Studie: Israelische Soldaten sind besonders widerstandsfähig


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Soldaten erleben bei ihren Einsätzen Tod und Zerstörung hautnah. Explosionen, Gefechte, Verletzte. Dazu die andauernde Angst vor Anschlägen. Davon bleibt die Seele nicht unberührt. Viele Soldaten weltweit leiden unter ihren Erlebnissen. Häufige Folge sind posttraumatische Belastungsstörung (kurz PTBS). Eine PTBS äussert sich vielseitig, beispielsweise als Depression, Herzrasen, Schweissausbrüche, Aggressivität oder Schlafstörungen. Nun hat eine Untersuchung ergeben, dass israelische Soldaten weit weniger mit dieser Störung zu kämpfen haben als Soldaten in anderen Ländern.

Seit der Gründung der israelischen Armee nehmen deren Soldaten immer wieder an Kampfeinsätzen teil. Umso erstaunlicher ist es, dass israelischen Soldaten im Vergleich mit allen anderen Militärs weltweit am wenigsten unter PTBS leiden. Das hat eine Studie des Gesundheitsdienstes der israelischen Verteidigungskräfte ergeben. Laut dieser Studie wurden nach dem Libanonkrieg 2006 bei 1,5 Prozent der israelischen Soldaten und Reservisten eine PTBS diagnostiziert. 2,9 Prozent der Soldaten, die an dem Krieg teilnahmen, baten anschliessend um psychologische Hilfe.

Der Gesundheitsdienst der Armee veröffentlichte weitere Zahlen: 94 Prozent derer, die psychologische Hilfe benötigten, dienten in Kampfeinheiten. Davon hatten 86 Prozent einen Kameraden bei einem Kampfeinsatz verloren. Laut der Studie leiden Reservisten weniger unter einer PTBS als reguläre Armeeangehörige. Wie viele Soldaten an einer PTBS leiden, aber nicht zum Arzt oder Psychologen gehen, darüber gibt die Studie keine Auskunft. Es wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen, da sich entweder viele Betroffene aus Furcht vor Konsequenzen nicht melden, oder die Erkrankung schlicht unerkannt bleibt.

Die Studie zeigt, dass bei anderen Streitkräften die Zahlen der PTBS-Diagnosen weitaus höher sind. Sie variieren von zwei bis 17 Prozent derjenigen, die aktiv am Kampf teilgenommen haben. Eine aktuelle Studie des Gesundheitsdienstes der US-Army zeigt auf, dass etwa acht Prozent der US-Soldaten, die im Irak oder in Afghanistan dienten, an der posttraumatischen Belastungsstörung leiden.

In der israelischen Armee befürchtet man nicht, dass die Zahlen von PTBS unter den israelischen Soldaten steigen werden. „Unsere Soldaten sind widerstandsfähiger. Sogar unsere Reservisten sind widerstandsfähiger und auch geistig stärker, als Truppen in anderen Ländern.“ Das unterstrich Oberstleutnant Dr. Ofir Levi vom Gesundheitsdienst der israelischen Verteidigungskräfte. Dennoch müssten Unterstützungs- und Präventivprogramme für Truppen, die an Kampfhandlungen teilgenommen haben, weiter ausgebaut und verbessert werden.

PTBS ist heilbar. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen lernen in Therapien, ihre Erlebnisse zu verarbeiten und können noch während der der Behandlung ihren Dienst wieder aufnehmen.

(JNS/ ih)



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