Emotionale Erpressung


27711Dieser Artikel richtet sich an alle, die erfolgreich sein wollen – also „live“ erleben möchten, wie unser „menschliches Betriebssystem“ (unsere Wahrnehmung und Kommunikation) funktioniert. Aus dieser Erkenntnis entstehen grosse Chancen für den Geschäftserfolg, in der Liebe, Kindererziehung und Ihre wirksame Kommunikation.

Dazu stellt sich die Frage: Gibt es Menschen, die jeden Tag nach Hause kommen und deren Familie, die ihnen eigentlich viel bedeutet, auf das Übelste beschimpfen?

Ja, es gibt viele Ehemänner, die abends nach Hause kommen, täglich ihre Frauen und Kinder anschreien und ihnen vermitteln, dass sie nur stören und nerven ..

Warum verhält sich ein Mensch nur so? Warum entgegnet er seinen Liebsten so herabwürdigend?

Sprechen wir hier vielleicht von einem schlechten Menschen?

Nein, Menschen sind nicht schlecht. Im Gegenteil, ein Mensch ist von seinem Wesen her gut, deshalb leiden derartige Männer sehr an ihrem Verhalten und fragen sich, warum sie sich immer nur so abscheulich aufführen. Sie versprechen sich auch immer wieder, nie wieder so verbal aggressiv zu reagieren, aber sie schaffen es nicht. Warum fällt es ihnen so schwer, zu lernen, seine Emotionen im Zaum zu halten?

Die Antwort verrät uns der weise Rabbi Shalom Arush: „Ein Mensch kann nur das vermitteln, was er selbst in sich trägt. Wenn ich traurig und unzufrieden bin, dann kann ich auch keine Liebe ausstrahlen. Ich kann meine Liebsten nur mit Liebe behäufen, wenn ich selbst Liebe im Herzen trage.“

Bespiel: Warum schreit ein Baby? Will es uns nerven? Ist es böse? Natürlich nicht. Aber warum schreit es? Das ist die einzige Kommunikations- und Ausdrucksmöglichkeit, die es besitzt. „Ich hab Hunger!“ – es schreit. „Ich hab Durst!“ – es schreit. „Ich hab in die Windel gemacht!“ – es schreit. Ein Baby kann nur das geben, mit dem es sich am besten ausdrücken kann. Es kann nur schreien, daher schreit es. Viele Eltern fühlen sich von diesem Geschreie genervt, gestört und überfordert. Was stört dich daran? Was erwartest du? Dass dir das Baby eine E-Mail sendet?

Rabbi Shalom Arush schreibt über diese Thematik in seinem Buch „The Garden of Education“. Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder sich ihre Zähne putzen, nur über den Zebrastreifen die Strasse überqueren usw. Wenn ich dies selbst nicht tue, also kein Vorbild für meine Kinder bin, dann werden sie es auch nicht machen. Das ist so bei ganz alltäglichen praktischen Dingen. Und genau dasselbe gilt auch für alle geistlichen Angeleigenheiten.

Nun zurück zum Mann, der jeden Tag nach Hause kommt und seine Frau schikaniert. Wir reden hier über ein Produkt. Aber wie kam es zustande? 2+2=4. Wir sehen hier also eine Addition, die zu einem Ergebnis geführt hat – so auch im Fall des streitsüchtigen Ehemanns.

Aus Gedanken werden Emotionen.
Aus Emotionen werden Handlungen und
daraus ergibt sich dann ein Produkt.

Dem Mann gehen also ständig besorgniserregende Gedanken durch den Kopf, wie schwer das Leben doch ist, wie ungerecht es hier auf dieser Welt zugeht, wie korrupt die Politiker sind usw.

Negative Gedanken wie diese sind nicht energiefördernd. Im Gegenteil, sie ziehen einen herunter, deprimieren und entmutigen. Und wenn ich emotional angeschlagen bin, steigen somit Emotionen wie Enttäuschung und Wut in mir hoch. Das, was ich an Emotionen in mir trage, das gebe ich auch an andere weiter!

Die Basis und Quelle von allem, sind also unsere Gedanken, so wie Rabbi Nachman sagte: „Du bist überall dort, wo deine Gedanken sind, daher achte darauf, dass deine Gedanken da sind, wo du immer gern sein willst.“

Natürlich läuft nicht immer alles nach Plan und ja, es gibt Korruption und es geschieht viel Ungerechtigkeiten, aber darüber zu jammern, hilft einem selbst auch nicht weiter. Ich kann nicht vor dem Fernseher sitzen und mir einbilden, von diesem Standpunkt aus innen- und aussenpolitische Probleme lösen zu können. Denn das machen nur die Sorte Menschen die mit einem Loch in der Socke und dem Ketchupfleck am Unterhemd Chips essend vor dem TV alles beklagen ..

Anstatt alles zu verneinen, sage ja zu dir und einer positiven Lebenseinstellung! Bloss wie kann ich diese Einstellung erreichen? „If you like change, you must be the change!“ Gewinner wissen, was sie wollen. Sie beschäftigen sich nicht mit dem, was sie stört und all dem, was sie nicht wollen. Ich will Liebe! Dass Hass auf dieser Welt verbreitet ist, ist leider wirklich so, das ist Tatsache und stört auch mich. Aber wie könnte ich dies ändern? Indem ich darüber jammere? Nein, sicher nicht. Ich kann etwas nur verändern, wenn ich mich damit beschäftige, wer und was ich sein will. Das bringt in mir und meinem Umfeld Veränderung in kleinen Schritten.

Menschen sind keine Pflanzen. Wir bestimmen unser Umfeld.

