Qoros verzichtet auf Europa


sourceimage

(Foto: Qoros)

Der chinesische Autobauer Qoros hat sich die volle Konzentration auf den Heimatmarkt verordnet. Angesichts ausbleibender Verkäufe geht es für die Marke wohl zunehmend ums Überleben. Gedanken an eine Expansion in Europa verschwendet Vorstandschef Phil Murtaugh angesichts der Lage vorerst keine mehr.

Nach nur rund 7.000 verkauften Neuwagen im Jahr 2014 wolle man sich zunächst auf den Heimatmarkt konzentrieren, wird der frühere GM-Manager von der Wirtschaftswoche zitiert. „Wir werden Europa nicht komplett streichen. Aber wir werden nicht länger von grossen Erfolgen träumen, sondern das Thema eine Weile in den Leerlauf versetzen“, heisst es in der Online-Ausgabe des Magazins. Der europäische Markt bleibe wichtig, aber eben „nicht heute und nicht morgen“.

Murtaugh war im Februar zu Qoros gekommen. Im Zuge des Managementwechsels war auch der frühere VW-Manager Volker Steinwascher ausgeschieden, unter dessen Regie die bisherigen Qoros-Modelle seit 2007 entstanden, die von Design und Anmutung her auch in den europäischen Markt gepasst hätten. Ursprünglich hatte Steinwascher ab 2016 den Vertrieb in Europa geplant, noch auf dem Genfer Salon hatte der für Europa zuständige Qoros-Mann Cristiano Carlutti diesen Zeitplan bekräftigt.

Nun steht Qoros laut Murtaugh vor einer Neupositionierung. Ein Ausbau des Vertriebsnetzes in China soll eine deutliche Absatzsteigerung bringen, wobei selbst eine Verdoppelung des Absatz nicht genug wäre. „Wenn wir am Jahresende nur eine Verdoppelung vorweisen können, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie beim nächsten Mal einen anderen Gesprächspartner hier haben“, sagte Murtaugh im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“.

Qoros ist ein Projekt des chinesischen Autobauers Chery und der Beteiligungsgesellschaft Israel Corporation. Nach dem Produktionsanlauf des bisher einzigen Modells, des Qoros 3, waren die Verkaufsziele nicht erreicht worden. Seither wird spekuliert, Chery könnte an einer Einstellung der Marke und einer Übernahme der auf mindestens 150.000 Einheiten ausgelegten Produktionsstätte interessiert sein, um die Nachfrage nach Chery-Modellen zu bedienen. Heimische Fabrikate verkaufen sich in China derzeit sehr gut – mit Ausnahme von Qoros. (Andreas Grimm, Kfz-Betrieb)



Kategorien:Wirtschaft

Schlagwörter:, , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: