Arabische Demonstranten haben am Sonntag einen dritten Palästinenseraufstand („Intifada“) angekündigt, falls Israel nicht weitere inhaftierte Langzeithäftlinge frei lässt. Rund 15.000 Palästinenser und Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft beteiligten sich an Protestkundgebungen zum „Land-Tag“. Dabei wird an den Tod von sechs Arabern erinnert, die 1976 nach Unruhen wegen der Beschlagnahme von Land erschossen worden waren. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es aber nur wenige gewalttätige Ausschreitungen.
Israel hatte ursprünglich zugesagt, am Wochenende weitere 26 inhaftierte Terroristen freizulassen. Dies wurde aber verschoben – Regierungschef Netanjahu forderte, die Palästinenser müssten Israel bei den Friedensverhandlungen entgegen kommen und die Gespräche auch über den ursprünglich für Ende April festgesetzten Schlusstermin hinaus fortführen.
Die Demonstrationen zum „Land-Tag“ fanden hauptsächlich in Galiläa und im Süden Israels statt. Die Teilnehmer riefen Parolen wie: „Wir opfern unser Leben für die Märtyrer, wir fürchten uns nicht, Israel ist ein Terror-Staat“. In den arabischen Städten und Dörfern war zu einem Generalstreik aufgerufen worden. Schulen, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen sollten geschlossen bleiben. Der Streikaufruf wurde aber nur teilweise befolgt. In vielen arabischen Dörfern wurde ganz normal gearbeitet.
In Jerusalem versammelten sich etwa 70 Demonstranten vor dem Damaskus-Tor an der Altstadt. Als sie begannen, Steine auf israelische Polizisten zu werfen, lösten die Ordnungskräfte die Versammlung auf (Foto). Zwei Unruhestifter wurden festgenommen, teilte eine Polizeisprecherin mit. (ih)
Kategorien:Nahost
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