Israel-Gegner nutzen Unruhen in USA für ihre Zwecke aus


FergusonPlakate mit der Aufschrift „From Ferguson to Palestine – Occupation is a crime“ („Von Ferguson bis Palästina – Besatzung ist ein Verbrechen“) waren bei den jüngsten Demonstrationen in Ferguson (US-Bundesstaat Missouri) zu sehen. Es handelt sich um einen Versuch der Boykottiert-Israel-Bewegung, die aktuellen Unruhen in den Vereinigten Staaten für ihre eigenen Interessen auszunutzen. Und die Kampagne hat offenbar Erfolg.

Im sozialen Netzwerk Twitter tauchten Solidaritätsmeldungen auf wie: „Das palästinensische Volk weiss, was es bedeutet, wenn man unbewaffnet erschossen wird, nur weil man zu einer bestimmten ethnischen Gruppe gehört.“ Die Zustimmung zeigt, dass Ferguson-Gaza-Vergleiche von weit mehr Menschen akzeptiert werden als nur von den entschiedenen Israel-Gegnern.

Es scheint, dass die selben Leute, die Terror gegen Israel rechtfertigen, nun auch die gewalttätigen Proteste in den USA für gerechtfertigt halten. Am 9. August hatte der weisse Polizist Darren Wilson in der US-amerikanischen Kleinstadt Ferguson den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael Brown erschossen. Dies löst in den USA eine neue Rassismus-Debatte aus, zumal ein Geschworenengericht entschied, dass der Schütze in Notwehr gehandelt habe und nicht angeklagt wird.

Es ist eine neue Lüge der Anti-Israel-Propaganda, dass beide Ereignisse in den Zusammenhang mit Diskriminierung gestellt werden. Dabei ist sehr wohl bekannt, dass Israel gegen Feinde kämpft, die geschworen haben, den jüdischen Staat zu vernichten – und nicht gegen eine ethnische Gruppe. Wobei durchaus umstritten ist, ob die Palästinenser überhaupt eine einheitliche ethnische Gruppe bilden.

Die palästinensische Solidarität mit dem plündernden Mob von Ferguson sollte nicht überraschen. Beide rechtfertigen Gewalt mit angeblicher Unterdrückung. Dabei vergessen sie, dass die Unterdrückung aus ihrer eigenen Gewalt resultiert. Plünderungen und die Zerstörung von Eigentum anderer Menschen sind nicht zu rechtfertigen. Selbst dann nicht, wenn der Polizist Darren Wilson ein Rassist sein sollte, der unrechtmässig auf Michael Brown geschossen hat (was ich bezweifle). Aber genau das ist es, was jene tun, die Ferguson mit Palästina vergleichen.

Der schräge Vergleich findet aber immer mehr Anhänger, nicht nur in den USA. Wer Israel als „Aggressor“ und „Besatzer“ bezeichnet, ignoriert historische Fakten. Die israelische Souveränität über Gebiete, die früher von Ägypten, Jordanien und Syrien beherrscht wurden, kam erst zustande, nachdem diese Länder versuchten, Israel zu erobern, und zwar 1948, 1967 und 1973.

Die Behauptung, dass Israel danach giere, die Palästinenser zu beherrschen und Freude an ihrer Unterdrückung habe, ist ebenso abwegig wie die Anklage, die Juden würden die Weltwirtschaft kontrollieren. Man mag es mögen oder nicht – das Niederhalten einer Gruppe ist manchmal die Folge von gewalttätigen Aufständen, die kein souveräner Staat tolerieren kann.

Aus Gaza gab es Solidaritätsbekundungen mit den Menschen in Ferguson. Die amerikanisch-palästinensische Schriftstellerin Shibab Nye veröffentlichte in der Washington Post einen Artikel, in dem sie die Zustände in Gaza mit denen in Ferguson gleichsetzte. Ihr Traum: 1,8 Millionen Gaza-Bewohner könnten in Ferguson demonstrieren. Für die Mehrheit der Amerikaner wäre dies eher ein Alptraum. Auch wenn die Idee, die Gaza-Bewohner nach Missouri zu schicken, in Israel durchaus auf Sympathie stösst: Vor die Wahl gestellt, würden die Amerikaner lieber 1,8 Millionen mexikanische Einwanderer akzeptieren als die Dschihadisten aus Gaza. (Zwi Sadan, ih)



Kategorien:Politik

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