Jom Haschoa – Israel hält inne


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Wenn das Leben für einen Moment stillsteht: Jom Haschoa in Jerusalem
© Flash 90

Zwei Minuten stand das Land heute um 10 Uhr still. Landesweit waren Sirenen zu hören. Die Menschen in Israel gedachten der sechs Millionen Opfer des Nationalsozialismus. In der zentralen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem begann anschliessend eine Zeremonie im Beisein von Staatspräsident Schimon Peres, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Aussenministers John Kerry.

Bereits am Sonntagabend begannen die Holocaust-Gedenkfeiern zum Jom Haschoa, die bis Montagabend dauern. Noch heute leben 192.000 Menschen, die den Konzentrationslagern entkommen konnten, in Israel. Die Tageszeitung Yedioth Ahronoth berichtete am Sonntag, dass jeden Monat 1000 von ihnen sterben. Demnach werden in 16 Jahren keine Menschen in Israel leben, die die Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg miterlebt haben. Aus diesem Grund ist es für Israel wichtig, diese Augenzeugen zu Wort kommen zu lassen, damit die Welt aus erster Hand Informationen über den Holocaust erhält.

Während der Eröffnungszeremonie des Gedenktages sagte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, dass der Judenhass nicht verschwunden sei, sondern durch den mörderischen Hass auf den Judenstaat ersetzt wurde. „Wer heute für die Vernichtung der Juden und Israel eintritt, ist der Iran. Aber im Gegensatz zu damals verfügt das Volk Israel heute über das Können und die Entschlossenheit, den Gegnern die Stirn zu bieten. Wir sind so stark wie nie zuvor“, fügte Netanjahu hinzu, der vor der Fernsehkamera versprach, dass es nie wieder zu einem zweiten Holocaust kommen wird. „Das jüdische Volk darf sein Schicksal niemals in die Hände anderer legen, auch nicht in die der besten unserer Freunde.“ Als Netanjahu seine Rede über die schlimme Vergangenheit des jüdischen Volkes hielt, heulten im Süden Israels die Sirenen, da wiederholt Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossen wurden. Keine Verletzen wurden gemeldet. Dies aber zeigt, wie sehr die Vergangenheit mit der Gegenwart Israels verbunden ist.

Gestern Abend begann der Jom Haschoah mit einer offiziellen Zeremonie in Yad Vashem. Dabei wurde den Märtyrern und Helden des Holocaust gedacht. In diesem Video sind einige Ausschnitte über die Veranstaltung zu sehen, in denen der Trauer musikalisch Ausdruck verliehen wird.

 Antisemitismus

Zum Jom Haschoa hat das Kantor Center for the Study of Contemporary European Jewry an der Universität Tel Aviv am Sonntag den jährlichen Antisemitismus-Report veröffentlicht. Danach nehmen judenfeindliche Übergriffe weltweit zu. 2012 gab es rund ein Drittel mehr physische Angriffe gegen Juden und jüdische Einrichtungen als im Vorjahr. Vor allem in Westeuropa, Nordamerika und Australien sei nach zwei Jahren des Rückgangs eine Zunahme der Übergriffe festzustellen. Die meisten Übergriffe gab es mit 200 Vorfällen in Frankreich. Der Bericht hält insgesamt 686 Vorfälle fest.



Kategorien:Gesellschaft

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