Pipeline soll Gaza mit israelischem Gas beliefern


Das Projekt soll die Stromprobleme im Gazastreifen beheben und gleichzeitig dem Umweltschutz dienen

Der Gazastreifen leidet unter Strommangel. Dem soll eine Pipeline abhelfen, die von Israel Naturgas in das palästinensische Gebiet liefert. An dem geplanten Abkommen sind unter anderen Katar und die Europäische Union beteiligt.

Israel soll Gas für das Kraftwerk im Gazastreifen liefern, um dem Strommangel abzuhelfen. Ein entsprechendes Abkommen haben Katar, die Europäische Union und die Vereinten Nationen vermittelt. Unterzeichnet ist es allerdings noch nicht. Doch der katarische Gesandte Mohammed al-Emadi veröffentlichte am Sonntag eine offizielle Erklärung dazu.

Demnach setzt sich die angestrebte Vereinbarung aus zwei Teilen zusammen. Einerseits soll der israelische Energiekonzern Delek Gas an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) verkaufen, die es dann an den Gazastreifen weitergibt. Andererseits ist eine Pipeline von Israel zum Kraftwerk in Gaza geplant. Die EU unterstützt die Bauarbeiten auf palästinensischem Gebiet mit 5 Millionen US-Dollar, Katar finanziert den Bauabschnitt in Israel.

Einem Bericht der Zeitung „Yediot Aharonot“ zufolge verkauft Israel derzeit jeden Tag 120 Megawatt Strom an den Gazastreifen. Das mit Diesel betriebene Kraftwerk erzeugt 90 Megawatt, weitere 30 Megawatt entstehen durch Solaranlagen. Damit stehen den Menschen in dem Küstenstreifen 240 Megawatt pro Tag zur Verfügung, der Bedarf liegt aber bei 500 Megawatt. Deshalb gibt es täglich mehrere Stunden lang keinen Strom.

Al-Emadi hat seit 2018 mit israelischer Bewilligung grosse Geldsummen von Katar an die Hamas transferiert, er gilt als inoffizieller Vermittler. Das Geld war für Treibstoff, Infrastrukturprojekte und Unterstützung für Familien bestimmt. Der Gesandte rechnet damit, dass sich beim Umsteigen von Diesel auf Gas die jährlichen Kosten für Treibstoff von 22 Millionen Dollar auf weniger als 10 Millionen Dollar verringern.

Der EU-Gesandte für das Westjordanland und den Gazastreifen, Sven Kühn von Burgsdorff, bekundete die Hoffnung, dass das Abkommen in den nächsten Monaten abgeschlossen werden könne. „Die Bedeutung dieses Projekts liegt nicht nur darin, dass es weitgehend den Energiebedarf des Gazastreifens decken wird“, fügte er laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ hinzu. „Es wird auch helfen, die Entsalzungsanlage von Gaza mit Energie zu versorgen. Dadurch erhalten viele Bewohner Zugang zu sauberem Wasser.“ Al-Emadi rechnet damit, dass die Pipeline in den nächsten zwei bis zweieinhalb Jahren fertiggestellt wird.

Unklar ist noch, ob die Freilassung von zwei israelischen Geiseln und die Herausgabe zweier Leichen von israelischen Soldaten Bedingung für das Projekt ist. Israels Energieminister Juval Steinitz (Likud) sagte nur, die Vereinbarung würde die regionale Luftverschmutzung reduzieren. „Jegliches Abkommen, das abgeschlossen wird, um Naturgas von Israel an das Kraftwerk in Gaza zu liefern, geschieht mit unserer vollen Koordination.“ (Text & Bild Elisabeth Hausen/inn)

 



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