Israelis fahren Palästinenser in die Krankenhäuser


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Israelis helfen Palästinensern. Im Schatten der jüngsten Terrorwelle in Israel, in denen der Hass zwischen den Völkern tobt, signalisieren andere Menschen Hoffnung. Hunderte Israelis fahren mit ihren privaten Autos kranke Palästinenser und ihre Familienangehörigen aus den Palästinensergebieten in israelische Krankenhäuser.

Es ist sieben Uhr morgens, Checkposten Bartaa neben Wadi Ara. Für viele Palästinenser ist dieser Übergang wie ein Tor zum Leben. „Jede Woche, zwei bis dreimal nehme ich meine Tochter in das israelische Krankenhaus Tel Haschomer oder Schaare Zedek. Am Schabbat fahre ich mit meiner Tochter zur Physiotherapie nach Um el Fachem“, sagte Amschad Samar im Zweiten Fernsehkanal, dessen neunjährige Tochter körperlich gelähmt ist (siehe Bild aus Kanal Zwei). Auf der israelischen Seite des Checkpostens warten zwei Engel, Aluma Goren und Yuval Roth. Beide fahren sie in die israelischen Krankenhäuser. „Während der Fahrt reden wir über alles, nur nicht Politik“, sagte Goren. „Über Kinder, das Leben und Familie. Wir helfen uns gegenseitig.“ Amschad findet: „Wir sind nicht Freunde, wir sind Geschwister!“

Zur selben Zeit, nur 140 km südlich am Grenzübergang des Gazastreifens überschreitet eine Palästinenserin mit ihrer Tochter den Grenzübergang und wird ebenso von einem Israeli in seinem Auto abgeholt und ins Rambam Krankenhaus in Haifa gefahren. Diesmal ist der Volontär der Rechtsanwalt Eran Schendar, der früher als Rechtsanwalt in der Staatsanwaltschaft diente. „Ich helfe den Palästinensern aus zwei Gründen“, erklärte Schendar. „Ich denke der israelisch-arabische Dialog wird zu einfach verallgemeinert und in dieser Verallgemeinerung möchte ich der Menschheit einen Schimmer der Hoffnung hinterlassen. Denn schliesslich geht es um Menschen. Diese Menschen sind die Ärmsten unter den Ärmsten und denen wollen wir beistehen.“

Schendar, Goren und Roth gehören zu 400 Israelis, die alle in der Organisation „Auf dem Weg zur Heilung“ freiwillig mithelfen. Sie holen an den Checkposten täglich bedürftige Palästinenser ab und fahren sie in die israelischen Krankenhäuser. Von den israelischen Behörden und dem israelischen Militär bekommen die Palästinenser die nötigen Genehmigungen, um in Israel behandelt zu werden. Gemeinsam helfen sie in Israel dem palästinensischen Nächsten in Not. Diese Hilfe führt zu engen Beziehungen zwischen Juden und Palästinensern. (ih)

 



Kategorien:Gesellschaft

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