Deutschem Gesandten in Nahost „gefallen“ israelfeindliche Inhalte


Der deutsche Gesandte Christian Clages an der Seite von Aktivistin Hanan Aschrawi (Archivbild)

Der deutsche Gesandte für die palästinensisch verwalteten Gebiete, Christian Clages, hat auf Twitter zahlreiche israelfeindliche und antisemitische Inhalte mit einem „Like“ versehen. Das berichtete die Zeitung „Bild“ am Donnerstag. Clages benutzte dafür den verifizierten Account „Germany in Ramallah“.

Bildschirmfotos dokumentieren die Aktivitäten: So empfahl der Gesandte einen Artikel als „Pflichtlektüre“, der unterstellt, die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem betreibe Geschichtsdarstellung wie in „totalitären Staaten“. Ein palästinensischer Mob-Angriff auf israelische Soldaten erhielt von ihm den Kommentar „Hut ab!“. Gefallen fand der Diplomat auch an einem Tweet, der Stein-Angriffe auf Israelis herunterspielt: Er zeigt Fotos vom brasilianischen Fussballer Neymar, der sich nach einem angeblichen Foul theatralisch auf dem Boden wälzt. Der Text dazu setzt dies gleich mit „israelischen Soldaten, wenn ein palästinensisches Kind einen Stein auf ihren Panzer wirft“. Palästinensische Steine-Werfer haben in der Vergangenheit viele Israelis getötet und verletzt.

Auch der Kommentar einer Nutzerin, die anlässlich der israelischen Mondmission fragte, wann Israel denn wohl den Mond besetzen werde, erhielt von Clages ein Herzchen. Sogar in einem Austausch zwischen dem ehemaligen Ku-Klux-Klan-Führer David Duke und einem Palästinenser mischte er mit. Duke behauptete geschichtsklitternd, jüdische Rassisten hätten Palästinenser des Dorfes Deir Jassin im Unabhängigkeitskrieg „vergewaltigt und in jüdischen Dörfern zur Schau gestellt, bevor sie sie hinrichteten“. Der Palästinenser gab den sprachlichen Hinweis, die Täter seien „Zionisten“ gewesen. Clages versah diese Korrektur mit einem „Like“.

Das Auswärtige Amt gab gegenüber „Bild“ an, sich von den Tweets „nachdrücklich“ zu distanzieren: „Der Inhalt ist inakzeptabel und widerspricht der Ansicht der deutschen Regierung.“ Eine interne Untersuchung soll herausfinden, wie es zu den „Likes“ gekommen ist und sodann Konsequenzen beschliessen. Die Kommentare seien mittlerweile gelöscht. Das Ministerium liess ausserdem wissen, Clages distanziere sich von den Inhalten der Tweets. (INN / Foto: PLO)

 



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