Autoren-Archive

  • Syrien plant neue Atomanlage

    Syrien plant den Bau eines Atomkraftwerks, das 2020 fertiggestellt sein soll. Das geht aus einem Dokument der Atomenergiekommission des Landes hervor, das die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) veröffentlicht hat.
    Derzeit ist noch unklar, ob Syrien auch beabsichtigt, selbst den nuklearen Treibstoff für solch eine Anlage herzustellen. Sollte es wie sein Verbündeter Iran ein eigenes Programm zur Urananreicherung beginnen, würde dies im Westen für grosse Beunruhigung sorgen, da das so entstehende Material auch für den Bau von Atombomben verwendet werden kann.
    „Im Prinzip sollte der Bau eines Atomkraftwerks zu keiner größeren Sorge Anlass geben – so lange man es nicht als Vorwand für die Entwicklung des vollständigen Brennstoffkreislaufs benutzt“, meint Pierre Goldschmidt, ein früherer Inspektionsleiter der IAEA, und fügt in Hinsicht auf die Kontrollen von Seiten seiner Organisation hinzu. „Selbstverständlich geht Syrien hier nicht mit gutem Beispiel voran, da es der Behörde nicht erlaubt, einige der Stätten zu besuchen, die sie besuchen will.“
    Die IAEA zeigt sich zunehmend frustriert über die mangelnde Kooperation der Syrer bei der Untersuchung der Nuklearanlage, die 2007 zerstört worden war.

  • Jordanischer Chargé d’affaires einbestellt

    Aufgrund des Aufrufs des jordanischen Justizministers zur Freilassung des Mörders von sieben israelischen Mädchen hat das israelische Aussenministerium am Dienstag den Geschäftsträger der jordanischen Botschaft in Israel einbestellt.
    Yaacov Hadas, der stellvertretende Generaldirektor für den Nahen Osten und den Friedensprozess, übermittelte dem jordanischen Chargé d’affaires Israels Empörung über die Äusserungen des neuen Justizministers des Haschemitischen Königreichs, Hussein Mjali.
    Mjali hatte die vorzeitige Entlassung des zu 25 Jahren Haft verurteilten Ahmed Daqamseh gefordert, der 1997 sieben israelische Schülerinnen bei einer Exkursion in Naharayim nahe der israelische-jordanischen Grenze ermordet hatte.
    Hadas betonte, dass Israel die Stellungnahme des Ministers mit äusserstem Ernst betrachte und von der jordanischen Regierung erwarte, sie sofort und unzweideutig zu verurteilen. Auch darüber hinaus solle Jordanien derartige Appelle strikt zurückweisen und dafür Sorge tragen, dass der Mörder weiter die ihm auferlegte Strafe verbüsse.
    Israels Botschafter in Jordanien, Daniel Nevo, hat Israels Protest der höchsten Regierungsebene des Königreichs übermittelt.

  • Kabinett ist künftig digital vernetzt

    Das israelische Kabinett setzt auf moderne Digitaltechnik. Ministerpräsident Netanjahu prüft derzeit ein Pilot-Projekt, einen sogenannten „Smart-Tisch“. Er soll in den Sitzungsraum eingebaut werden. Das System wird einen persönlichen Touch-Screen-Bildschirm für jedes Mitglied beinhalten, auf dem offizielle Papiere gelesen werden können. Die einzelnen Minister können Power-Point-Präsentationen zeigen und digital abstimmen. Desweiteren können sich die Minister über die Anlage gegenseitig elektronische Notizen zusenden. Ziel ist es, weniger Papier zu verbrauchen und effektiver zu arbeiten. Auch die Anwesenheit der Minister bei den Sitzungen kann so festgehalten werden – unbemerktes Schwänzen ist dann nicht mehr möglich. Das System wird nicht ans Internet angeschlossen, was verhindern soll, dass der Feind oder Journalisten hinter verschlossenen Türen besprochene Dinge erfahren.

  • Hamas: „Israel sucht Informationen über Schalit“

    Israel hat laut Angaben der Hamas angeblich SMS-Mitteilungen an die Menschen im Gazastreifen verschickt und darin um Informationen zum Verbleib des entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit gebeten. Die radikal-islamische Organisation warnte jetzt die Palästinenser davor, auf die Nachrichten zu reagieren.
    Die SMS-Mitteilungen enthielten eine Telefonnummer. Diese könnten die Palästinenser anrufen, wenn sie Informationen zum Aufenthaltsort Schalits weitergeben möchten, heisst es in einem Bericht der Tageszeitung „Jediot Aharonot“.
    Das Innenministerium der Hamas-Regierung warnte nun in einer Stellungnahme davor, die israelische Nummer anzurufen. „Dieser Weg führt zum Zusammenbruch, und zur Kollaboration mit dem zionistischen Feind. Wir drängen unsere Bürger, nicht den zionistischen Geheimdienst über die Nummer auf irgendeine Weise zu kontaktieren“. Die Sicherheitskräfte im Gazastreifen würden dieser Angelegenheit maximale Aufmerksamkeit schenken.
    Der damals 19-jährige Gilad Schalit war am 25. Juni 2006 von bewaffneten Palästinensern in den Gazastreifen verschleppt worden. Das letzte Lebenszeichen war ein im Oktober 2009 veröffentlichtes Video vom 14. September desselben Jahres. Für seine Freilassung verlangt die Hamas die Entlassung von rund 1.000 in Israel inhaftierten Palästinensern.

