9.000 Jahre alte Stadt gefunden


Bei Arbeiten an einer neuen Schnellstrasse vor Jerusalem wurde eine antike Stadt aus der Jungsteinzeit entdeckt, die grösste aus dieser Zeit in Israel.

Die antike Stadt aus der Jungsteinzeit, die grösste in Israel aus dieser Zeit, wurde dank der Arbeiten an der neuen Schnellstrasse 16 gefunden, die die Schnellstrasse 1 von Tel Aviv nach Jerusalem mit dem Südwesten Jerusalems verbinden wird. Die Überreste der Stadt wurden in der Nähe der Kreuzung Motza westlich von Jerusalem gefunden. Das von Netivei Israel (National Transport Infrastructure Company) initiierte und finanzierte Ausgrabungsprojekt wurde von den Archäologen Hamoudi Khalaily und Jacob Vardi von der israelischen Altertumsbehörde durchgeführt.

An der Ausgrabungsstätte wurden Tausende von Pfeilspitzen, Schmuckstücken und Figuren gefunden, von denen einige von weit entfernten Orten stammten. Obsidiansteine ​​aus Anatolien in der Türkei und Muscheln aus dem Roten Meer sprechen von einem entwickelten „internationalen” Handel. Die Stadt selbst, mit geschätzten 2.000 bis 3.000 Einwohnern eine grosse Stadt für diese Zeit, lag 8 km westlich von Jerusalem am Ufer des Sorek-Baches in einem Gebiet, in dem viele Wasserquellen das Flussufer zu einem üppigen Ort machten.

Khalaidy und Vardi sagten, dass „dies das erste Mal ist, dass eine solche grossflächige Siedlung aus der Jungsteinzeit – vor 9.000 Jahren – in Israel entdeckt wird.” Bei den Ausgrabungen wurden grosse Gebäude und Kultstätten freigelegt. Luftbilder zeigen deutlich, dass die Stadt selbst mit ihren anscheinenden „Strassen” gut geplant gewesen zu sein schien.

Die Lagerschuppen enthielten eine grosse Menge an Hülsenfrüchten, insbesondere Linse, auch ein aussagekräftiges Zeichen dafür, dass die Einwohner dieser Stadt eine gut organisierte landwirtschaftliche Gemeinde waren. Schafsknochen, die auf dem Gelände gefunden wurden, deuten darauf hin, dass die Bewohner mehr auf Haustiere als auf Wild angewiesen waren.

Die Entdeckung dieser neolithischen Stadt weckt ein erneutes Interesse an der wissenschaftlichen Gemeinschaft, die nun möglicherweise die alte Annahme, wonach Judäa zu dieser Zeit ein unbewohntes Gebiet gewesen sei, neu überdenken muss. Diese neolithische Stadt hat Ingenieur Gilad Naor, Leiter der Projektabteilung der Netivei Israel Company, begeistert. Er sagte: “ Es ist ein grosses Privileg für uns bei Netivei Israel, dass die Verkehrsinfrastrukturprojekte von morgen solche besonderen Entdeckungen in der grossartigen Geschichte unseres Landes ermöglichen.”

Amit Re’em, Archäologe des Bezirks Jerusalem der israelischen Altertumsbehörde, sagte, dass die Behörde den Einsatz fortschrittlicher 3D-Technologie plant, die späteren Besuchern die Geschichte dieser Stätte näherbringen wird.



Kategorien:Kultur

Schlagwörter:, ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: