Suche nach vermisstem Soldaten Guy Hever


searching for missing Israeli soldier Guy HeverIsrael versucht erneut, ein Rätsel zu lösen: Vor 17 Jahren verschwand auf den Golanhöhen ein israelischer Soldat. Von dem damals 20-jährigen Unteroffizier fehlt seither jede Spur. Wie der israelische Fernsehsender Kanal 2 berichtet, werden momentan zwei Minenfelder in der Nähe von Had Nes untersucht. Dort war Guy Hever damals stationiert. Auch aus der Luft wird diese Gegend genauer untersucht. Die Armee hofft dadurch Hevers Gewehr aufzuspüren.

Die Waffe wird nicht biologisch abgebaut und kann auch nicht von wilden Tieren gefressen werden. Deshalb müsste Hevers Gewehr noch immer irgendwo liegen.

Im August 1997 hatte Hever seinen Posten bei einer Artilleriebasis auf den Golanhöhen verlassen. Dabei trug er nur sein Gewehr. Das Basiscamp, Camp Thunder, liegt 23 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Dass seither keine einzige Spur zu Hever führt, bleibt mysteriös.

Unermüdlich suchten Freiwillige (Foto), Soldaten, Polizisten, ausgebildete Hunde, Flugzeuge und sogar Roboter in dem Minenverseuchten Gebiet nach Hever. Doch alles war vergeblich.

Das Militär hatte eine Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zum Auffinden Hevers führen. Einige vermuten, dass der 20-Jährige entführt und nach Syrien verschleppt wurde, wo er auch noch heute sein könnte. Seine Familie hofft nun, dass im Zuge des brutalen Bürgerkrieges, der in Syrien wütet, mit der Flut an Flüchtlingen auch neue Informationen über den Verbleib Hevers nach aussen dringen. „Sein Verschwinden ist sehr schwer für uns. Schwieriger als mit Trauer umzugehen. Es ist etwas, das immer noch ungelöst ist“, sagte Guys Mutter Rina Hever der Times of Israel im Jahr 2012. „Ich habe nicht den geringsten Zweifel: Guy lebt noch.“

Nach Guys Verschwinden kam heraus, dass ihm eine Disziplinarstrafe drohte, da er eine Veranstaltung seiner Einheit schwänzte. Dies sei nur die neueste einer ganzen Reihe an Verstössen gewesen. Seine Kommandeure gingen damals davon aus, dass Guy aus Protest einfach zu seiner Familie ging.

Eine Psychologin, die in der Nähe des Militärcamps lebte, sagte später aus, dass sie gesehen habe, wie Hever in Richtung Syrien lief, Stunden nachdem er als vermisst gemeldet wurde. Ein Vogelbeobachter berichtete, er habe an diesem Tag eine uniformierte Person an der Grenze gesehen.

Hever wäre nicht der einzige Israeli, der in Syrien festgehalten wird. 1988 flog Massad Abu Toameh, ein israelischer Araber, nach Griechenland in den Urlaub. Er verschwand und tauchte erst Ende 2001 wieder auf, nachdem er knapp 14 Jahre lang in Syrien gewesen war. Abu Toameh war von einer palästinensischen Splittergruppe, die unter der Schirmherrschaft der syrischen Regierung steht, entführt worden. Die syrische Regierung leugnete wiederholt, dass Abu Toameh im Land gewesen sein soll. Im Jahr 2005 wurde ein Deutscher, der in Israel lebte, in Syrien festgenommen. Dort traf die Frau dann während seines Verhörs einen dünnen, dunkelhäutigen Mann mit perfekten Hebräisch-Kenntnissen. Nachdem sie zwei Jahre später Hevers Foto gesehen hatte, schrieb sie einen Brief an Rina Hever: „Ich habe Ihren Sohn, den als vermisst geltenden Guy Hever, bei einem Verhör am 3. Mai 2005 um 22 Uhr in Damaskus, Syrien mit 90-prozentiger Sicherheit getroffen.“ In der Armee herrschen wenig Zweifel, dass die Briefschreiberin die Wahrheit sagt.

Im Februar 2007 hat eine bis dahin unbekannte und möglicherweise fiktive Organisation, das „Widerstandskommando für die Befreiung der Golanhöhen“, eine offizielle Erklärung herausgegeben: Im Gegenzug für die Freilassung von Drusen aus israelischen Gefängnissen würde die Organisation einen israelischen Soldaten, der auf den Golanhöhen gefasst worden war, freigelassen werden. Dies könnte ein Hinweis auf Hever gewesen sein. Doch nach dieser Erklärung folgte nichts mehr. Es kam keine Anweisung und es ist nach wie vor unklar, ob es dieses Widerstandskommando überhaupt gibt.



Kategorien:Sicherheit

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