Supermarkt-Besitzer: Wir lassen die Terroristen nicht gewinnen


.In den Supermärkten seiner Kette werde ganz normal gearbeitet. Das erklärte Rami Levy, Besitzer der gleichnamigen Supermärkte, wenige Stunden nach dem Terroranschlag im Gewerbegebiet Mishor Adumim. Dort hatte am Mittwoch ein 16 Jahre alter Palästinenser auf zwei Supermarkt-Kunden eingestochen und sie mittelschwer verletzt. Der Angreifer wurde durch einen Schuss ins Bein gestoppt.

Der Schuss wurde von einem Beamten abgefeuert, der normalerweise Premierminister Benjamin Netanjahu beschützt. Er war privat im Supermarkt, um Lebensmittel zu kaufen. Als er die Messerattacke bemerkte, griff er sofort ein.

Der Sicherheitsbeamte erhielt einen Glückwunschanruf von Regierungschef Benjamin Netanjahu. Doch er reagierte bescheiden: „Ich habe meine Pflicht getan. Ich danke denjenigen, die einen kühlen Kopf bewahrt haben und geholfen haben, den Terroristen auszuschalten.“ Er betrachte sich nicht als Helden. „Ich habe Glück gehabt“, fügte er hinzu.

B38ElXBCQAANPiwDer Angreifer stammt aus dem arabischen Dorf al-Azarija in der Nähe von Jerusalem. Er war laut Polizei mit zwei Komplizen aus diesem Ort in den Supermarkt gekommen. Dort stach er auf zwei Männer im Alter von etwa 50 Jahren ein, die Verletzungen am Kopf und an der Hand erlitten. Der Terrorist kam ins Krankenhaus, seine beiden Begleiter wurden verhaftet.

Supermarkt-Besitzer Rami Levy unterstrich gegenüber den israelischen Medien, der Vorfall werde die Arbeitsabläufe in seinen Märkten nicht ändern. Er werde auch weiterhin jüdische und arabische Arbeitnehmer beschäftigen und im sogenannten Westjordanland Läden betreiben. Zudem habe keiner seiner Angestellten etwas mit dem Terrorangriff zu tun gehabt.

„Solche Vorfälle gab es auch in Zentralisrael“, machte der Supermarkt-Betreiber deutlich. „Sie (die Terroristen) wollen uns von bestimmten Orten fernhalten. Das ist ihr Ziel, und wir werden nicht zulassen, dass sie es erreichen. Ich rufe die Leute dazu auf, noch mehr jene Orte zu besuchen, an denen es Messerattacken gab. Ebenso bitte ich die Leute, verstärkt nach Jerusalem zu kommen.“

Zunehmende Aufforderungen, arabische Angestellte zu entlassen, kommentierte er mit den Worten: „Wir stellen Mitarbeiter ungeachtet von Religion, Rasse oder Nationalität an. Wir haben Gesetze in Israel. Genau wie ich nicht wollte, dass Frankreich oder andere europäische Länder sagen, sie werden keine Juden anstellen oder Juden keinen Zutritt gewähren, würde ich das hier nicht wollen.“

Auch der Bürgermeister von Ma‘aleh Adumim, Benny Kaschriel, rechnet mit Forderungen, dass Palästinenser von der Industriezone ausgeschlossen würden. Doch er werde gewährleisten, dass sie weiter dort arbeiten und ein anständiges Leben führen könnten, betonte er laut der Onlinezeitung „Times of Israel“.

Die Kunden folgten seinem Aufruf: Stunden nach dem Anschlag herrschte in den Rami Levy-Supermärkten dichtes Gedränge, wie jeden Mittwochabend. Ungewöhnlich war nur die starke Präsenz von Polizei und Militär.

Im Rami-Levy-Supermarkt

Der Supermarkt der Kette Rami Levy ist am Mittwoch zum Schauplatz eines Terroranschlags geworden. Dabei galten gerade diese Supermärkte bisher als ein Beispiel dafür, dass Juden und Araber gut miteinander auskommen können. In den Märkten arbeiten verschiedene Volksgruppen zu gleichen Löhnen, die Billigangebote sind bei den Kunden allseits beliebt. Die Israel Heute-Fernsehredaktion hat mit dem Firmengründer gesprochen.

 (ih / JNS)


Kategorien:Sicherheit

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