Ein Ruhejahr für das Ackerland


.Das neue Jahr 5775 ist ein Schabbatjahr, Schmittah genannt, für das Ackerland. In Analogie zum Schabbat als Ruhetag soll auch für die Umwelt das siebte Jahr ein Ruhejahr sein. Es darf kein Land bewirtschaftet werden. Jede Frucht, die auf nicht-bewirtschaftetem Land wächst, kommt der Öffentlichkeit zugute. Man geht davon aus, dass etwa 5.000 israelische Landwirte die Schmittah befolgen. Der Staat hat für sie rund 22,5 Millionen Euro an Unterstützung bereitgestellt.

Im 2. Buch Mose 23, Vers 11 und 12 heisst es: „Sechs Jahre sollst du in deinem Land säen und ernten. Aber im siebenten Jahr sollst du es ruhen und brach liegen lassen. Die Armen deines Volkes sollen davon essen; und was übrig bleibt, mag das Wild auf dem Felde fressen. Ebenso sollst du es halten mit deinem Weinberg und deinen Ölbäumen.“

Auf die grösste und älteste israelische Umweltorganisation, den Jüdischen Nationalfonds JNF-KKL, hat die Schmittah einen bedeutenden Einfluss – so dürfen beispielsweise Bäume nur noch in Ausnahmefällen gepflanzt und kein Boden mehr für Pflanzaktionen vorbereitet werden. Nur in Notlagen, wenn etwa wie im vergangenen Jahr ein heftiger Schneefall viele Bäume schädigt, dürfen sie beschnitten werden. Es darf alles getan werden, um den Baum zu erhalten.

Zahlreiche jüdische Bauern umgehen die Vorschriften für das Schmittah-Jahr, in dem sie ihr Land für ein Jahr an einen Nicht-Juden „verkaufen“. Da es dann nicht mehr in jüdischen Händen ist, darf es normal bewirtschaftet werden.

Die israelische Landwirtschaft kämpft mit Strukturproblemen. In den vergangenen 30 Jahren ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe stark zurück gegangen – von 40.000 auf rund 13.000.

Das erste Mal wurde die Schmittah im ersten Jahr nach der Zerstörung des Zweiten Tempels begangen – 3829 im jüdischen Kalender und im Jahr 68 nach christlicher Zeitrechnung. In diesem Sinne hat die Schmittah eine eher spirituelle Bedeutung: die Rückbesinnung auf die inneren Werte und Tugenden und ein Verzicht auf das Streben nach materiellen Dingen. (ih)



Kategorien:Gesellschaft

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