  • FIFA fordert Rücktritt von Israel-Coach Fernandez

    Die Fifa hat Israels Verband angehalten, Teamchef Luis Fernandez mit sofortiger Wirkung seines Amtes zu entbinden. Der Franzose hatte den Posten im Mai letzten Jahres übernommen, nachdem er den katarischen Club Al Rayyan verlassen hatte.
    Al Rayyan wirft Fernandez Vertragsbruch vor und erwartet eine finanzielle Entschädigung vom Ex-Coach.
    Die FIFA hat Israels Verband nun angehalten, dass Fernandez „alle Aktivitäten den Fussball betreffend einstellen muss“. Präsident Avi Luzon will sich nun in der kommenden Woche mit Fernandez sowie dessen Anwalt treffen, um eine Lösung für das Problem zu finden.

  • Universität Tübingen ehrt israelischen Akademiker

    Der israelische Sozialphilosoph Avischai Margalit erhält den diesjährigen Dr. Leopold Lucas-Preis der Universität Tübingen. Damit würdigt die Evangelisch-Theologische Fakultät die Suche des jüdischen Akademikers nach „einer grundlegenden Politik- und Gesellschaftsorientierung jenseits aller ideologischen, ethischen und religiösen Fundamentalismen“.
    Margalit wurde 1939 in Afula geboren und wuchs in Jerusalem auf. Nach dem Studium der Philosophie und Wirtschaftswissenschaften in Jerusalem leistete er seinen Wehrdienst in der Nahal-Fallschirmjäger-Einheit ab, die im Sechs-Tage-Krieg am 7. Juni 1967 an der Eroberung von Ost-Jerusalem beteiligt war. Er engagiert sich vielfältig in dem Teil der israelischen Friedensbewegung, die sich im israelisch-palästinensischen Konflikt energisch für die Zwei-Staaten-Lösung einsetzt. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 hatte Margalit die renommierte Shulman-Professur für Philosophie an der Hebräischen Universität von Jerusalem inne und ist seitdem George F. Kennan-Professor am „Institute for Advanced Study“ in Princeton.
    Im Zentrum seiner Überlegungen zur praktischen Philosophie steht die Konzeption einer „anständigen“ Gesellschaft. Charakteristisch ist es nach Margalits Urteil, dass ihre schwächeren Mitglieder durch die sozialen Institutionen nicht systematisch erniedrigt, gedemütigt oder entwürdigt werden…

  • Iranische Kriegsschiffe kehren um

    Verwirrung um iranische Schiffe im Suez-Kanal: Entgegen israelischer Befürchtungen haben zwei iranische Kriegsschiffe den Kanal in Richtung Mittelmeer nicht passiert. Unklar bleibt, was die iranische Armee zum Kurswechsel bewogen hatte. Dafür durchquerte ein US-Flugzeugträger den Suezkanal.
    Nach einem Bericht des Nachrichtensenders Al-Arabija hatte Ägypten die Schiffe an der Durchfahrt gehindert. Ein Vertreter der Verwaltung des Suez-Kanals sagte lediglich, kein iranisches Kriegsschiff stehe auf der Warteliste für die Durchfahrt. Gemäss weiteren Angaben aus der Kanalverwaltung hatten die Schiffe ihre Gesuche für eine Erlaubnis zur Durchfahrt offenbar zurückgezogen.
    Israel hatte der iranischen Regierung am Mittwoch vorgeworfen, sie wolle mit der Entsendung der Schiffe ins Mittelmeer provozieren. Die Selbstüberschätzung und die Dreistigkeit im Iran nehme täglich zu, sagte Aussenminister Avigdor Lieberman. Die internationale Gemeinschaft müsse «verstehen, dass Israel diese Provokationen nicht ewig ignorieren kann».
    Zugleich warf Lieberman der internationalen Gemeinschaft vor, nicht bereit zu sein, mit den Provokationen Teherans umzugehen. Als Reaktion auf die Äusserungen stiegen die Erdölpreise an den Weltmärkten auf ein 29-Monatshoch.

