Über 570 Raketen in fünf Tagen auf Israel


Der fünfjährige Daniel Tregerman wurde von einer Granate aus Gaza getötet.

Der fünfjährige Daniel Tregerman wurde von einer Granate aus Gaza getötet.

Nach über 570 Raketen in fünf Tagen gegen Israel, wobei auch der 5-jährige Daniel Tregerman getötet wurde, bekräftige Benjamin Netanjahu die Fortsetzung des Gaza-Kriegs auch im kommenden Monat. Von diesen wurden mehr als 260 Raketen von Schulen, mehr als 50 Raketen aus medizinischen Einrichtungen und mehr als 130 Raketen von Friedhöfen des Gazas aus gegen Israel geschossen.

Die Offensive werde andauern, „bis ihre Ziele erreicht sind“, sagte er am Sonntag zum Auftakt einer Regierungssitzung in Tel Aviv. Sein Finanzminister Jair Lapid drohte mit gezielten Angriffen auf die politische Führung der radikal-islamischen Hamas auch im Ausland. Fast sieben Wochen nach Beginn des Gaza-Kriegs geriet Israel an zwei weiteren Fronten unter Raketenbeschuss. Aus Syrien und dem Libanon wurden in der Nacht zum Sonntag insgesamt sieben Raketen abgefeuert.

Auch die heftigen Raketenangriffe aus dem Gazastreifen dauerten am Sonntag an. Israels Luftwaffe setzte ihre intensiven Attacken am Wochenende fort und griff am Sonntagmorgen Ziele in der Stadt Gaza an. Dabei seien zwei Palästinenser getötet und vier weitere verletzt worden, berichtete der israelische Rundfunk.

Israel hatte der Bevölkerung im Gazastreifen am Samstag neue Angriffe angekündigt. Die Armee warf Flugblätter ab, auf denen sie die Menschen aufrief, sich von Orten fernzuhalten, an denen militante Palästinenser Raketen abschiessen. „Jeder Ort, von dem aus geschossen wird, ist ein Ziel“, sagte Netanjahu.

„Die ranghohen Hamas-Funktionäre müssen wissen, dass wir sie jagen und fassen werden, und dass sie den Preis für das zahlen werden, was sie im Süden Israels anrichten“, sagte Lapid. „Niemand ist gefeit – nicht die politische Führung, und nicht die Exilführung.“

Der Gaza-Krieg könne noch „Zeit in Anspruch nehmen“, sagte Netanjahu. „Wir sind darauf vorbereitet, dass der Kampf auch nach Beginn des neuen Schuljahrs weitergeht.“ Das Schuljahr beginnt in Israel und den Palästinensergebieten am 1. September.

Fünf aus Syrien abgefeuerte Raketen schlugen in der Nacht an verschiedenen Orten auf den Golanhöhen ein. Nur Stunden zuvor hatten Extremisten aus dem Libanon zwei Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Ein Haus in Galiläa sei getroffen worden, teilte der israelische Rundfunk mit. Acht Menschen hätten einen Schock erlitten. Israel legte den Angaben zufolge Beschwerde bei der internationalen Beobachtertruppe Unifil im Südlibanon ein.

Die Hamas setzt die Tötung mutmasslicher Kollaborateure im Gazastreifen fort. Hamas-Kämpfer erschossen am Samstag vor Dutzenden Zeugen im Hof einer Moschee in Dschabalija vier Männer, die der Zusammenarbeit mit Israel bezichtigt wurden, wie die Nachrichtenagentur Maan meldete. Bereits am Donnerstag und Freitag hatten die Extremisten mindestens 21 Männer getötet, die mit Israel zusammengearbeitet haben sollen. Das Vorgehen gegen die angeblichen Informanten folgte auf gezielte Tötungen von Hamas-Funktionären durch die israelische Armee.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte ein Ende der Kämpfe. Die Konfliktparteien müssten sobald wie möglich an den Verhandlungstisch zurückkehren, sagte Abbas in Kairo. Zuvor hatte er sich mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi getroffen, dessen Regierung in dem Konflikt zu vermitteln sucht.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon telefonierte erneut mit Netanjahu und forderte, die Konfliktparteien müssten bald eine dauerhafte Feuerpause vereinbaren sowie erneut „ernsthafte Verhandlungen“ über eine Zwei-Staaten-Lösung aufnehmen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel rief das Emirat Katar auf, im Gazakonflikt auf die Hamas einzuwirken. Das Emirat, der engsten Verbündeten der Hamas, müsse die Bemühungen um eine friedliche Lösung unterstützen und dürfe „nicht in eine ganz andere Richtung arbeiten“, sagte Merkel im Sommerinterview der ARD.

(JNS und Agenturen)



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