Armee verlegt Raketenabwehrsystem auf den Golan


.Bei dem Luftangriff in der Nacht zum Sonntag auf den syrischen Teil der Golanhöhen sei von der israelischen Luftwaffe neben sechs Hisbollah-Kämpfern auch ein hochrangiger iranischer General getötet worden. Das berichtete ein Sprecher der Vereinten Nationen (UN). Ausserdem wurde bekannt, dass der Luftangriff vermutlich durch Drohnen erfolgte und nicht – wie zunächst vermutet – durch Kampfhubschrauber. Israel erwartet einen Gegenschlag der schiitischen Hisbollah-Miliz und hat deshalb Einheiten des Raketenabwehrsystems „Eiserne Kuppel“ (Foto) in den Norden verlegt.

Zwei unbemannte Flugzeuge hätten von der israelischen Seite aus die Waffenstillstandslinie überquert, erläuterte der UN-Sprecher. UN-Friedenstruppen beobachteten eine Stunde später Rauch, kurz darauf kehrten die Drohnen zurück. „Dieser Vorfall ist ein Verstoss gegen die Waffenstillstandsvereinbarung von 1974 zwischen Israel und Syrien“, fügte der Sprecher hinzu.

Israel hat sich bislang nicht zu dem Luftangriff bekannt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte aber, dass Israel sein Recht, sich und seine Bürger zu verteidigen, nicht aufgeben werde.

Unter den toten Hisbollah-Kämpfern befand sich auch Jihad Mughniyeh, der Sohn des ehemaligen Militärchefs der Hisbollah. Ausserdem kam Mohammed Issa, ein für die Hisbollah-Aktivitäten in Syrien und dem Irak verantwortlicher Kommandant, ums Leben. Am Montagnachmittag versammelten sich daraufhin Tausende von trauernden Hisbollah-Anhängern im Süden von Beirut bei der Beerdigung von Mughniyeh. Der 25-Jährige war Befehlshaber einer Gruppe von Rebellen, die versucht haben sollen, den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu stürzen. Eine anonyme Quelle aus westlichen Geheimdienstkreisen erklärte, Mughniyeh habe „gross angelegte Terroranschläge gegen israelische Ziele geplant, darunter Soldaten, Bürger und ganze Wohngebiete auf den Golanhöhen“. Die Trauernden auf der Beerdigung riefen in Sprechchören „Unsere Partei ist die Hisbollah, unser Führer ist Nasrallah“ und „Tod Israel!“, als sie den Sarg von Mughniyeh durch die Strassen trugen.

Unterdessen ist die israelische Armee in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Nach dem Angriff ist die Gefahr einer Vergeltung der Hisbollah grösser denn je. Ausländische Medien berichten, dass eine ganze Reihe von Raketenabwehrbatterien in den Norden verlagert wurden. Sie seien an der Grenze zu Syrien und dem Libanon stationiert worden, um mögliche Rache-Angriffe der Hisbollah abzuwehren.

Israels Armeechef Benny Gantz erklärte am Montag, dass man gut vorbereitet sei und die Entwicklungen im Norden beobachte. „Die israelische Armee ist bereit, zu handeln“, so Gantz. „Diese Aussage ist nicht nur eine Floskel – wir sind wirklich gut gerüstet.“

Ausserdem kam das israelische Sicherheitskabinett zusammen, um die neuesten Entwicklungen zu diskutieren. Aus internen Quellen hiess es, dass ein möglicher Raketenangriff der Hisbollah mit der israelischen Parlamentswahl am 17. März in Zusammenhang stehen könnte. Diese Meldung wurde vom Militär weder bestätigt noch dementiert – die übliche Vorgehensweise in solchen Fällen.

Fachleute sind jedoch der Ansicht, dass ein neuer Krieg beiden Parteien – sowohl Israel als auch der Hisbollah – ungelegen käme. Die islamistische Gruppe hat derzeit mit dem geschwächten Regime in Syrien sowie dem Aufstieg der radikalen sunnitischen Gruppen alle Hände voll zu tun.

In der Zwischenzeit starteten Hisbollah-Aktivisten eine Propagandakampagne gegen Israel in den sozialen Medien: „Bereiten Sie Ihre Luftschutzbunker vor“, heisst es beispielsweise. Und weiter: „Zehntausende unserer Kämpfer stehen bereit, einen heiligen Tod zu sterben“.

Auch der Iran „ist bereit, zu einem geeigneten Zeitpunkt mit Gewalt gegen die Angriffe der zionistischen Terroreinheit zu reagieren“, meldete eine iranische Nachrichtenagentur. (ih)



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