Was läuft an der Nordgrenze?


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Israelische Soldaten am Grenzzaun zum Libanon

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Soldaten an der Nordgrenze gelobt, die nach einem doppelten Bombenanschlag durch Hisbollah-Terroristen am Dienstag schnell und professionell gehandelt hätten. „Wir haben bewiesen, dass wir auf jeden Angriffsversuch kraftvoll reagieren können“, erklärte der Regierungschef. Bei den beiden Explosionen auf den Golanhöhen waren zwei israelische Soldaten verletzt worden.

Die Bomben, die im Abstand von etwa 30 Minuten detonierten, waren auf der israelischen Seite der Grenze versteckt, in der Nähe eines Militärpostens. Die beiden Verwundeten gehören zu einer Pioniereinheit und sind Experten für Bombenentschärfungen. Sie wurden ins Krankenhaus geflogen. Die Hisbollah-Terrorgruppe übernahm die Verantwortung für die Anschläge. Die israelische Armee feuerte 40 Artilleriegranaten auf Hisbollah-Stellungen im Südlibanon ab.

Israels Verteidigungsminister Moshe Yaalon erklärte in einer Stellungnahme, die Hisbollah habe die Sprengsätze deponiert und gezündet. Er mache aber auch die libanesische Regierung für den Vorfall verantwortlich. Israel werde auf jede Verletzung seiner Souveränität reagieren und alles tun, um die eigenen Staatsbürger zu schützen.

Der Hisbollah-Fernsehsender Al Manar TV meldete, der Anschlag sei eine Vergeltungsaktion für den Tod des Hisbollah-Kämpfers Hassan Ali Haidar im vergangenen Monat. Der war im Libanon bei einer Explosion ums Leben gekommen, bei der nach Ansicht der Hisbollah der israelische Geheimdienst die Hände im Spiel hatte.

An der 80 Kilometer langen israelische Nordgrenze mit dem Libanon war es seit 2006 relativ ruhig. Am Sonntag war es jedoch bei Mount Dov zu einer Schiesserei zwischen Eindringlingen und israelischen Soldaten gekommen, wobei einer der Eindringlinge angeschossen wurde, aber in den Libanon fliehen konnte. Die israelische Armee geht davon aus, dass es zwischen dieser Gruppe und den Bombenexplosionen einen Zusammenhang gibt.

Die Hisbollah habe mit den Anschlägen ein deutliches Zeichen gesetzt, schreiben heute israelische Kommentatoren. Zusammen mit der libanesischen Regierung vertritt die Terrorgruppe die Ansicht, Mount Dov sei libanesisches Gebiet. Sowohl Israel als auch die Vereinten Nationen sehen dies anders. Die Hisbollah wolle sich der Bevölkerung als „Verteidiger des Libanon“ präsentieren, was auch gelungen sei. Die schiitische Hisbollah gilt es militärisch stark, hatte aber erhebliche Verluste zu verzeichnen, als sie in Syrien gegen die Rebellen und im Irak gegen die sunnitischen Dschihadisten des Islamischen Staates kämpfte. Mit dem Bombenanschlag wollte die radikale Miliz offenbar zeigen, dass sich im Südlibanon weiterhin präsent ist. (ih)



Kategorien:Sicherheit

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