Kosten von fast 2 Milliarden Euro und Warnung vor islamistischen Angriffen


Rechnet mit islamistischen Angriffen aus dem Norden: Verteidigungsminister Ja'alon. Foto: Erin A. Kirk-Cuomo | CC-BY 2.0

Rechnet mit islamistischen Angriffen aus dem Norden: Verteidigungsminister Ja’alon.
Foto: Erin A. Kirk-Cuomo | CC-BY 2.0

Die jüngste Offensive im Gazastreifen hat Israel über 1,9 Milliarden Euro gekostet. Das hat Verteidigungsminister Mosche Ja‘alon am Dienstag auf einer Wirtschaftskonferenz in Tel Aviv mitgeteilt.

Ja‘alon bezog sich in seiner Aussage auf die direkten Kosten der 50-tägigen Operation „Starker Fels“. „Wir haben über 6.000 Ziele angegriffen, mehr als 5.000 davon mit der Luftwaffe, etwa 900 vom Land und von der See aus“, sagte der Minister laut der Online-Zeitung „Times of Israel“. Dennoch hätten die militanten Palästinenser, denen der Beschuss gegolten habe, noch ein ansehnliches Arsenal zur Verfügung. „Die Terror-Organisationen im Gazastreifen – Hamas , Islamischer Dschihad und andere – hatten 10.000 Schuss zu Beginn der Operation ‚Starker Fels‘. Heute haben sie etwa ein Fünftel davon, aber das sind immer noch 2.000 Schuss.“

Nach Angaben des israelischen Militärs hat das Abwehrsystem „Eisenkuppel“ während der Offensive ungefähr 600 Raketen abgefangen. Ja‘alon wies darauf hin, dass jedes Mal umgerechnet rund 75.000 Euro koste. Aus ökonomischer Sicht sei es das wert, wenn man es gegen den möglichen Schaden eines Raketentreffers abwäge. „Aber es sind immer noch 75.000 Euro für jeden Abschuss.“

Am Sonntag hat die israelische Regierung drastische Kürzungen für den Haushalt 2014 beschlossen. Der Etat wird bei jedem Ministerium mit Ausnahme des Verteidigungsministeriums um 2 Prozent verringert. Dies soll etwa 425 Millionen Euro für die Kosten der Operation „Starker Fels“ einbringen.

Gleichzeitig warnte Ja‘alon vor islamistischen Angriffen auf Israel. Er erklärt, dass die Grenzregion zwischen Israel und Syrien wird zunehmend zum Anziehungspunkt für Islamisten. Deren Angriffsziel ist nun auch der jüdische Staat.

Den Worten des Verteidigungsministers zufolge hat die mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida verbundene Al-Nusra-Front in der israelisch-syrisch-jordanischen Grenzregion Fuss gefasst. Die Terrorgruppe sei dazu bereit, grenzübergreifende Angriffe vorzunehmen, sagte Ja‘alon im Rahmen eines Diskussionsforums des israelischen Wirtschaftsmagazins „Kalkalist“ in Tel Aviv .

 Am vergangenen Donnerstag hatte die Al-Nusra-Front Soldaten der Vereinten Nationen als Geiseln genommen. Die Männer gehören der UNDOF-Mission an, die die Grenzregion zwischen Israel und Syrien auf dem Golan überwacht. 40 Soldaten konnten am Samstag entkommen, indem sie im Schutz der Dunkelheit nach Israel flohen. Derzeit sind noch 45 Soldaten von den Fidschi-Inseln in den Händen der Islamisten.

Die Anfang 2012 bekannt gewordene Al-Nusra-Front heisst mit vollem Namen „Unterstützungsfront für das syrische Volk“. Die mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida verbundene Organisation kämpft gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und strebt an, ein Kalifat in der Levante zu errichten. Die Vereinten Nationen und mehrere Länder, darunter auch die USA, betrachten die Al-Nusra-Front als Terror-Organisation.

Wie Ja‘alon weiter erläuterte, versuche auch der Iran durch die Terrorgruppe Hisbollah seinen Einfluss in der Region auszuweiten. „Der Fingerabdruck des Iran ist in Syrien zu erkennen, auch auf den Golan-Höhen, in Versuchen, Terrorgruppen gegen uns zu verwenden“, sagte Ja‘alon.

Der frühere Geheimdienst-Mitarbeiter Aviv Oreg erklärte, Israel sei ein Angriffsziel der Islamisten. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis diese ihr Augenmerk auf den jüdischen Staat richteten. „Es bedarf nur eines Selbstmord-Attentäters, der den Grenzzaun überschreitet und eine israelische Militäreinheit oder Bauern, die auf dem Feld arbeiten, angreift.“ Noch liege der Fokus der Nusra-Front und anderer sunnitischer Militanten jedoch auf der Beseitigung des syrischen Regimes, fügte Oreg an. (JNS / inn)



Kategorien:Wirtschaft

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