mit allen Referenten und teilnehmenden Unternehmen persönliche Gespräche zu führen.
Ziel der Meetings ist der Aufbau von langfristigen Geschäftsbeziehungen und Partnerschaften zwischen den Unternehmen.
Die Teilnahme an Konferenz, Matchmaking und Networking-Lunch ist kostenfrei… -
„Das Recht des Fremden auf Leben und Würde“
Für Romani Rose gibt es Parallelen zwischen Sinti und Roma und den Juden.
Lange hat es gedauert, bis der Holocaust an den Juden sowie an Sinti und Roma mit zwei zentralen Gedenkstätten in der deutschen Hauptstadt gewürdigt werden konnte. Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, sieht bei allen Unterschieden auch Gemeinsamkeiten.
„Ich fühle mich als Israeli und als Jude geehrt, denn die Sinti und Roma sind unsere Brüder und Schwestern. Wir hätten ihrer gemeinsam gedenken sollen, denn sie sind Teil von unserem Holocaust. Denn meine Verwandten wurden wohl in den gleichen Konzentrationslagern eingesperrt und ermordet.“
Der israelische Künstler Dani Karavan steht strahlend neben dem Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma, das er am Berliner Reichstag entworfen hat. Es ist 12 Jahre her, seitdem er vom Zentralrat der Sinti und Roma mit diesem Gedenkprojekt beauftragt wurde. Trotz aller Hindernisse ist es ihm gelungen, einen stillen Ort des Gedenkens und der Einkehr zu schaffen, der Respekt für die Ermordeten erzeugt.
1988 gründeten die Journalistin Lea Rosh und der Historiker Eberhard Jäckel eine Berliner Initiative zur Errichtung des Mahnmals für die sechs Millionen ermordeten Juden Europas. Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, lehnte dieses Vorgehen ab. Für ihn war der Völkermord an den Sinti und Roma der Shoah gleichwertig.
„Und dann haben wir mit einer Anzeige 1989 gesagt, das kann nicht ein Denkmal für die Juden sein, dass kein nicht ein Denkmal für die Sinti und Roma sein, das muss ein Denkmal für die Opfer des Holocaust sein und das heisst für beide Minderheiten zusammen.“
Ignatz Bubis, der damalige Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, lehnte sogar zwei Gedenkstätten auf dem gleichen Gelände ab, geschweige denn ein gemeinsames Mahnmal – aus religiösen Gründen. Nach einem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem weigerte sich Bubis, gemeinsam mit Rose einen Kranz niederzulegen. Der israelischen Zeitung „Haaretz“ sagte er:
„Wenn wir das gemeinsam mit den Zigeunern machen, dann kann dort kein Rabbiner Kaddisch sagen. Und was machen wir, wenn auch die Homosexuellen kommen und mit dabei sein wollen?“
An dieser Position konnte auch die Anerkennung des Völkermordes an die Sinti und Roma durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog nichts ändern, dessen Zitat aus dem Jahr 1997 auf einer Glaswand am Rande des Mahnmals zu lesen ist:
„Der Völkermord an den Sinti und Roma ist aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz, mit dem gleichen Willen zur planmässigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden wie der an den Juden.“… -
Israelische Küche: „Sogar der Hüttenkäse ist politisch“
Koscheres Essen, Wein vom Golan und Streit um Falafel. Was im Heiligen Land auf den Tisch kommt, erzählt viel über seine Konflikte.
Vieles von dem, was das heutige Israel ausmacht, kann man über die Küche erklären. Die Spaltung in Religiöse und Nicht-Religiöse, den Konflikt zwischen Juden und Muslimen, die Einflüsse von Einwanderern. Die einen essen nie koscher, die anderen nur. Russische Juden stehen auf Schweinefleisch – aber Schweine im Heiligen Land? Schwierig. Und dann ist da noch der Streit, ob Falafel und Hummus arabisch oder israelisch sind. Martin Krauß hat ein Buch über die israelische Küche geschrieben. Er hat unsere Fragen beantwortet…. -
Peres lobt das digitale Zeitalter
Etwa 100 junge Führungskräfte aus aller Welt haben am Donnerstag an einer Konferenz in Jerusalem teilgenommen. Dort ging es um die digitale Lebensgestaltung. Gastgeber Israels Staatspräsident Schimon Peres sagte den Teilnehmern, die Menschen müssten sich an eine neue Welt anpassen.
Peres sprach in seiner Rede über das Ende des Agrarzeitalters und den Anbruch des Wissenschaftszeitalters. Er bekundete Unterstützung für soziale Medien und Textbotschaften – Letztere zwängen die Menschen, direkt auf den Punkt zu kommen, anstatt zu schwafeln.
Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, ging das Staatsoberhaupt auch auf eines seiner Lieblingsthemen ein: Hirnforschung, Neuronen und künstliche Intelligenz. Das menschliche Gehirn, das er als „brillantes Instrument“ bezeichnete, könne ein künstliches Gehirn schaffen. Gleichzeitig seien die Menschen bislang unfähig, alle Geheimnisse ihres eigenen Gehirns zu ergründen. Aber er sei zuversichtlich, dass diese Rätsel bald aus dem Science-Fiction-Bereich entfernt würden, genau wie einst die Roboter.
„Das kommende Jahrzehnt wird das revolutionärste in der menschlichen Geschichte sein“, prognostizierte Peres. Aufgrund des technologischen und wissenschaftlichen Prozesses würden viele Arbeitsplätze und Berufe abgeschafft. Doch werde dies nach seiner Einschätzung nicht zu einer enormen Arbeitslosigkeit führen, sondern die Tür für neue Industrien öffnen, die noch nicht auf dem Radar seien. Die Entdeckungen aus der Hirnforschung würden die gesamte Welt verändern. Dies sei vor allem bei der Prävention, Heilung und Linderung von Krankheiten zu erwarten.
Mit Blick auf die Veränderungen seit dem „arabischen Frühling“ gab der Präsident seinen Zuhörern einen Rat: „Ich würde keinem empfehlen, Diktator im Nahen Osten zu werden. Das ist vorbei.“
Weiter sagte der 89-Jährige, die neuen Horizonte forderten die Vorstellungskraft der heutigen jüngeren Generation heraus. Bevor die meisten seiner Zuhörer geboren wurden, habe die Welt den Atem angehalten, als ein Mensch auf dem Mond landete. Aber dort sei nichts gewesen, nur eine wüstenähnliche Landschaft. Die Forscher seien wieder dazu übergegangen, die Sterne durch ein Teleskop zu betrachten. Doch im wissenschaftlichen Zeitalter sei das Teleskop durch das Mikroskop ersetzt worden…