Kommt es zum Black-Friday?


Laut dem Rohstoff-Bericht von „autochartist“ wird eine Kursmarke bei Crude Oil von 0.0 erwartet.

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Die Ölpreise haben in dieser Woche neue Korrekturtiefs erreicht. Die Aussicht auf ein steigendes Ölangebot aus dem Iran hat die Ölpreise am Freitag auf Talfahrt geschickt.

Brent Oil verbilligte sich um bis zu 2,2 Prozent auf 30,21 Dollar je Fass, WTI wurde mit 30,17 Dollar je Barrel 3,3 Prozent niedriger gehandelt. Seit Jahresbeginn sind die Preise bereits um jeweils rund 18 Prozent eingebrochen. Händlern zufolge spekulieren die Anleger darauf, dass die Internationale Atombehörde dem Iran in ihrem Abschlussbericht (ID:nL8N14X3Q9) bescheinigen dürfte, die Bedingungen des Atomabkommens vom Sommer letzten Jahres erfüllt zu haben. Eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran dürfte dann schon bald folgen – die Strafmassnahmen des Westens hatten die iranischen Ölexporte mehr als halbiert (ID:DnL8N14N09A). „Die Rückkehr des Iran an den Ölmarkt erfolgt zum falschen Zeitpunkt – sowohl für den Markt als auch für den Iran“, hiess es in einem Kommentar von Phillip Futures. Es wäre mit Sicherheit idealer, wenn die Preise noch bei 100 Dollar je Barrel liegen würden.

Die Ölpreise bringen inzwischen diverse Staaten in Bedrängnis. Wegen des Preisverfalls ist zum Beispiel Saudi-Arabien im vergangenen Jahr erneut tief in die roten Zahlen gerutscht. Es ist das zweite Jahr in Folge, dass der weltgrösste Ölexporteur ein Minus im Staatshaushalt verbuchen muss. Der Staatshaushalt werde das Jahr mit einem Rekordminus von 98 Milliarden US-Dollar abschliessen, hiess es in einer Erklärung des Finanzministeriums in Riad. Während sich die Ausgaben auf voraussichtlich 975 Milliarden Riyal summierten, beliefen sich die Einnahmen auf ca. 608 Milliarden Riyal (148 Milliarden Euro). Das sind 42% weniger als im Vorjahr und etwa 15% weniger als erwartet.

Der Ölverkauf sorgt normalerweise für mehr als 90% der saudi-arabischen Staatseinnahmen. Für 2016 rechnet das Finanzministerium daher mit einem Defizit von 87 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben sollen bei 840 Milliarden Riyal liegen, die Einnahmen bei schätzungsweise 513,8 Milliarden Riyal, was der niedrigste Wert seit 2009 wäre. Damals war der Ölpreis wegen der weltweiten Finanzkrise eingebrochen.

Ein weiteres Beispiel für Probleme einzelner Länder durch den Ölpreisverfall ist Russland, das tief in der Rezession steckt. Für das abgelaufene Jahr 2015 rechnet die russische Zentralbank damit, dass die Wirtschaftsleistung um 3,7% zurückgegangen ist.

Das sind nur zwei konkrete Beispiele für die Probleme, die bereits mehrfach beschrieben wurden, dass nämlich bei niedrigen Ölpreisen ab einer gewissen Grenze die negativen Effekte überwiegen.

Dem Ölpreis machen seit Monaten das weltweite Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage zu schaffen. Anders als in früheren Jahren haben die Opec-Staaten bislang nicht mit Förderkürzungen reagiert, um den Preis zu stützen. Im Gegenteil: Sie pumpen ebenfalls mehr Öl, um so ihre Marktanteile zu verteidigen. Als Hauptgrund für das Überangebot gilt der Schieferölboom in den USA.

Angesichts niedriger Zinsen bleiben Aktien interessant, die gesunkenen Rohstoffpreise machen aber zunehmend Probleme und könnten ein deutliches Anzeichen für eine neuerliche Rezession in wichtigen Märkten wie den USA sein.

 



Kategorien:Wirtschaft

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