Ziele nahe Damaskus angegriffen


Damaskus

Syrien: Israel greift Ziele nahe Damaskus an

Schwere Explosionen haben am frühen Sonntagmorgen die Aussenbezirke der syrischen Hauptstadt Damaskus erschüttert. Augenzeugen berichteten von riesigen Feuersäulen am Nachthimmel (Bild: Szene aus einem Video). Das staatliche syrische Fernsehen meldete, israelische Raketen hätten ein Militärgelände nördlich der Stadt getroffen.

Anwohner berichteten, rund um Damaskus habe es über Stunden Explosionen gegeben. „Die Nacht wurde zum Tag“, sagte ein Mann. In Damaskus selbst gingen die Bewohner zunächst von einem Erdbeben aus. Syrien sprach von einer „Kriegserklärung“ und drohte mit Vergeltung. Vize-Aussenminister Faisal al-Makdad drohte in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN, Syrien werde sich zu gegebener Zeit und auf seine Weise rächen. Der Minister sieht die Raketenangriffe als Beweis für eine Allianz zwischen Israel und islamistischen Terroristen.

Ein Diplomat in Beirut sagte, die Angriffe in der Nacht zum Sonntag hätten neben dem Forschungszentrum von Dschamraja einem nahegelegenen Munitionsdepot sowie einer Luftabwehrstellung an der Autobahn von Damaskus nach Beirut gegolten. Es habe unter den Soldaten zahlreiche Opfer gegeben, sagte er.

Aus westlichen Geheimdienstkreisen war zu hören, der Luftschlag habe einem Raketenlager gegolten. Die Raketen seien für die Hisbollah-Terroristen im Libanon bestimmt gewesen. „Der Angriff in der vergangenen Nacht galt ebenso wie ein Angriff vor zwei Tagen den Fateh-110-Boden-Boden-Raketen, die auf dem Weg vom Iran zur Hisbollah waren“, zitiert eine Nachrichtenagentur einen Geheimdienst-Mitarbeiter. Diese Raketen haben eine Reichweite von rund 300 Kilometern.

Von israelischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung für den Angriff. „Wir kommentieren derartige Meldungen nicht“, unterstrich eine Militärsprecherin.  Israelische Berichterstatter berufen sich auf „ausländische Quellen“ und unterliegen nach eigenen Angaben einer „scharfen Zensur“. Selbst der ehemalige Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser redet nur von dem, was er in ausländischen Medien gelesen habe.

Israel hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, man sei darauf vorbereitet, Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden. Israel hatte mit den schiitischen Extremisten im Libanon im Jahr 2006 einen 34 Tage dauernden Krieg geführt. Zudem will Israel nicht zulassen, dass chemische Waffen des Assad-Regimes nach dessen Zusammenbruch in die Hände von Terrorgruppen fallen.

US-Präsident Barack Obama sprach Israel das Recht zu, Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden, ohne dabei Bezug auf die Angriffsmeldungen zu nehmen. Er überlasse es der israelischen Regierung, diese zu kommentieren, sagte Obama während eines Besuchs in Costa Rica. Er glaube aber, dass die Israelis berechtigterweise gegen den Transfer moderner Waffen an terroristische Organisationen wie die Hisbollah vorgehen müssen.

Ein Amateurvideo, das auf YouTube gestellt wurde und nicht unabhängig verifiziert werden kann, soll den israelischen Angriff auf Damaskus zeigen.


(Quelle: YouTube/DaeRoN17SI)

 



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