    Jedoch durchquerte ein US-Flugzeugträger den Kanal. Das Schiff ist auf dem Weg vom Mittelmeer in den Persischen Golf. Wie die US-Marine mitteilte, passierte die USS-Enterprise am Dienstag in Begleitung eines Kreuzers und eines Versorgungsschiff ohne Zwischenfälle den 190 Kilometer langen Kanal…

  • Libanon: Nasrallah lässt zum Krieg mit Israel vorbereiten

    Israels Verteidigungsminister hatte am Vortag erklärt, die Lage an der Grenze zu Israel könnte sich verschlechtern. Seither rechnet auch der Hisbollah-Chef mit einer Invasion Israels im Libanon.
    Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah hat die libanesische Miliz aufgerufen, auf einen möglichen Krieg mit Israel vorbereitet zu sein. Die Kämpfer sollten sich, «falls uns Krieg aufgezwungen wird», auf eine Invasion Nordisraels einstellen, sagte Nasrallah am Mittwoch in einer Fernsehansprache. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hatte am Vortag erklärt, die Lage an der Grenze könnte sich verschlechtern…

  • „Gaza-Sderot“: Palästinenser und Israelis tagen gemeinsam

    Am Sapir College nahe der israelischen Stadt Sderot hat am Montag eine seltene Zusammenkunft begonnen: Palästinenser aus dem Gazastreifen und Israelis aus der von palästinensischen Raketenangriffen geplagten Region halten dort eine viertägige Konferenz ab, in der sie über die Situation vor Ort sprechen.
    Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Gaza-Sderot: Von der Krise zur Nachhaltigkeit“. Besprochen werden sollen unter anderem die politische Situation, die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Schaffung einer nachhaltigen Zukunft, die Entwicklungen in einzelnen Gemeinden, wirtschaftliche Aspekte des Konflikts, die Auswirkungen des Konflikts auf Kinder und Jugendliche sowie auf die Umwelt.
    Eingeladen war unter anderem eine 30-köpfige Delegation aus dem Gazastreifen. Allerdings durften aus Sicherheitsgründen nur 15 Palästinenser nach Israel einreisen. Die meisten der Gäste wollten aus Angst vor Übergriffen nach ihrer Rückkehr in das Palästinensergebiet anonym bleiben.
    Einige der palästinensischen Vertreter äusserten die Hoffnung auf einen Sturz der Hamas-Regierung. „Wenn sie erfolgreich das Regime in Ägypten stürzen konnten, welches nicht weniger rau ist, als die Hamas, dann kann auch das Hamas-Regime gestürzt werden“, erzählte einer der palästinensischen Teilnehmer laut der Tageszeitung „Jediot Aharonot“. Er fügte hinzu, viele Menschen im Gazastreifen kommunizierten über soziale Netzwerke im Internet. „Unser Vorteil ist, dass das Internet nicht geblockt werden kann, denn die Server stehen in Israel.“ Dennoch hätten viele Menschen Angst. So sei am vergangenen Freitag eine großangelegte Demonstration gegen die Hamas fehlgeschlagen. „Der Versuch wurde in letzter Minute blockiert. Wir haben miteinander gesprochen, aber es gibt immer die Möglichkeit, dass einer der Sprecher ein Hamas-Vertreter ist“, so der Palästinenser…

  • Minister will Schulausflüge nach Hebron

    Israels Bildungsminister Gideon Sa´ar setzt sich für Schulausflüge nach Hebron ein. Am Dienstag stellte er ein neues Schulprogramm vor, in dessen Rahmen Schüler das Grab der Erzväter in der von Israelis und Palästinensern bewohnten Stadt im Westjordanland besuchen sollen. Dies sei wichtig, um die „historischen Wurzeln des Staates Israel im Land Israel zu erkennen“.
    Ein Pilotprogramm werde im nächsten Jahr starten, sagte Sa´ar bei einem Besuch der jüdischen Gemeinde in Hebron und der nahegelegenen israelischen Ortschaft Kirijat Arba. Er erinnere sich an seine Zeit als Staatsekretär unter dem früheren israelischen Premierminister Ariel Scharon, sagte Sa´ar laut der Tageszeitung „Jediot Aharonot“. Scharon habe damals betont: „der Staat Israel muss sicherstellen, dass jeder Schüler, Soldat und Botschaft das Grab der Patriarchen besucht, um die Wurzeln kennen zu lernen, mit denen alles begann“.
    Der Vorsitzende des Regionalrates Kirijat Arba-Hebron, Malachi Levinger, sprach von einer „historischen Entscheidung“, durch die „Tausende Studenten zum jüdischen Erbe in die Stadt ihrer Vorväter gebracht werden“…