Erfolgsgeschichte der Firma eines arabisch-israelisches Paares in Nazareth


Reem und Imdad Younis

Reem und Imdad Younis (Foto: MFA)

Die technologischen Instrumente von Alpha Omega, entwickelt und hergestellt in Nazareth, werden von Gehirnchirurgen und Forschern auf sechs Kontinenten eingesetzt.

Doch Alpha Omega ist mehr als eine von vielen israelischen High-Tech-Firmen. Die Firma ist auf dem Markt für Neurochirurgie und Neurowissenschaft erfolgreich und wurde 2012 von der amerikanisch-israelischen Wirtschaftskammer in Atlanta, Georgia zur Firma des Jahres ernannt – darüber hinaus ist sie aber auch eine Erfolgsgeschichte und zugleich Liebesgeschichte für ihre arabisch-israelischen Mitbesitzer, Imad und Reem Younis.

Die beiden lernten sich als Studenten am Technion kennen, Israels Hochschule für Technik in Haifa, er studierte Elektrotechnik und sie allgemeine Ingenieurswissenschaften. Im Jahr 1993 entschloss sich das frisch verheiratete Paar dazu, in die gemeinsame Heimatstadt Nazareth zurückzukehren, eine überwiegend christlich-arabische Stadt, um eine Firma für neurologische Aufzeichnungsverfahren und Stimulationsinstrumente zu gründen.

„Wir hatten kein Geld, also verkauften wir unser Auto – so fing alles an“, sagt Reem Younis. Die Produkte der Firma wurden auf der ganzen Welt von Hirnchirurgen und von Forschern, die auf höchste Präzision und Stabilität angewiesen sind, gut angenommen. „Wir sind in mehr als 120 Krankenhäusern und mehr als 500 Laboren auf sechs Kontinenten vertreten“, sagt die Besitzerin stolz.

„Das besondere Know-how von Alpha Omega besteht darin, Elektroden sicher in ein Gehirn einzuführen, um die neurale Aktivität zu messen, das Nervengewebe zu stimulieren und die Daten zu verarbeiten und zu analysieren“, erklärt Younis.

„Einfach gesagt, es ist wie ein Navigationssystem, das den Neurochirurgen an den gewünschten Punkt führt, wo eine dauerhafte Elektrode implantiert wird. Mit dieser Behandlung werden Krankheitssymptome eliminiert, und der Patient oder die Patientin kann wieder ein normales Leben führen.“

Die Mitarbeiter von Alpha Omega in Nazareth sind Absolventen des Technions und unterschiedlicher Herkunft – Christen, Juden und Muslime. 

Reem Younis sagt: „Wir arabischen Israelis stellen 20 Prozent der Bevölkerung und wir sollten auch 20 Prozent des israelischen High-Tech-Sektors abdecken. Es ist knapp 1 Prozent. Alpha Omega will High-Tech nach Nazareth bringen und hoch qualifizierten Ingenieuren einen Arbeitsplatz bieten.“

Ein Video (engl. Untertitel) zu Alpha Omega finden Sie hier: http://www.youtube.com/watch?v=fAvWODm3uaE 

(Avigayil Kadesh / JNS)



Kategorien:Wirtschaft

Schlagwörter:, , , ,

  1. Nazareth ist nicht überwiegend christlich. 70% Moslems und 30% Christen!!

    Gefällt mir

    • Natürlich haben Sie mit Ihrer Prozentangabe zur Bewölkerungstruktur in Nazareth recht. Für den Bericht war es aber nicht von grösserer Bedeutung auf diese Zahlen genauer einzugehen. So denke ich, dass die Aussage „eine überwiegend christlich-arabische Stadt“ doch verdeutlicht, dass die jüdische Bevölkerung in Nazareth, „leider“, in Minderheit ist. Die Kernaussage ist jedoch das Aufzeigen, dass es auch in dieser Region möglich sein kann, im arabisch-israelischen Zusammenleben eine Erfolgsgeschichte für die gesamte Region zu machen. Wobei weder Hass oder Terror den Ton geben und dazu braucht es noch viele Anstrengungen.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: