Gehörlose junge Frau ist Trainerin für Polizei-Spürhunde


Shahaf Karavny mit Hund

Shahaf Karavny mit Hund
Foto: Polizei

Die Geschichte von Shahaf Karavny steht nahezu sinnbildlich für das alte Sprichwort: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Nachdem klar war, dass sie nicht bei der Hundestaffel der israelischen Armee ausgebildet werden kann, liess sie sich die Hoffnung nicht nehmen. Die 19-Jährige aus Hadera erhielt eine neue Chance: Sie durfte als erste Gehörlose in der Geschichte Israels eine Ausbildung bei der Polizeihundestaffel beginnen.

Shahaf ist sich sicher, dass ihre angeborene Behinderung keineswegs ihre Leistung beeinflusst. „Ich komme sehr gut zurecht, mein fehlendes Gehör hat wirklich keinen negativen Einfluss auf die Hunde“, versicherte die junge Frau. 2013 beendete sie erfolgreich die weiterführende Schule mit einem Schwerpunkt auf Grafik-Design. Trotz ihrer Gehörlosigkeit war sie auch dabei nicht zu stoppen. Shahaf hatte einen Traum: Sie wollte, genau wie ihre Schulkameraden, der israelischen Armee (IDF) beitreten. Da ihre Familie sich schon immer für Hunde begeistert hatte, wollte sie auch in der Armee mit den Tieren arbeiten. Shahaf war fest entschlossen, Hundetrainerin bei der IDF zu werden. „Ich habe eine ganz besondere Beziehung zu Tieren, wir verstehen uns einfach“, erklärte sie gegenüber der Zeitung Israel Hayom.

Nachdem sie aber weder bei der renommierten Oketz-Hundestaffel der Armee noch beim Pendant in der israelischen Luftwaffe aufgenommen wurde, nahm ihre Mutter die Fäden in die Hand und fragte beim Kommandanten der israelischen Polizei an. Dort wurde Shahaf mit offenen Armen empfangen.

Als sie alle erforderlichen Grundlagen erlernt hatte, wurde sie mit der Ausbildung der Spürhunde beauftragt, die nach Sprengstoffen und Drogen schnüffeln. „Der wichtigste Teil meiner Arbeit ist es, klare Anweisungen zu geben. Und wenn ich das tue, hören die Hunde auch auf mich“, unterstrich Shahaf. „Ich kann sie sehr gut kontrollieren, ohne dass ich meine Stimme erhebe.“

Stabsfeldwebel Major Hanan Pahmani, der verantwortlich für die Ausbildung der Polizeihunde ist, hat für seine Schutzbefohlene nur lobende Worte übrig: „Der Job ist sehr anspruchsvoll und man muss sehr stark dafür sein. Shahaf hat das hervorragend gemeistert“.

Kriminalhauptkommissar Tal Shikma, der den Umgang mit Tieren in der israelischen Polizei überwacht, sagte in diesem Rahmen, dass „die israelische Polizei Menschen mit Behinderungen in ihren Reihen begrüsst.“

Mehr religiöse Frauen in der Armee

Nach Angaben der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) hat sich die Zahl religiöser Frauen, die sich zum Armeedienst melden, im Jahr 2013 im Vergleich zu 2010 fast verdoppelt.

Demnach wurden im vergangenen Jahr 1616 Frauen rekrutiert, zwei Jahre zuvor waren es noch 935 gewesen. Zudem hiess es, die jungen Frauen wählten zunehmend schwierigere und signifikantere Posten. Eine wachsende Anzahl meldet sich beispielsweise zur prestigeträchtigen Aufklärungseinheit 8200.

In Israel haben religiöse Mädchen die Möglichkeit, sich vom Armeedienst befreien zu lassen und stattdessen einen Ersatzdienst zu leisten. Etwa 40% der jungen Frauen im Alter von 18 melden sich nicht zur Arme; 36% erhalten eine Ausnahmegenehmigung, dass sie aufgrund ihrer religiösen Lebensweise nicht für den Armeedienst geeignet sind. In den letzten Jahren gab es in dieser Angelegenheit Uneinigkeit zwischen Vertretern des Rabbinats und der Armee.

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Sicherheit

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