Welche Gedanken und Emotionen entwickeln das Kind gegenüber reichen Menschen, wenn Eltern ihrem Kind eintrichtern, dass alle wohlhabenden Menschen Diebe, Charakterschweine, Betrüger und Egoisten sind? Es entwickelt eine negative Einstellung. Später will es dann nicht reich werden, was sich darin äussert, dass es nicht zur Schule gehen will und später dann auch keinen vernünftigen Beruf erlernen möchte. Und warum nicht? Das Kind hat einen guten Charakter, es ist ein gutes Kind, es will gut sein und gut bleiben, aber seine Eltern haben ja immer nur davon erzählt wie schlecht was für Gauner reiche Menschen sind. Das Kind will kein Gauner sein und sieht demnach keinen Sinn sich weiterzubilden. Und wenn es sich im Erwachsenenalter doch dafür entscheiden sollte, „reich sein zu wollen“, dann verhält es sich nach der Norm, die sein Vater ihm beigebracht hatte, Gott behüte.

Oft werden Frauen mit Vorurteilen gefüttert wie: „Alle Männer sind Schweine.“ Nun lernt so eine Dame dann wirkliche einen richtig netten Kerl kennen. Ein Mann der nicht nur gut aussieht, sondern auch wirklich nett und zuvorkommend auftritt. An was denkt sie während dem Date? Sie ist nicht in der Lage, wirklich Liebe aufzubauen. Und warum nicht? Weil ihre vorprogrammierten negativen Gedanken über Männer zu Emotionen werden und diese wiederum zu Handlungen. Hier sehen wir nun das Produkt: Eine Frau, ist nicht in der Lage zu lieben, weil sie nicht an die Liebe glaubt. Wie schade, nicht wahr? Hier sass sie einem ehrlichen Mann gegenüber, aber das so zu akzeptieren und sich dann auch in ein effektives Gespräch fallen zu lassen, dass konnte sie nicht, sie war immer nur damit beschäftigt „seine Lüge“ zu entlarven.

Negativ Gedanken stürzen den Menschen in einen tiefen Abgrund. Es kann ihn zu einer charakterlichen Bestie werden lassen.

Rabbi Joshua ben Perahiah hatte einen herausragenden Schüler, der am Ende alles was heilig ist, mit seinen Füssen getreten hatte. Was nur zog diesen Schüler in den Abgrund? Eine tiefe Traurigkeit und Hilfslosigkeit rauben einem Menschen den Verstand. Er wird unberechenbar ..

Rabbi Chaim Shmuelewiz sagt, dass der Prophet Samuel dem König Saul die Botschaft übermittelte, nicht mehr König zu sein. Sauls antworte dazu ist verblüffend: „Gehe nicht einfach so fort. Bitte knie dich mit mir gemeinsam vor unseren Gott nieder. Verbeugen wir uns gemeinsam vor dem Ewigen.“ Was ist das für eine Reaktion? Gerade hat man ihm mitgeteilt, dass er nicht mehr König sein wird, was steckt hinter seiner Handlung? Saul, wollte nicht, dass Samuel einfach so geht. Wäre Samuel nämlich einfach so verschwunden, dann hätte das den Saul in eine tiefe Traurigkeit und Hilflosigkeit gestürzt. Saul hatte Angst vor dieser tiefen Traurigkeit, er wusste, dass ihn dies zu einem unberechenbaren Menschen werden lassen kann. Deshalb bat er den Samuel nicht einfach so zu verschwinden, sondern ein wenig mit ihm zu verweilen und ihn dann als Freund verlassen. So überkam den Saul ein Gefühl der Sicherheit.

Ein Vers besagt: „Der Kluge hat seine Augen im Kopf und ein Narr wandelt im Dunkeln.“ Der weise Chose aus Lublin, regt eine äussert interessante Frage an: „Ein Narr wandelt also im Dunkeln. Und was macht der Kluge im Dunkeln?“ Was für eine Frage! Die Antwort des weisen Chose aus Lublin: „Er wandelt nicht! Er bewegt sich nicht weiter!“ Es gibt Zeiten der Dunkelheit, Wut und Traurigkeit. In diesen Situationen gilt nur eines: Ich gehe nicht weiter. Ich bleibe stehen – vor allem gedanklich. Wenn ich gedanklich stehen bleibe, dann werden diesbezüglich auch keine Emotionen in mir hochkommen.

Das Volk Israel dachte, dass Moses auf dem Berg Sinai starb. Nun waren sie schockiert. „Was machen wir nur ohne Moses?“ Als Ersatz gossen sie ein goldenes Kalb und beteten es an – aus tiefer Traurigkeit und Hilflosigkeit.

Auch bei Kain und Abel können wir dies beobachten. Gott nahm die Opfergabe des Kain nicht an, aber die des Abel sehr wohl. Dies war für ihn so schwer, dass er aus tiefer Traurigkeit und Hilflosigkeit völlig die Kontrolle über sich verlor.

Der Talmud besagt im Traktat Sanhedrin, dass Salomo alles verloren hatte. Letzten Endes war er nur noch König über sein Zepter. Der Ben Ish Chai erklärt, dass er trotz seines tiefen Falls sein Zepter erhob und für all diejenigen, die ihn hören wollten, Vorträge hielt. Das war der Grund, weshalb er am Ende wieder König wurde! Auch trotz seiner Verzweiflung, liess er sich nicht abhalten. Salomo wusste das. Er befand sich in tiefer Traurigkeit und Hilflosigkeit – aber nicht auf Dauer, denn er hielt an seiner Königlichkeit und an seinem Mut fest. Auf diese Weise stammte er sich aus dem Tief!



Kategorien:Gesellschaft

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