Haifa soll das Venedig Israels werden


Pläne für den Umbau der Bucht von Haifa könnten die Küstenstadt zu einer internationalen Metropole machen.

Vertreter verschiedener Organisationen haben Pläne vorgestellt, nach denen die Bucht von Haifa in ein innovatives Gebiet genannt „Innovation Valley“ umgestaltet werden soll. Wenn dieses Vorhaben genehmigt wird, würden 100.000 neue Wohnungen gebaut werden sowie fünf Häfen und Kanäle wie in Venedig oder Amsterdam. Dafür müssten jedoch zuerst die Ölraffinerien entfernt werden, die auf diesem Areal stehen und die gesamte Stadt verschmutzen.

Haifa und der Giftmüll

In Haifa stehen verschiedene industrielle Kraftwerke und Raffinerien, die in den letzten 80 Jahren den Boden verschmutzt haben und die gesamte Umgebung in Mitleidenschaft ziehen. Haifa hat die höchste Krebsrate in Israel und verschiedene Umweltorganisationen befinden sich seit Jahren mit der Verwaltung und den dortigen Unternehmen im Krieg um eine bessere Stadt. Würde der „Innovation Valley“ Plan angenommen, müsste das betreffende Land vom Giftmüll gereinigt werden, der im Laufe der Jahre tief in den Boden eingedrungen ist und auch das Grundwasser verseucht. Erste Schätzungen gehen von Reinigungskosten in Höhe von über 1,5 Milliarden Schekel aus. Hinzu kommen die Kosten für den Umzug der dort ansässigen Industrieanlagen. Diese sollen aus der Stadt herausgenommen werden und sich im Vorort Ramat Hanegev ansiedeln.

Die Vision

Die Stadt Haifa, die am Abhang des Karmel und in einem wunderschönen Tal gelegen ist, hat grosses Potenzial, eine der schönsten Städte der Welt zu werden, wenn der ambitionierte Plan umgesetzt wird. Im Grunde wird an Stelle der Industriegebiete eine ganz neue Stadt geplant, denn 100.000 neue Wohnungen mit zwei Millionen Quadratmetern für Büros und Geschäfte sind ein enormes Projekt, das etwa die Grösse der Stadt Netanja hat.

Den beteiligten Organisationen und den Bürgern Haifas hat besonders der Teil des Plans gefallen, der das Tal mit einem System von Kanälen und kleinen Seen durchziehen soll. Diese werden von der natürlichen Flut in der Region gespeist und können mit Booten befahren werden, während einige glückliche Bürger sogar direkt an den Kanälen wohnen können.

Wer ein eigenes Boot hat, kann dieses an einem der fünf geplanten Yachthäfen parken, die am Kischon Fluss gebaut werden sollen, dessen Mündung ins Mittelmeer etwas nach Norden umgeleitet werden würde. Dieser radikale Plan könnte Haifa von der am schwersten verschmutzten Stadt Israels in einen paradiesischen Garten verwandeln.

Das liebe Geld

Natürlich ist solch ein riesiges Projekt nicht billig, aber es ist möglich, dass es sich selbst finanziert. Erste Analysen haben ergeben, dass das Land nach der Reinigung einen Wert von etwa 13 Milliarden Schekel haben wird. Wohnungen in dieser dann schönen Bucht werden einen hohen Preis am Immobilienmarkt erzielen und Geschäfte, Büros sowie andere kommerzielle Einrichtungen werden sicherlich ebenfalls schnell den Wert dieses Orts entdecken.

Es müssen jedoch noch die Ministerien für Wirtschaft und Energie von dem „Innovation Valley“ Plan überzeugt werden, genauso wie die ansässigen Ölraffinerien, die man nicht einfach mal so umsiedeln kann. Finanzminister Kahlon unterstützt den Plan bereits. Die gesamte Bevölkerung Haifas würde sich sicherlich ebenfalls über die Entfernung der Industrieanlagen aus ihrer Stadt freuen. (Michael Selutin, ih)

 



Kategorien:Wirtschaft

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  1. Damit würden Kishons Visionen (Blaumilchkanal) doch endlich wahr, wenn auch etwas nördlicher.

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  1. Haifa soll das Venedig Israels werden — JNS – ISRASWISS | German Media Watch-Blog

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