Streit um Anerkennung von Homo-Ehen


STATE CONTROL COMMITTEEIm israelischen Wahlkampf tobt eine heftige Auseinandersetzung um die Anerkennung homosexueller Eheschliessungen. Auslöser war ein Video der nationalreligiösen Partei von Handelsminister Naftali Bennett (Foto). In dem Video sprachen sich mehrere Kandidaten seiner Partei deutlich gegen Homo-Ehen aus. Dies führte zu einem Sturm der Entrüstung: Die linke Opposition warf Bennetts Byit Yehudi-Partei vor, sie sei „homophob“.

Bennett wehrte sich im israelischen Fernsehkanal 10: „Es ist kein Geheimnis, dass ich eine Kippa trage“, so der religiöse Politiker, „das Judentum kennt keine Homo-Ehe. Wir betrachten ja auch Milch und Fleisch zusammen nicht als koscher, und nichts wird das verändern. Ich bin kein Heuchler, ich stehe zu meinen Positionen.“ Seine Partei verhalte sich pragmatisch: Sie lehne eine formale Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen ab, befürworte aber Steuererleichterungen für homosexuelle und lesbische Paare.

In dem Video von Byit Yehudi unterstrichen mehrere Kandidaten, sie hielten Homo-Ehen für überflüssig. Für eine Familie seien Mann und Frau nötig. Es hiess auch, Homosexuelle seien durch ihre sexuelle Orientierung „geplagt“, „in Not“ und „benötigen Hilfe“.

Die Oppositionsführer Issac Herzog und Zipi Livni antworteten mit einem eigenen Video. Sie sprachen sich eindeutig für die Anerkennung von Eheschliessungen gleichgeschlechtlicher Paare aus. Livni forderte ein Gesetz, das es allen Menschen in Israel erlaube, zu lieben, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Sie forderte die Wähler auf, gegen die Pläne der „extremen Rechten“ ihr Veto einzulegen. Byit Yehudi sei rückwärtsgewandt, homophob und rassistisch.

Der von Netanjahu entlassene frühere Finanzminister Yair Lapid sagte, Bennett habe nun sein wahres, homophobes Gesicht gezeigt. Er forderte ihn zu einer Entschuldigung auf.

Die Vorsitzende der linken Meretz-Partei, Zahava Gal-On, schrieb auf Facebook, man solle das Video der Bennett-Partei nur mit leerem Magen ansehen, um ein Erbrechen zu vermeiden. (ih)



Kategorien:Politik

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