Diese Währungen sind noch stärker als der Schweizer Franken


Der Schweizer Franken zeigt in diesem Jahr einmal mehr Muskeln. Doch gibt es fünf Währungen, die 2019 noch stärker sind.

Seit Jahren kämpft die Schweizerische Nationalbank (SNB) gegen eine Frankenaufwertung. Eine stärkere Landeswährung verteuert Exporte und macht auch die Tourismusdestination Schweiz für Ausländer weniger erschwinglich. Doch da der Franken in wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten für viele Investoren als sicherer Hafen dient, kann auch die SNB in gegen eine Aufwertung der Währung nur wenig ausrichten.

So wie gerade jetzt: Der Euro notiert zum Franken bei 1,0850 – so tief wie seit Juni 2017 nicht mehr. Allein in diesem Jahr hat sich der Franken zum Euro um 3,9 Prozent aufgewertet, zum US-Dollar 1,2 Prozent und zum britischen Pfund sogar 6,9 Prozent.

Es erstaunt in diesem Umfeld auch wenig, dass der Franken im globalen Vergleich 2019 zu fast allen Währungen zulegt. Doch gibt es (teils überraschende) Ausnahmen. Die folgenden fünf Währungen sind seit Jahresbeginn zum Franken stärker geworden:

Währungen, die 2019 zum Franken aufwerten

Währung Kurs zum Franken Entwicklung seit 1.1.19
Schekel (Israel) 0,28 +5,8%
Rubel (Russland) 0,015 +4,4%
Baht (Thailand) 0,032 +3,5%
Yen (Japan) 0,0092 +2,9%
Kanadischer Dollar (Kanada) 0,73 +1,7%

Quelle: cash.ch, Stand 13. August 2019

Israelischer Schekel

Keine Währung ist 2019 so stark wie der Schekel. Die israelische Währung hat sich zum Franken seit Jahresbeginn um satte 5,8 Prozent aufgewertet. Der Wirtschaft von Israel läuft es derzeit vorzüglich: Das Wachstum beträgt derzeit stolze 3,3 Prozent, die Arbeitslosigkeit ist mit 4,1 Prozent tief. Anfang Juli entschied sich die Bank of Israel die Leitzinsen auf 0,25 Prozent zu belassen. Gleichzeitig betonte die Research-Abteilung der Notenbank aber auch, dass Ende des dritten Quartals 2019 eine Zinsanhebung angebracht wäre.

In einer Zeit, wo Notenbanken Zinsen eher senken als anheben, blieb diese Ankündigung nicht ohne Effekt: Der Schekel wertete stark auf. Das gefiel dem seit Dezember 2018 amtierenden Notenbankchef Amir Yaron nicht. Ende Juli ruderte er zurück und kündigte an, dass es dieses Jahr keinen Zinsanstieg mehr gebe und gleichzeitig Gegenmassnahmen getroffen würden, sollte sich der Schekel weiter aufwerten. Genützt hat es bislang wenig.

Russischer Rubel

4,4 Prozent hat der Rubel zum Franken gewonnen in diesem Jahr. Das überrascht, zumal Russlands Wirtschaft die letzten Jahre kriselte und die Währung mit Blick auf die letzten 10 Jahre deutlich schwächer wurde. Die Aufwertung des Rubels hat mit der Zinssenkung in den USA zu tun. Denn in Russland sind die Leitzinsen derzeit mit 7,25 Prozent massiv höher, das macht den Rubel für Investoren interessant.

Experten gehen jedoch davon aus, dass die Rubel-Stärke nur temporärer Natur ist. Laut einer Bloomberg-Umfrage unter 19 Analysten dürften die Gewinne bis Jahresende wieder dahinschmelzen. In den kommenden Monaten dürfte es in Russland weitere Zinssenkungen geben.

Thailändischer Baht

Thailand-Liebhaber aufgepasst: Der Baht ist seit dem 1. Januar um 3,5 Prozent teurer geworden zum Franken. Zum Euro sind es sogar über 7 Prozent. Mit teils dramatischen Folgen für westliche Rentner, die auf ein günstiges Leben im Urlaubsparadies setzen. Wie das deutsche Handelsblatt vergangene Woche berichtete, geraten ausgewanderte Europäer durch die ungünstige Währungsentwicklung immer häufiger in finanzielle Schwierigkeiten. Meist werde der Ruhestand in Thailand schlicht zu knapp kalkuliert.

Auch für Thailands Wirtschaft ist der starke Baht ein Fluch. Experten fürchten sich um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Die Bank of Thailand hat nun am 7. August reagiert und etwas überraschend die Leitzinsen von 1,75 auf 1,5 Prozent gesenkt. Seither schwächt sich der Baht leicht ab.

Japanischer Yen

Der Yen gilt traditionell als sicherer Hafen – fast noch mehr als der Franken. Daher erstaunt es kaum, dass Japans Währung in diesem Jahr – wo die Fed mit ihren Zinsen wieder runter geht – an Stärke gewinnt. Wie die Schweiz „bestraft“ auch Japan Einlagen von Geschäftsbanken bei der Zentralbank mit einem Negativzins. Dieser beträgt derzeit minus 0,1 Prozent. An ihrer jüngsten Zinssitzung vom 30. Juli gab die Bank of Japan bekannt, dass die Niedrigzinsphase noch bis mindestens Frühjahr 2020 andauern wird.

Kanadischer Dollar

Der Dollar aus Kanada hat sich zum Dollar aus den USA seit dem 1. Januar um 3 Prozent aufgewertet. Auch zum Franken gewinnt der „Loonie“, wie er in Kanda auch genannt wird, an Stärke. Allerdings hat der Franken in den letzten zwei Wochen stark aufgeholt, wie die Kursentwicklung des Währungspaares in diesem Jahr zeigt:

Entwicklung Kanadischer Dollar zum Franken seit Jahresbeginn, Quelle: cash.ch

Entwicklung Kanadischer Dollar zum Franken seit Jahresbeginn, Quelle: cash.ch

Die Bank of Canada hält derzeit die Leitzinsen bei 1,75 Prozent. Eine Zinssenkung soll nicht erfolgen. Während das Wachstum in den USA rückläufig ist, findet Kanada derzeit erst langsam zu seinem Trendwachstum zurück. Doch sollte die USA in eine grössere Wachstumskrise rutschen, würde das auch der nördliche Nachbar zu spüren bekommen. (Cash.ch)

 



Kategorien:Wirtschaft

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