Sukkot beginnt heute Abend


EtrogCHeute Abend , fünf Tage nach Yom Kippur wird Sukoth gefeiert, das die Bibel (Lev. 23,34) als das “Fest der Laubhütten” bezeichnet. Sukoth ist eines der drei Feste, die bis ins Jahr 70 n.d.Z. mit grossen Pilger- und Wallfahrten zum Jerusalemer Tempel gefeiert wurden und daher als die Wallfahrtsfeste bekannt sind.

Wie der Name bereits sagt, steht im Mittelpunkt der achttägigen Feierlichkeiten eine Hütte, die mit allem, was „vom Boden wächst“, gedeckt und geschmückt wird, heisst es in einer Pressemitteilung der Jüdischen Gemeinde. Jede Familie baut eine solche im Garten oder auf dem Dach, vor der Garage – gerade da, wo Platz ist, um in ihr die Speisen einzunehmen, zu beten und bestenfalls auch zu nächtigen.

Die Hütte muss jedoch so gebaut sein, dass „die Sterne am Himmel sichtbar sind“ – so sehen es die religiösen Vorschriften vor. Sie soll an die 40-jährige Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste erinnern. Zu Zeiten des Jerusalemer Tempels gehörte Sukkot mit Pessach und dem Wochenfest zu den drei Pilgerfesten. Das Fest wurde ursprünglich als Dank für die gute Ernte und als Hoffnung für ein erfolgreiches landwirtschaftliches Jahr begangen.

Ein zweites Symbol ist der Lulaw, der Feststrauss, der aus den in Lev 23:40 genannten »vier Arten« gebunden wird, den „arba minim“. Genau genommen ist der Lulaw der Palmwedel, der hier als Symbol steht. Die eigentliche Bezeichnung für den Feststrauss lautet „aguda“. Im hebräischen Bibeltext ist nur von »schönen Bäumen« („etze hadar“) und „Zweigen von Laubbäumen“ („anaf etze awot“) die Rede. Die Weisen haben dies als die Zitrusfrucht Etrog und als Myrte interpretiert. Zusammen mit zwei Bachweidenzweigen und dem besagten Palmwedel soll jeder Jude zu Sukkot drei Myrtenzweige in der rechten Hand halten und segnen lassen. Der Etrog als die wichtigste der „vier Arten“ wird dabei in der linken Hand gehalten und ans Herz gedrückt. Beim Hallel-Gebet schwingt man den Lulaw in alle Richtungen: jeweils dreimal nach Osten, Norden, Westen und Süden, dann zum Himmel und zur Erde. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Bauern einst im Herbst Gott, der überall ist, um Regen anflehten.

Sukkot kann als das ökologische Fest schlechthin verstanden werden. Die Hütte wird mit Äpfeln, Kürbissen und Trauben geschmückt, der Feststrauss, bestehend aus Palmzweig, Myrthe, Weide und einer grossen Zitrusfrucht (hebr. Etrog), darf nicht fehlen und gehört zur religiösen Zeremonie. An Sukkot soll man sich auf die Natur und ihre Bedeutung besinnen, seine Konsumgewohnheiten überdenken und sorgsam mit den von Gott gegebenen Ressourcen zum Wohle künftiger Generationen umgehen. Damit bekommt es eine universelle Bedeutung. Sukkot ist nicht nur das Fest des jüdischen Volkes, sondern ein Fest, bei dem alle Menschen sich daran erinnern können, dass das Brot und der Apfel nicht aus dem Supermarkt kommen.

Rabbi Jochanan sagte: Man schwenkt den Lulaw zur Ehre G’ttes hin und her, denn G’tt gehören die vier Himmelsrichtungen; man hält ihn zur Ehre G’ttes nach oben und unten, denn G’tt gehört der Himmel und die Erde. (Sukah 376)

Das Gebot der ‚Vier Arten‘ besteht darin, sie in der Hand zu halten und zu schwenken. An drei Stellen (beim Morgengebet in der Gemeinde) werden die Vier Arten benutzt: Während der Brakhah, während des Hallel und während des Hoschanoth-Umzugs um die Bimah. Die vier Arten – Etrog, Palme (Lulaw), Myrte (Hadasim) und Weiden (Arawoth) – betonen den landwirtschaftlichen Charakter des Laubhüttenfestes.

Diese Vier Arten bestehen aus einem langen Palmzweig mit einer aus Palmzweigen geflochtenen Halterung. In diese Halterung bindest du zwei Weidenruten auf die linke Seite und drei Myrtenzweige auf die rechte. Die Zitrusfrucht wird nicht mit den drei anderen Arten verbunden.

Man rezitiert den Segenspruch:

“BARUKH ATAH -“- ELOHEJNU MELEKH HA OLAM, ASHER KID’SHANU B’MIZVOTAV VEZIVANU AL N’TILATH LULAW!“

 “Gelobt seist Du Ewiger unser G’tt, König der Welt, der uns geheiligt hat durch seine Gebote und uns geboten hat, den Feststrauss zu nehmen!“

Nach dem eigentlichen Festtag wird das Laubhüttenfest gemäss der Thora (Lev. 23,36) für weitere sechs Halbfeiertage fortgesetzt. Während dieser Woche, jeder Tag ist halb Alltag und halb Festtag, sind die Schulen geschlossen, zahlreiche Geschäfte und Firmen schliessen gänzlich oder sind halbtags geöffnet. Viele Israelis verbringen diese Tage an Sukkot oder Pessach an den Erholungsorten im ganzen Land.

Der siebte Tag wird als Hoschana Rabba, «das grosse Hoschana» herausgehoben. Die Woche nach dem Laubhüttenfest und somit dieser gesamte Festtagszyklus enden mit Schemini Azeret, der “heiligen Versammlung am achten Tag” (Lev. 23,36), der mit der Simchat Thora, dem Thorafreudenfest, verbunden wird. Die Feiern an Shemini Azeret/Simchat Thora konzentrieren sich auf die Thora. Das Fest ist dafür bekannt, dass öffentlich mit den Thorarollen im Arm getanzt wird.

In der Diaspora wird Simchat Tora heute in orthodoxen Gemeinden am Tag nach Schemini Azeret begangen; in Israel und in liberalen Gemeinden fallen beide Feste auf einen Tag. Die vier Mittelfeiertage werden analog zu Pessach als „chol hamo’ed“ bezeichnet. Nach Dtn 16:14 wird das Laubhüttenfest auch „sman simchateinu“ genannt, „Zeit unserer Freude“.

Wir wünschen ihnen „Chag Sameach“



Kategorien:Gesellschaft

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  1. Darf ich eine Frage stellen?
    Ich habe schon oft gelesen, dass manchen „G’tt“ schreiben…und ich hab da meine Gedanken zu…aber die sind bestimmt nicht richtig. Kannst Du mir das vielleicht etwas erklären?

    Danke und viele Grüße

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  2. Hat dies auf faehrtensuche rebloggt und kommentierte:
    Eine gute Zusammenfassung, nett geschrieben, mit allen wissenswerten Infos hat ISRAWISS ins Netz gestellt!

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